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TagesInfo Rohstoffe: Platinpreis fällt auf 6-Monatstief (12. Oktober 2016)
Foto: www.commerzbank.de

TagesInfo Rohstoffe Platinpreis fällt auf 6-Monatstief (12. Oktober 2016)

Gastautor: Eugen Weinberg
12.10.2016, 11:24  |  1422   |   |   

Energie: Die Ölpreise gaben gestern zwar leicht nach, notieren aber weiterhin nur knapp unter ihren Anfang der Woche verzeichneten Hochs. Gestern gab es ein wahres Stakkato von Kommentaren seitens von OPEC-Vertretern, welche allesamt das Ziel hatten, die Erwartung für eine Senkung der Ölfördermenge am Köcheln zu halten. Wirklich interessant waren die Äußerungen russischer Vertreter. Diese versetzten am Vortag geweckten Hoffnungen, dass sich Russland an einer Drosselung der Ölproduktion beteiligen würde, einen herben Dämpfer. Der Chef des größten russischen Ölunternehmens Rosneft, Setschin, schließt dies für sein Unternehmen aus. Russlands Energieminister Nowak sprach zwar davon, dass Russland die Entscheidung der OPEC unterstützen würde, aber lediglich mit einer Deckelung der russischen Ölproduktion auf dem derzeitigen (Rekord-)Niveau. Die Internationale Energieagentur IEA behielt die Nachfrageprognosen weitgehend unverändert bei, ebenso die Prognose für das Nicht-OPEC-Angebot. Letzteres soll 2017 weiter um 400 Tsd. Barrel pro Tag steigen. Der Bedarf an OPEC-Öl beläuft sich aktuell laut IEA auf 32,8 Mio. Barrel pro Tag. Bis Ende 2017 soll dieser auf 33,6 Mio. Barrel pro Tag steigen. Verglichen mit einer OPEC-Produktion von 33,5 Mio. Barrel pro Tag beträgt das Überangebot momentan somit 700 Tsd. Barrel pro Tag. Ohne Eingriffe von außen würde der Ölmarkt der IEA zufolge bis Mitte 2017 überversorgt bleiben, was die Notwendigkeit für eine Kürzung der OPEC-Produktion unterstreicht. Der Markt scheint nach wie vor davon überzeugt. Wir bleiben dagegen skeptisch und sehen daher Abwärtsrisiken für die Ölpreise.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE3D73 Bull Oil WTI Light Crude Future Dec 2016 Hebel 9,5
CD1AVV Bear Oil WTI Light Crude Future Dec 2016 Hebel 8,6

Edelmetalle: Gold zeigt sich heute Morgen wohl wegen des weiterhin festen US-Dollar etwas schwächer und fällt zeitweise auf gut 1.250 USD je Feinunze. Anzeichen einer anziehenden Goldnachfrage in Asien geben dem Preis nur bedingt Unterstützung. Offenbar sind noch einige „zittrige Hände“ im Markt, die einer nachhaltigen Preiserholung derzeit im Wege stehen. Zudem könnte das Fed-Sitzungsprotokoll heute Abend die Zinserwartungen in den USA weiter anfachen. Stark gefallen sind zuletzt Platin und Palladium. Platin notiert unter 950 USD je Feinunze auf einem 6-Monatstief, Palladium handelt mit knapp 650 USD je Feinunze auf einem 3-Monatstief. Wind schlägt den Preisen wohl aus Südafrika entgegen, wo der Südafrikanische Rand deutlich abwertet, da der Finanzminister dort offenbar kurz vor der Absetzung steht. Dies überlagert andere preispositive Nachrichten. So wurden laut Daten des Verbands der chinesischen Automobilhersteller in China im September 2,27 Mio. Autos verkauft, 29% mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage stieg wohl vor allem deshalb, da Ende Dezember Steuervergünstigungen für den Kauf von Autos mit kleineren Motoren auslaufen und vor Ende dieser Frist offenbar noch vermehrt Käufe getätigt werden. Sollten die Steueranreize nicht verlängert werden, sieht der Automobilverband für das nächste Jahr eine deutliche Abschwächung des Nachfragewachstums. Nach neun Monaten liegen die Autoabsätze in China mit 16,7 Mio. Einheiten knapp 15% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum und auf Rekordkurs für das Gesamtjahr.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD531F Bull Silber Hebel 6,5
CE39EA Bear Silber Hebel 6,9

Industriemetalle: Die Metallpreise haben den gestrigen Handel deutlich im Minus beendet und damit zugleich sämtliche Gewinne vom Wochenanfang wieder abgegeben. Belastend wirkten schwache Aktienmärkte, der weiter aufwertende US-Dollar und die schwächeren Ölpreise. Heute Morgen kommt es zu einer moderaten Erholungsbewegung. Vergleichsweise gut hielt sich gestern Aluminium, das sich von einem 2-Monatshoch um 0,7% verbilligte und am Morgen bei 1.680 USD je Tonne notiert. In China wurde zu Wochenbeginn sogar ein 5-Monatshoch verzeichnet. Wir halten die hohen Preise für nicht gerechtfertigt, da wieder mehr und mehr Angebot an den Markt kommt. Das staatliche chinesische Research-Institut Antaike schätzt, dass in China bis Ende des Jahres ehemals stillgelegte Produktionskapazitäten im Umfang von 1,3 Mio. Tonnen p.a. wieder in Betrieb genommen werden. Hinzu sollen neue Produktionskapazitäten von 1,8 Mio. Tonnen p.a. kommen. Dies dürfte aller Voraussicht nach dazu führen, dass China gegen Jahresende rekordhohe Mengen Aluminium herstellen und somit wohl auch nochmals mehr Material exportieren wird. Für den chinesischen Markt erwartet der US-Produzent Alcoa für dieses Jahr einen Angebotsüberschuss von 1,2 Mio. Tonnen. Auf globaler Ebene soll das Angebot aber um 615 Tsd. Tonnen hinter der Nachfrage zurückbleiben, da laut Alcoa die Nachfrage mit +5% stärker steigt als das Angebot (+3%). Wir halten die Angebotsschätzung von Alcoa – vor allem für China – für zu niedrig.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE3EUF Bull Copper Future Dec 16 Hebel 24,7
CD953T Bear Copper Future Dec 16 Hebel 17,2

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Diskussion: Vorsicht bei Gold!

Themen: Öl, China, OPEC


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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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