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Daimler – Gute Aussichten durch gesunde Profitabilität

Gastautor: Daniel Saurenz
14.10.2016, 06:00  |  685   |   |   

IAA_Daimler_2Die Dividende hat in den letzten Wochen womöglich viele Investoren in die Aktie von Daimler gelockt. Unser Discount-Call im Favoritendepot, erworben Anfang Mai, gerät so langsam an seine Grenzen, wir liegen knapp 40 Prozent vorne. Ersetzen könnte man ihn durch die WKN PB54RR. “Ich kann bestätigen, dass unsere Guidance gilt”, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. “Wir sind auf einem sehr guten Weg.”

Das klingt für die kommenden Quartalszahlen sehr gut, schon in den letzten Quartalen hatte Daimler häufig vorher gute Zahlen so “vorbereitet”. Anleger können sich beim Daimler auch Discountpapiere, Aktienanleihen oder Memorys anschauen, auch dazu haben wir einiges herausgesucht in den letzten Wochen.

In unserer ISIN-Liste finden Sie zum Beispiel ein Memory Express-Zertifikat mit der WKN SE2TAA. Die Barriere liegt bei 51,10 Euro und der mögliche Kupon bei 7,3 Prozent. Zudem finden Sie dort ein Capped Bonus-Zertifikat mit der WKN SE4XVR und einen Discount Call mit der WKN PB47JC. Ausführliche Erklärungen zu allen gängigen Anlageprodukten finden Sie hier

Egmond Haidt sieht Daimler wie folgt aufgestellt:

daimler

Daimler auf ein Jahr

Der US-Markt ist der zweitwichtigste Markt für Daimler, gingen im August doch 28.404 Pkws mit dem Mercedes-Stern in die USA, gegenüber 41.072 nach China. Inklusive des Geschäfts mit Lkws und Vans sind die USA sogar ein viel wichtiger Markt als China. So machte im zweiten Quartal das US-Geschäft 25,9 Prozent des Umsatzes des Konzerns aus, wohingegen „nur“ 10,1 Prozent auf China entfielen. Der wichtigste Markt ist weiterhin Westeuropa, mit 36,3 Prozent der Konzernerlöse. Der Konkurrent BMW meldet schon länger deutliche Absatzrückgänge für die USA. Dennoch machen die dortigen Verkäufe immer noch 20 Prozent des Konzernabsatzes aus, im Vergleich zu 22 Prozent für China.

Aktuelle Themen diskutieren wir immer ausführlich in unseren Webinaren – Hier gibts die Aufzeichnung unserer Finanzmarktrunde mit Daniel und Egmond…

Deutliche Wachstumsverlangsamung in China steht bevor

Von großer Bedeutung für die deutschen Autobauer insgesamt bleibt zudem der chinesische Markt. Wenngleich es derzeit dort nicht besser aussehen könnte, bezweifeln etliche Experten, dass der Boom weitergehen wird. „Auch in China prägen öffentliche Entscheidungen und Anreize den Automobilmarkt. 2015 halbierte die chinesische Regierung die Steuer auf Abgasemissionen für Einstiegs- und Mittelklassewagen von zehn Prozent auf fünf Prozent. Ein Wachstum bei den Absatzzahlen in China von voraussichtlich acht Prozent auf 23 Mio. verkaufte Fahrzeuge in 2016 ist die Folge“, schrieb der Kreditversicherer Euler Hermes zuletzt. Diese Subventionen dürften verlängert werden, ansonsten könnte der Absatz 2017 um fünf bis zehn Prozent sinken.

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IAA_Daimler_3„Die Automobilbranche ist für die chinesische Regierung ein strategischer Sektor“, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Insofern gilt es als sicher, dass die Förderprogramme weiterlaufen werden, um die strategische Weiterentwicklung nicht zu gefährden. Wir erwarten daher für 2017 einen Zuwachs bei den verkauften Fahrzeugen um rund fünf Prozent auf dann 24 Mio. Fahrzeuge“, sagt Subran. Dennoch würde ein Plus von fünf Prozent eine deutliche Verringerung des Wachstums bedeuten. In Europa sieht es laut Euler Hermes hingegen weiterhin gut aus. Allerdings werde der spanische Markt nach dem Ende der dortigen Abwrackprämie im Jahr 2017 um zehn Prozent schrumpfen. Zudem sei für Großbritannien angesichts des Brexit-Votums ein Rückgang um rund neun Prozent zu erwarten.

Gestützt werden die Autoaktien hingegen von der Aussicht auf neue Konjunkturprogramme, nicht nur in Italien und Frankreich, sondern auch in den USA. So haben die Regierungen Italiens und Frankreichs zuletzt Konjunkturprogramme gefordert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Immerhin muss die stagnierende Wirtschaft angesichts des Verfassungsreferendums am Jahresende in Italien und der 2017er-Wahl in Frankreich dringend in Schwung gebracht werden.

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IAA_Daimler_5Wenn die Länder derartige Programme auflegen und das Geld aus den neuen Schulden in den Bau von Infrastruktur, wie Straßen und Brücken, Steuersenkungen oder sonstigen Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur stecken sollten, würden damit indirekt auch die deutschen Autohersteller von der dortigen Konjunkturbelebung profitieren. Zudem dürfte der nächste US-Präsident – sei es die Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei Hillary Clinton oder ihr Herausforderer Donald Trump von den Republikanern – versuchen, mit einem großen Konjunkturprogramm der kräftigen Abkühlung der Konjunktur entgegenzusteuern. Das würde für Rückenwind nicht zuletzt bei den deutschen Autoaktien sorgen.

Eine nützliche Realtime-Übersicht der wichtigsten Indizes, Rohstoffe und Währungen finden Sie hier

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2017 von 5,7 für Volkswagen, 7,3 für Daimler und 7,7 für BMW beleben die Autobauer die Plätze zwei bis vier unter den günstigsten DAX-Aktien, hinter der Lufthansa (KGV 4,9). Das zeigt die große Skepsis der Investoren gegenüber den Gewinnschätzungen für die Autobauer, zumal das KGV des DAX bei 11,8 liegt. Anleger sollten vor allem die US-Konjunkturdaten weiter im Auge behalten. Nur wenn die Serie enttäuschender US-Daten endet und sich eine Konjunkturbelebung abzeichnet, werden die Aktien der deutschen Autohersteller aus dem Rückwärts- nachhaltig in den Vorwärtsgang umschalten können.



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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