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Marktkommentar: Igor de Maack (DNCA): Wöchentlicher Kommentar zu den Märkten (30. September 2016)
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Marktkommentar Igor de Maack (DNCA): Wöchentlicher Kommentar zu den Märkten (30. September 2016)

Nachrichtenquelle: Asset Standard
30.09.2016, 00:00  |  21   |   |   

Die zurückliegende Woche wurde von erneuten Schlagzeilen über den deutschen Bankensektor überschattet: Vor allem die Rekordstrafe für die Deutsche Bank machte Schlagzeilen. Igor de Maack kommentiert.

​Die zurückliegende Woche wurde von erneuten Schlagzeilen über den deutschen Bankensektor überschattet. Die für die Deutsche Bank aufgerufene Strafe (14 Mrd. US-Dollar) ruft den Anlegern wieder die Gefahr ins Bewusstsein, die von der Ausübung von Investmentbanking-Geschäften auf amerikanischem Boden ausgeht.

Darüber hinaus bringt sie auch den bereits durch die Dieselgate-Affäre bei Volkswagen stark angekratzten Mythos der ‚deutschen Qualität‘ ins Wanken. Paradoxerweise könnte das Ungemach der Deutsch-Banker den Weg für eine einvernehmliche Lösung der Probleme der italienischen Geldhäuser innerhalb des Euroraums freimachen. Ganz zu Recht hatte Matteo Renzi bereits darauf hingewiesen, dass es sich bei den Banken jenseits der Alpen nicht unbedingt um die am wenigsten soliden und rechtschaffenen Institute handelt. 

Für andere Sektoren verlief die vergangene Woche jedoch durchaus erfreulich. Die beim OPEC-Treffen in Algier überraschend gefallene Entscheidung, die Fördermenge um 750.000 Barrel pro Tag zu drosseln, ließ die Aktien der Ölwerte (der großen Mineralölkonzerne und Öldienstleister) zulegen. Nach den Banken in diesem Sommer kristallisiert sich somit ein neuer „Value“-Sektor heraus, der zumindest zu einem Teil die Gunst der Anleger zurückgewinnen und in deren Allokation folglich wieder eine größere Rolle spielen dürfte. 

Auch die rohstoffproduzierenden Länder dürften von dieser neuen Dynamik profitieren – schließlich waren die Kurse verschiedener Rohstoffe (Kohle, Palladium, Nickel und Metalle; siehe LME-Index) im Sog des seit Februar beobachteten Auftriebs beim Ölpreis ebenfalls wieder gestiegen. Angesichts des derzeit schleppenden Wachstums der Weltwirtschaft sind bestimmte Überkapazitäten abgebaut worden, insbesondere in China. 

Ein womöglich einsetzender Mini-Rohstoffboom könnte somit die Teuerungsrate anheizen, wobei der Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten bereits spürbar ist. Ein solches Umfeld könnte auch die in den USA bereits seit Monaten schwächelnde Investitionstätigkeit der Unternehmen (vor allem des Energiesektors) beflügeln. Was den Anleihemarkt betrifft, so haben die Zentralbanken die Anleger in einen Zustand völliger Starre versetzt, aus dem sie sich heute nur schwer wieder befreien können. Der nächste Termin, auf den es jetzt ankommt, wird die Fed-Sitzung im Dezember sein, bei der die Entscheidung über eine weitere Leitzinsanhebung fallen dürfte. Bis dahin werden die Anleger weiter zittern müssen – nicht nur an den Wahlurnen.

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Themen: Öl, Banken, Anleger


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