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Auch der Verfallstag bremst den DAX

Gastautor: Sven Weisenhaus
15.11.2016, 10:22  |  557   |   |   

Momentan lassen sich die Märkte mit der Jahresendrally aber immer noch Zeit. Der DAX steckt weiterhin in seiner Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate fest. Gestern Heute hat er – wie schon am vergangenen Donnerstag – erneut deren Oberkante bei rund 10.800 Punkten getestet. Und es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass dies auch noch bis zum Wochenende so bleibt.

Grund dafür ist der Verfallstag in dieser Woche. Dazu das Verfallstagsdiagramm für November – übrigens ein weiteres kostenloses Tool auf unserer Webseite.

Verfallstagsdiagramm November

Bisher machte es wenig Sinn, daraus Verfallstagsprognosen abzuleiten, weil eventuelle Turbulenzen nach der US-Wahl diese schnell wieder zu Makulatur hätten machen können. Und tatsächlich gab es in der vergangenen Woche einige größere Änderungen in den Positionierungen.

So verdreifachte sich z.B. die Anzahl der Calls (blaue Säulen) bei 10.800 Punkten nahezu. Fast exakt auf diesem Niveau verläuft auch der Oberkante der aktuellen Seitwärtsbewegung. Damit ist klar: Der DAX dürfte in den nächsten Tagen bei diesem Niveau gedeckelt sein. Ein Ausbruch nach oben ist unwahrscheinlich – und zwar aus zwei Gründen.

Zwei Gründe, warum der DAX weiter stagniert

Erstens kommt das übliche Muster zum Tragen: Die Stillhalter sind daran interessiert, diese Calls nicht ins Geld laufen zu lassen. Sie werden daher versuchen, den DAX unter dieser Marke zu halten. Das könnte ihnen vergleichsweise leicht gelingen. Denn beim Blick auf die Umsätze für diesen speziellen Call zeigt sich, dass die Anleger in der vorigen Woche rund 1,3 Mrd. Euro allein in diese einzelne Option gesteckt haben. Das ist rund ein Viertel dessen, was zuvor seit Auflage dieser Option im August in diesen Call investiert wurde.

Sprünge in dieser Größenordnung können zum einen nur Großinvestoren auslösen. Und wenn sie das an derart neuralgischen Marken tun, wie der Oberkante einer offensichtlichen Seitwärtsbewegung, dann rechnen sie zum anderen nicht mit weiteren Kursanstiegen. Mit den gekauften Optionen wollen sie sich eher gegen einen weiteren kurzfristigen Kursanstieg „absichern“. Tatsächlich warten sie aber ab, gehören also nicht zu den Käufern am Aktienmarkt.

Damit ist - zweitens - also eine relative große Anlegergruppe zurückhaltend, so dass kurzfristig eher ein geringer Aufwärtsdruck erwartet werden kann. Dazu passt auch das zweimalige Abprallen der Kurse von der 10.800er Marke. Doch Achtung! Wie immer gilt auch: Wenn es den restlichen Bullen dennoch gelingt, die Kurse bis Freitag über die 10.800 Punkte zu treiben, dann kommt zusätzlicher Aufwärtsdruck durch die Absicherungsgeschäfte der Stillhalter auf.

Auch nach unten sind die Kurse gut abgesichert

Dieser könnte die Kurse schnell noch weiter nach oben treiben, z.B. bis zur 11.000-Punkte-Marke, bei der die nächste größere Call-Position liegt. Wenn auch dann die Bullen keine Pause einlegen, wäre die 11.200er Marke das nächste Kursziel. Allerdings halten wir einen derart dynamischen Anstieg innerhalb weniger Tage für sehr unwahrscheinlich.

Auf der Unterseite liegt mit Blick auf die Verfallstagspositionierung eine erste Unterstützung bei 10.600 Punkten. Und etwa in diesem Kursbereich (10.600 bis 10.800 Punkte) bewegten sich die DAX-Kurse seit Donnerstag. Es spricht einiges dafür, dass dies auch bis zum Verfallstag so bleibt. Wenn die Kurse jedoch unter 10.600 Punkte fallen, dann befinden sich zwischen 10.400 und 10.200 Punkten weitere starke „Verfallstagsunterstützungen“. Damit sollte also die aktuelle Seitwärtsbewegung auch in dieser Woche Bestand haben.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

(Quelle: www.stockstreet.de)

Wertpapier: DAX

Themen: Aktien, DAX, Anleger


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Sven Weisenhaus ist seit Trader und Börsenexperte. Seine Erfahrungenund Analysen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Börsenpublikationen. Unter anderem veröffentlicht er seit Dezember 2012 den kostenlosen Börsendienst "Geldanlage-Brief". Zudem gehört er seit einigen Jahren zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort seit Anfang 2016 für den kostenlosen Börsendienst "Börse - Intern".

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