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Rohstoffe: Gold und Silber unter starkem Verkaufsdruck
Foto: www.commerzbank.de

Rohstoffe Gold und Silber unter starkem Verkaufsdruck

Gastautor: Eugen Weinberg
15.11.2016, 11:18  |  1695   |   |   

Edelmetalle: Gold und vor allem Silber standen gestern nochmals stark unter Verkaufsdruck. Gold fiel am Nachmittag zeitweise auf 1.212 USD je Feinunze, Silber auf 16,6 USD je Feinunze. Erst gegen Handelsende gab es eine leichte Erholung, so dass schlussendlich für gestern ein Minus von 0,5% (Gold) bzw. 2,5% (Silber) zu Buche stand. Durch die zuletzt deutlich schlechtere Preisentwicklung von Silber im Vergleich zu Gold ist das Gold/Silber-Verhältnis wieder auf über 72 gestiegen. Letzte Woche lag es noch bei knapp 68. Die Gold- und Silber-ETFs verzeichneten gestern weitere Abflüsse, was wohl zum Preisrückgang der beiden Edelmetalle beigetragen hat. Laut CFTC-Statistik wurden die spekulativen Finanzanleger auf dem falschen Fuß erwischt. Denn in der Woche zum 8. November hatten sie ihre Netto-Long-Positionen bei Gold und Silber weiter auf 5-Wochenhochs aufgebaut. Seitdem sind die Preise jedoch stark gefallen, so dass einige spekulative Finanzinvestoren mittlerweile wohl die Reißleine gezogen und Positionen geschlossen haben.
Johnson Matthey, der weltweit größte Verarbeiter von Platin und Palladium, hat gestern seine Marktbilanzschätzungen für Platin und Palladium revidiert. Im Vergleich zur letzten Schätzung wurde für 2016 bei Platin das erwartete Angebotsdefizit auf 422 Tsd. Unzen mehr als halbiert. Das Defizit bei Palladium wurde um knapp ein Viertel auf 651 Tsd. Unzen gesenkt. Während der Palladiummarkt laut Johnson Matthey auch im nächsten Jahr ein Angebotsdefizit aufweisen soll, soll es am Platinmarkt erstmals seit sechs Jahren wieder einen Überschuss geben.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD0UKH Bull Gold Hebel 7,8
CD2V6X Bear Gold Hebel 7,8

Industriemetalle: Während sich die Industriemetalle gestern und auch heute Morgen anfänglich noch gut gehalten haben und Zink und Blei sogar deutlich zulegten – Zink markierte bei 2.685 USD je Tonne kurzzeitig fast ein 7-Jahreshoch – stehen sie mittlerweile merklich unter Druck. Kupfer verliert etwa 3% auf 5.400 USD je Tonne. Die gestern veröffentlichten CFTC-Daten haben einen guten Vorgeschmack auf die Positionierungsdaten der LME heute Nachmittag gegeben. Denn laut CFTC-Statistik wurden an der Comex in New York in der Woche zum 8. November die Netto-Long-Positionen bei Kupfer im Wochenvergleich um über 150% auf ein Rekordhoch von 59,3 Tsd. Kontrakten ausgeweitet. Der Großteil des Preisanstieges, der Kupfer zwischenzeitlich auf über 6.000 USD je Tonne katapultierte, erfolgte aber erst nach dem Datenstichtag. Die Netto-Long-Positionen dürften daher mittlerweile deutlich höher sein. Die LME-Daten umfassen die gesamte letzte Woche. Die Daten machen deutlich, dass der starke Preisanstieg von Kupfer maßgeblich spekulativ getrieben war. Wir sehen daher weiterhin Korrekturpotenzial für den Kupferpreis.
Der nächstfällige Eisenerz-Future an der SGX Asiaclear in Singapur bricht heute um knapp 10% auf gut 68 USD je Tonne ein. Gestern noch markierte er in der Spitze bei über 80 USD den höchsten Stand seit gut zwei Jahren. In China stehen die Eisenerz- wie auch die Stahlpreise ebenfalls deutlich unter Druck. Wie bei den Metallen war wohl auch bei Eisenerz der Preisanstieg zuvor stark spekulativ getrieben, so dass sich Korrekturpotenzial aufgebaut hatte.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4PQM Bull Copper Future Dec 16 Hebel 7,0
CE4PQS Bear Copper Future Dec 16 Hebel 7,8

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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