DAX+1,04 % EUR/USD-0,45 % Gold-0,14 % Öl (Brent)-0,37 %

Wirecard mit neuem Ziel

Gastautor: Daniel Saurenz
24.11.2016, 14:00  |  467   |   |   

Frankfurt_BörseRuhig geworden ist es um Wirecard. Nach dem heftigen Crash im Sommer notiert die Aktie wieder exakt um das Niveau zum Jahreswechsel. Zwischenzeitlich betrug das Minus auf Jahressicht 30 Prozent. Nun hat Wirecard endgültige Zahlen vorgelegt. Die Analysten der Baader Bank sehen die Aussichten der Aktie positiv. Man hat das Kursziel nach endgültigen Zahlen von 57 auf 62 Euro angehoben und die Einstufung auf “Buy” belassen. Das neue Kursziel basiere nun auf seinen Schätzungen für 2017, die über den Markterwartungen lägen, erläuterte Analyst Knut Woller in einer Studie vom Donnerstag. Damit toppe er auch das obere Ende der Spanne des Konzernausblicks für das operative Ergebnis (Ebitda). Aus Sicht des Experten sind in der Aktie des Zahlungsdienstleisters die soliden Fundamentaldaten bislang noch nicht eingepreist.

Heute um 18.30 startet unsere neue Reihe “OpernTurm Live” - hier die Anmeldung…

Beim DAX regt sich am Donnerstag wenig. Auch das ifo-Geschäftsklima konnte den Index nicht aus seiner Lethargie wecken. Wir stellen die Einschätzung der VP-Bank vor und blicken auf die Charts:

“Der ifo-Geschäftsklimaindex verbleibt auf seinem revidierten Vormonatsniveau von 110.4 Punkten. Die aktuelle Lage wird besser als im Vormonat eingeschätzt. Der Ausblick trübt sich hingegen etwas ein. 

Lesen Sie auch: Der nächste Sieg der Populisten?

Konjunktur_AutoEin weiterer Anstieg des Konjunkturbarometers wäre eine Riesenüberraschung gewesen, hätte es doch signalisiert, dass die deutsche Wirtschaft einen Mini-Boom vor sich hätte. Der unveränderte ifo-Index signalisiert vielmehr, dass die Bäume für die deutsche Konjunktur 2017 nicht in den Himmel wachsen. Zwar hat sich zuletzt das weltwirtschaftliche Umfeld aufgehellt, was den Exportunternehmen Hoffnung gibt, doch von neu entfachter Dynamik kann keine Rede sein. Schließlich verbleibt auch noch die Unsicherheit „Trump“. Noch ist unklar, welche Auswirkungen „America first“ auf bundesdeutsche Unternehmen haben wird.

Insgesamt muss es uns um das Wirtschaftswachstum aber nicht bange sein. Wie die Details zum deutschen BIP heute Morgen gezeigt haben, ist die Binnenwirtschaft auf Kurs. Höhere Staatsausgaben, spendierfreudige Konsumenten und eine gut laufende Bauwirtschaft halten die deutsche Volkswirtschaft auf Kurs. Daran wird auch Donald Trump nichts Grundsätzliches ändern.”

Unsere Chartanalyse:

Die zähe Seitwärtsbewegung der Vortage ist noch nicht vorbei. Wenn der Markt sich für eine Richtung entscheidet, dürfte es dafür aber anschließend sehr schnell gehen.

Seit August laufend die Kurse ohnehin schon in einer Tradingrange, deren Untergrenze bei rund 10.200 und deren Obergrenze bei 10.800 liegt. Doch in den vergangenen beiden Wochen verengte sich diese Handelsspanne noch weiter, da nun bereits Rückschläge an den Monatsdurchschnitt (blaue Kurve) um 10.600 regelmäßig zu starken Käufen führen. Diese schmale 200-Punkte-Range dürfte der Deutsche Aktienindex kaum mehr lange durchhalten können.

chart1-1

Je länger eine Seitwärtsbewegung anhält, desto schwungvoller erfolgt erfahrungsgemäß der darauf folgende Ausbruch – darin entlädt sich die angestaute Erwartungshaltung der Investoren. Niemand möchte nach einer langen Phase der Trendlosigkeit den anschließenden Bewegungsimpuls verpassen. Doch selbst auf die Gefahr hin, beim nächsten Schub nicht dabei zu sein, sollten sich vorsichtige Anleger jetzt zu nichts hinreißen lassen. Erst wenn auch ein Schlusskurs deutlich über oder unter einer der charttechnisch wichtigen Grenzen zustande kommt, steigt die Trefferwahrscheinlichkeit ausreichend, um ein Engagement zu wagen.

chart2

Bisher ist noch völlig unklar, wohin der nächste kurzfristige Trend weisen wird. Aus der längerfristigen Perspektive bleibt dagegen unverändert eine Aufwärtsbewegung zu beobachten. Erkennbar ist dies an der Serie steigender Zwischentiefs und Zwischenhochs im Tageschart, die sich sogar sehr anschaulich linear – also durch Trendlinien (grün punktiert) – verbinden lassen. Auch die Rückeroberung des viel beachteten 200-Tage-Durchschnitts (violett) und dessen anschließende Verteidigung untermauern dieses Gesamtbild: Während bis Ende Juli Ausflüge des Index über diesen Mittelwert regelmäßig zu Verkäufen genutzt wurden, kehrte sich dieses Marktverhalten anschließend ins Gegenteil um. Nun sind Rücksetzer an den bei aktuell rund 10.150 Punkten verlaufenden Mittelwert eher Kaufchancen.

Dies lässt auch für die Zukunft hoffen, schließt kleinere Rücksetzer innerhalb des Aufwärtstrends aber auch weiterhin nicht aus. Für vorsichtige Anleger bleibt somit nur, abzuwarten bis ein Ausbruch zustande kommt. Nur besonders Mutige nutzen Rückschläge in Richtung 10.600 oder 10.500 für erste Teil-Engagements auf der Long-Seite, mit denen sie sich verhältnismäßig billig bereits jetzt in Richtung des langfristigen Trends positionieren können.

Diese Chartanalyse stellen wir Ihnen gemeinsam mit Index-Radar zur Verfügung. Wenn Sie uns oder ihn unterstützen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie sich den Premium-Bereich von Index-Radar einmal ansehen. Hier geht`s dorthin…



Verpassen Sie keine Nachrichten von Daniel Saurenz

Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel