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Wird das Pixel für Google ein 4-Milliarden-Geschäft?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.11.2016, 14:52  |  437   |   |   
Googles Mutterunternehmen Alphabet gehört zu den beliebtesten Investitionen unter Milliardären. Foto: The Motley Fool

Alphabets (WKN:A14Y6H) neues Google Pixel sieht nach einem starken Premium-Smartphone mit dem Betriebssystem Android aus, auch wenn ein paar Features fehlen, die anderen Geräte aus demselben Segment aufzeigen, darunter Wasserbeständigkeit und drahtloses Laden. Es ist das erste Smartphone, das komplett von Google designed wurde (die Produktion wird von HTC übernommen).

Nun, Morgan Stanley hat einen neuen Report vorgelegt, der besagt, dass das Pixel für Google im nächsten Jahr etwa 3,8 Milliarden Dollar Umsatz bringen könnte. Dazu müsste man nach den Schätzungen der Experten 5 bis 6 Millionen Geräte verkaufen. Und dieser Umsatz käme noch einmal auf die 2 Milliarden Dollar Umsatz, den man für das Q4 erwartet, die Zeit nach dem Produkt-Launch im Oktober.

Aber wie realistisch sind diese Schätzungen?

Vertriebsstau

Auch wenn das Pixel sich vom Vorgänger Nexus unterscheidet, ist der Prozess doch ähnlich: Google will das Pixel vorrangig über den eigenen Online-Kanal vertreiben, auch wenn Verizon es im stationären Handel anbietet. Das wäre dann auch der einzige große Anbieter für das Pixel, auch wenn man es natürlich bei allen anderen Anbietern verwenden kann. (Die Version ohne Simlock ist in den USA für mit allen vier großen Netzanbietern verwendbar.)

Damit hätten wir auch schon das eine große Problem für das Gerät angesprochen: die Verbreitung. Echte Android-Fans werden sicherlich kein Problem damit haben, direkt über Google zu kaufen, um das echte, „reine“ Android-Gefühl zu bekommen. Allerdings geht der Mainstream-Kunde doch eher in den Laden, wenn es an der Zeit ist, ein neues Telefon zu besorgen. Und diese Gruppe stellt immer noch mehr als die Hälfte aller Gesamtkunden in den USA dar. Im Handel erwartet einen nach wie vor eine große Auswahl an Geräten sowie die Möglichkeit, den dazugehörigen Vertrag nach den eigenen Vorstellungen auszuwählen.

Das Pixel ist auch nicht in allen Ländern erhältlich, lediglich in Australien, Kanada, Deutschland, Großbritannien und den USA. In diesen Ländern hat Google Partnerschaften mit Netzanbietern eingehen können, allerdings sind die USA nach wie vor mit Abstand der größte Markt.

Wegen dieser nicht gerade flächendeckenden Verbreitung war und ist der Vorgänger Nexus eben immer ein Nischenprodukt. Dasselbe Schicksal erwartet wohl auch das Pixel.

Die guten Nachrichten

Trotzdem gibt es ein paar Zahlen, die Anlass zu Optimismus geben. Kurz nach dem Produkt-Launch hat Google verkündet, dass die ersten Vorbestellungen die Erwartungen übertroffen hätten und das Inventar schnell ausverkauft war. Derzeit ist das 5,5-Zoll Pixel XL wieder ausverkauft.

Die Drittanbieter-Forscher Wave 7 haben herausgefunden, dass die Absätze vom Pixel bei Verizon stark waren, dass dort im Vormonat 8 % der Aktivierungen vorgenommen worden sind, nicht zuletzt dank starker Werbung und anderer Kampagnen. Die Aktivierungen, die über andere Anbieter passierten, waren im Vergleich dazu laut Wave 7 eher zu vernachlässigen – auch, wenn man sein Pixel zu den Anbietern mitbringen und verwenden kann.

Es kommen noch weitere Android-Smartphones

Google hat nie richtig klargemacht, wie die Nexus-Geräte performt haben. Man hat sie immer unter „Other Revenues“ geführt. Und diese anderen Umsätze konnten im vergangenen Quartal 2,4 Milliarden Dollar einfahren, ein Plus von 40 % gegenüber dem Vorjahr. Allerdings kann man einen Großteil des Wachstums dem wachsenden Hardware-Portfolio verdanken, sowie den Verkäufen von Inhalten über den Google Play Store. Man muss auch sagen, dass Google zugegeben hat, dass die Verkäufe vom Nexus in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind.

Außerdem sollte man auf dem Schirm haben, dass Samsung im Frühjahr sein neues Galaxy S vorstellen wird. Und das wird extrem wichtig für den Konzern aus Südkorea, will man doch das Debakel mit dem Galaxy Note 7 vergessen machen. Es darf erwartet werden, dass das Marketing nichts unversucht lassen wird.

Generell ist zu beobachten, dass die meisten Android-Smartphones sich besonders stark um den Launch herum verkaufen, dann schnell im Preis herabgestuft werden. Das Pixel bekommt derzeit große Aufmerksamkeit, aber man darf nicht davon ausgehen, dass sich der Hype durch das gesamte Jahr 2017 ziehen wird. In den letzten 5 Jahren hat Google recht erwartbare Produktzyklen mit dem Nexus eingehalten, indem man Herbst für Herbst neue Geräte an den Markt gebracht hat. Jetzt ist Google tiefer im Smartphone-Biz als je zuvor, und das dürfte auch so weitergehen. Soll heißen: Es wird nicht leicht werden, die Erwartungen von Morgan Stanley zu erfüllen, sollte aber auch nicht ganz unwahrscheinlich sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A und C).

Dieser Artikel von Evan Niu erschien am 28.11.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Alphabet (C)


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