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Rohstoffe: Gold erholt sich leicht – Ölpreis weiter stark spekulativ getrieben
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Rohstoffe Gold erholt sich leicht – Ölpreis weiter stark spekulativ getrieben

Gastautor: Eugen Weinberg
19.12.2016, 11:20  |  1563   |   |   

Energie: Die spekulativen Finanzanleger haben ihre Netto-Long-Positionen bei WTI in der Woche zum 13. Dezember um 32,2 Tsd. auf 274,8 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Das war der vierte Wochenanstieg in Folge. Während dieses Zeitraums haben sich die Wetten auf einen steigenden WTI-Preis mehr als verdoppelt. Der Preisanstieg seit der OPEC-Sitzung war somit stark spekulativ getrieben. Angesichts des hohen Optimismus der Finanzanleger – das Niveau der Netto-Long-Positionen liegt aktuell auf dem höchsten Stand seit Juli 2014 – besteht u.E. ein erhebliches Korrekturpotenzial, sollten die Ölproduzenten die versprochenen Produktionskürzungen nicht oder nur teilweise umsetzen.
Eine interessante Beobachtung lässt sich bei der Entwicklung der Brent-Terminkurve in den letzten vier Wochen machen (Grafik 10, Seite 4). Während das vordere Ende der Kurve aktuell 7 USD über dem Niveau von vor vier Wochen notiert, handelt das hintere Ende der Terminkurve 1 USD darunter. Die Marktteilnehmer erwarten also niedrigere Ölpreise in der fernen Zukunft, obwohl oder gerade weil sie deutlich höhere Preise in der nahen Zukunft erwarten. Denn durch die höheren Preise jetzt wird das Bohren nach Öl wieder interessant, was ein höheres Ölangebot in der Zukunft bedeutet. Abzulesen ist dies bereits seit Wochen an der steigenden Bohraktivität in den USA. Laut Baker Hughes stieg die Zahl der aktiven Ölbohrungen in der letzten Woche um 12 auf 510. Das war der 26. Anstieg in den letzten 29 Wochen. Die Bohraktivität liegt damit inzwischen fast wieder auf dem Niveau des Vorjahres.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE5NGC Bull Oil WTI Light Crude Future Feb 2017 Hebel 10,0
CE47WN Bear Oil WTI Light Crude Future Feb 2017 Hebel 5,0

Edelmetalle: Gold steigt zum Wochenauftakt auf 1.140 USD je Feinunze und setzt damit die am Freitag begonnene Preiserholung fort. Auch in Euro gerechnet verteuert es sich etwas auf 1.090 EUR je Feinunze. Unterstützung erhält Gold von leicht rückläufigen Anleiherenditen und einem marginal schwächeren US-Dollar. Auch könnten einige Marktteilnehmer das niedrige Preisniveau zu Käufen genutzt haben, zumal Gold aus technischer Sicht überverkauft ist. In der Woche zum 13. Dezember hatten sich die spekulativen Finanzinvestoren bei Gold laut CFTC-Statistik nochmals deutlich zurückgezogen. Sie hatten ihre Netto-Long-Positionen um 17% auf 68,7 Tsd. Kontrakte reduziert, den niedrigsten Stand seit Anfang Februar. Seit Beginn des Rückzugs der spekulativen Finanzanleger vor fünf Wochen wurden die Netto-Long-Positionen um 60% abgebaut. Der Goldpreis war in dieser Zeit um gut 9% gefallen. Da der Goldpreis nach dem Stichtag nochmals deutlich nachgab, dürften die Netto-Long-Positionen seither weiter abgebaut worden sein. Auch bei den Gold-ETFs setzten sich die Abflüsse bis zuletzt fort. Am Freitag wurden die Bestände den 26. Handelstag in Folge abgebaut – diesmal um 7,4 Tonnen. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs insgesamt liegen damit erstmals seit Anfang Juni wieder unter 1.800 Tonnen. Bei den Silber-ETFs und Palladium-ETFs gab es mit knapp 83 Tonnen bzw. gut 10 Tsd. Unzen ebenfalls Abflüsse. Im Gegensatz zu Gold gab es bei Silber in der CFTC-Berichtswoche aber einen Aufbau der Netto-Long-Positionen um 13% auf 45,9 Tsd. Kontrakte. Damit wurden die spekulativen Finanzinvestoren aber wohl auf dem falschen Fuß erwischt, denn der Silberpreis ist seit dem Datenstichtag um knapp 5% gefallen.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4QBQ Bull Gold Hebel 12,1
CE4QBV Bear Gold Hebel 9,8

Industriemetalle: Die Metallpreise stehen auch zu Beginn der neuen Handelswoche unter Druck, nachdem sie schon die letzte Woche mit deutlichen Verlusten beendet hatten. Kupfer fällt heute Morgen unter 5.600 USD je Tonne, Zink rutscht unter 2.700 USD je Tonne und Nickel verbilligt sich auf 11.100 USD je Tonne. Offenbar nehmen jetzt doch einige Marktteilnehmer Gewinne mit, nachdem die Metallpreise in den letzten Wochen so stark gestiegen waren. Laut CFTC-Statistik haben die spekulativen Finanzinvestoren in der Woche zum 13. Dezember bei Kupfer an der Comex in New York ihre Netto-Long-Positionen aber nochmals auf ein neues Rekordhoch von 87,1 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Dem Kupferpreis gab dies jedoch keine Unterstützung mehr – der war in der Berichtswoche um gut 3% gefallen.
Der globale Markt für Nickelraffinade wies gemäß Daten der International Nickel Study Group im Oktober einen leichten Angebotsüberschuss auf. Von Januar bis Oktober bestand jedoch ein Defizit von 58,6 Tsd. Tonnen. Auffällig war, dass die globale Nickelminenproduktion im Oktober im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunken ist, was fast ausschließlich auf einen Rückgang der Minenproduktion auf den Philippinen zurückzuführen war, welche sich im Monatsvergleich nahezu halbierte. Dies wiederum dürfte der Schließung zahlreicher Minen im Zuge der umweltpolitischen Überprüfung geschuldet sein. Weitere Ergebnisse der Untersuchung will die philippinische Regierung jetzt erst im Januar bekanntgeben.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4PQN Bull Copper Future Mar 17 Hebel 8,3
CR5R4T Bear Copper Future Mar 17 Hebel 4,8

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Wertpapier: Öl (Brent), Gold, Platin, Palladium, Aluminium, Nickel, Kupfer, Zink


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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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