DAX-0,15 % EUR/USD-0,27 % Gold+0,90 % Öl (Brent)0,00 %

Siebenstellige Summen mit Mitte 20 Diese Berufsgruppe lässt Hedgefondsmanager in Gehaltsfragen zunehmend alt aussehen

27.12.2016, 15:20  |  3331   |   |   

Für ihre Erfahrung und ihr Bauchgefühl wurden Hedgefonds-Manager bislang noch fürstlich belohnt. Nun müssen sie jedoch verstärkt mit ihren Kollegen aus der Datenverarbeitung konkurrieren. Deren Gehalt geht teilweise in die Millionenhöhe. 

Als neue "Master of the Universe" könne man sie zwar noch nicht bezeichnen, aber sie befänden sich gerade eindeutig auf dem Weg dorthin, erklärte der Personalberater Alexey Loganchuk, von Upgrade Capital gegenüber "Bloomberg". Gemeint sind die Daten-Wissenschaftler, also Experten, die sich auf das interdisziplinäre Fachgebiet der Data-Science spezialisiert haben. Hierbei kommen verschiedene Theorien und Techniken aus der Mathematik, der Statistik und der IT zum Einsatz, um aus extrem großen Datenbeständen Handlungsempfehlungen (zum Beispiel für Anlagestrategen) abzuleiten. 

Teures Wissen

Es scheint, als würden Personaler zunehmend lieber auf solche faktenbasierte Hypothesen setzen, denn auf die Intuition ihrer Hedgefondsmanager. So versuchen Firmen mittlerweile mit unfassbar hohen Summen die Besten der besten Zahlenjongleure für sich zu gewinnen: Laut Loganchuk winken erfahrenen Daten-Wissenschaftlern Jahresgehälter zwischen 500.000 und 700.000 Dollar - "und je nach Background manchmal sogar dreimal so viel."

Zwar sei das noch lange nicht mit dem zu vergleichen, was Portfolio-Manager oder Partner eines Top-Fonds manchmal mit nach Hause nehmen dürften. Ein Blick auf die September-Umfrage vom Headhunter Odyssey Search Partners zeigt jedoch, dass sich bei dieser Berufsgruppe allmählich ein Einkommensrückgang abzeichnet. Demnach erwarteten Hedgefondsmanager oder Senior-Analysten mit siebenjähriger Erfahrung in diesem Jahr ein durchschnittliches Gesamtgehalt von 685.000 Dollar - das sind rund 14 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Dass es sich bei der Data-Science um ein relativ neues Feld handelt, spielt den Wissenschaftlern zusätzlich in die Hände. Denn dadurch braucht es nicht lange, bis die Hierarchiestufen vom Einsteiger bis zum Management durchlaufen sind. "Es gibt da draußen so einige Leute in den Mittzwanzigern, die siebenstellige Summen verdienen", sagte Loganchuk. 

Vom Hedgefonds abgeworben

Ein Beispiel ist Matt Ober. In seiner zukünftigen Position bei Third Point (ein vom Milliardär Dan Loeb geleiteter Hedgefonds) wird der Analyst ein stattliches Gehalt von über zwei Millionen Dollar kassieren. Das geht aus einer von seinem ehemaligen Arbeitgeber (World Quant) eingereichten Vertragsbruch-Klage hervor. Zwar befindet sich Ober mit seinen 32 Jahren nun nicht mehr in den Zwanzigern, doch dürfte es nur sehr wenig Leute in seinem Alter geben, die mit einem ähnlich hohen Salär aufwarten können. 

Den Unterlagen zufolge habe Ober seinerseits übrigens bestritten, dass die Vergütung von zwei Millionen Dollar garantiert sei. Nach eigenen Aussagen werde er lediglich ein Basisgehalt von 200.000 Dollar verdienen, so viel, wie es bei World Quandt auch gab. Hinzu kämen Bonus-Zahlungen. 

Neben Third Point will man sich auch beim Londoner Hedgefonds Winton Capital neue Daten-Wissenschaftler ins Boot holen. Für die geplanten 40 Mitarbeiter soll extra ein neues Wissenschaftszentrum in San Francisco errichtet werden. 

 

Was tun die eigentlich die ganze Zeit?: Überdruss im Überfluss: Investoren werden der "Arbeit" von Hedgefonds zunehmend müde


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel