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Hausse am US-Aktienmarkt lässt die letzten Bären aussterben

Gastautor: Daniel Saurenz
28.12.2016, 07:00  |  1056   |   |   

USA_Texas_VW_BMWDer S&P500 eilt von Rekord zu Rekord. Dabei sehen Investoren darüber hinweg, dass es durchaus etliche Belastungsfaktoren gibt. Selbst die Aussicht, dass die US-Notenbank im nächsten Jahr die Zinsen drei Mal anheben könnte und damit etwas stärker, als Investoren zuvor erwartet hatten, stört die Party kaum. Wie lange wird die Hausse noch weitergehen?

Verantwortlich dafür, dass die US-Notenbank die Geldpolitik etwas stärker verschärfen könnte, ist die Aussicht auf ein großes Konjunkturprogramm des designierten US-Präsidenten Donald Trump. Er will ein Infrastrukturprogramm von einer Billion Dollar auflegen und Billionenschwere Steuersenkungen durchsetzen. Laut dem „Committee for a Responsible Federal Budget“, einem überparteilichen Thinktank, würden dadurch die ohnehin kräftig steigenden Staatsschulden in den nächsten zehn Jahren, um zusätzliche 5,3 Billionen Dollar zulegen.

Achtung –  zum Jahresende haben wir unsere ISIN-Liste noch einmal prall gefüllt mit frischen Produkten auf verschiedenste Basiswerte. Hier eine kleine Auswahl:

 HVB Put Optionsschein auf S&P 500 (Price Return) Index- HU6KHR

S&P 500 Absicherungsput 2.250, 4/17 – DL8X5E

Capped Reverse Bonus auf den DAXPB3B83

Put Optionsschein auf NASDAQ 100 Index – VN4MLZ

Beachten Sie auch unsere aktuellen Investmentideen.

Dabei steigen die Schulden derzeit bereits um rund 900 Mrd. Dollar pro Jahr, wodurch sie zuletzt auf den Rekord von 19,9 Billionen Dollar gestiegen sind – das sind herbe 107 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Investoren setzen darauf, dass Trump die Wirtschaft kräftig ankurbeln und so die Inflation deutlich anheizen wird.

Aussicht auf sinkende Unternehmenssteuern beflügeln US-Aktienmarkt

S&P 500 auf ein Jahr

S&P 500 auf ein Jahr

Neben dem Infrastrukturprogramm werden die Unternehmen vor allem von den stark sinkenden Steuern profitieren. Die Analysten von Goldman Sachs machen folgende Rechnung auf. „Jede Veränderung der effektiven Steuerquote um einen Prozentpunkt erhöht den Gewinn je Aktie des S&P500 um 1,50 Dollar für 2017“, so die Analysten von Goldman. „Eine Veränderung des effektiven Steuersatzes auf 20 Prozent von aktuell 26 Prozent würde unsere Gewinnschätzung um acht Prozent auf 125 Dollar steigern.“

Heute Abend um 18 Uhr laden wir zum letzten mal in diesem Jahr zur Finanzmarktrunde – Hier gehts zur Anmeldung…

Der Konsens der Analysten ist noch bullischer. Er sagt ein Gewinnplus von 11,8 Prozent auf 131,8 Punkte voraus. 2018 soll es dann ebenso stark auf 147,3 Punkte nach oben gehen. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Analysten trotz des Wahlsiegs von Trump ihre Gewinnschätzungen für 2017 und 2018 bislang nicht angehoben haben. Offenbar wollen etliche Finanzprofis erst einmal sehen, wie das Konzept von Trump tatsächlich aussieht.

Möglicher Handelskrieg mit China wäre ein enormes Risiko

Asien_China_2Wenig Beachtung schenken Investoren hingegen derzeit dem Risiko, dass Trump einen Handelskrieg mit China anzetteln könnte. Trump wirft China vor, dass es den Renminbi künstlich schwach halte, Staatsfirmen stütze und so seine Wettbewerbsfähigkeit im Export verbessere. Das gehe zu Lasten gerade der US-Industrie. So lag das Außenhandelsdefizit der USA mit China im Jahr 2015 bei horrenden 365,7 Billionen Dollar. Damit macht es fast 70 Prozent des gesamten Handelsdefizits der USA aus. Sollte Trump seine Pläne in die Tat umsetzen, hätte das dramatische Folgen für die chinesische Wirtschaft. Laut den Berechnungen von Kevin Lai, Chefvolkswirt für Asien bei Daiwa Capital Markets, würden Einfuhrzölle von 45 Prozent auf chinesische Produkte – wie sie Trump fordert – zu einem Einbruch der chinesischen Exporte in die USA um 87 Prozent führen.

Spannende Analysen zu Rohstoffen, Indizes und diversen Einzelwerten finden Sie auch täglich in den Dailys der HSBC.

Das wäre ein Rückgang um horrende 420 Mrd. Dollar. Da China auf einen Handelskrieg seinerseits mit harten Maßnahmen reagieren würde, würde das die Perspektiven der US-Exportwirtschaft und damit der Wirtschaft insgesamt deutlich eintrüben, gerade für Firmen wie General Motors, geht doch mehr als ein Drittel des Absatzes von GM nach China.

Steigende Zinsen bremsen US-Wirtschaft deutlich

Börse_Konjunktur_USAWährend die Aussicht auf Trumps Konjunkturprogramm den S&P500 deutlich beflügelt, hat er gleichzeitig deutlichen Gegenwind: von den stark steigenden Zinsen. So sind die Schulden des privaten Sektors, also von privaten Haushalten und Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, zuletzt auf den Rekord von 47 Billionen Dollar gestiegen – das sind herbe 252 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Ein Zinsanstieg belastet vor allem die Hauskäufer und –finanzierer. Für jemanden, der eine Hypothek von 250.000 refinanzieren muss, bedeutet ein Zinsanstieg um 100 Basispunkte (einen Prozentpunkt) eine zusätzliche jährliche Zinsbelastung von 2.500 Dollar.

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iaa_Auto_OldtimerDer Dämpfer für die Konjunktur kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, zeigt doch bereits die Autoindustrie kräftige Bremsspuren. So drosseln nach Ford nun auch General Motors und Fiat Chrysler die Produktion.  Die Analysten von JPMorgan gehen davon aus, dass ein Zinsanstieg um 100 Basispunkte die Gewinne der S&P500-Unternehmen um 1,5 Prozent senken würden. Etliche Investoren warnen daher, dass weiter steigende Zinsen allmählich Gegenwind für den Aktienmarkt bedeuten könnten.

Lesen Sie auch: Jahresendrally am Limit – Nordex, Deutsche Bank im Fokus

Immerhin liegen die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen mit rund 2,5 Prozent deutlich über der Dividendenrendite des S&P500 von 2,1 Prozent, womit der Aktienmarkt allmählich etwas unattraktiver wird, gerade dividendenstarke Werte, wie Telekomfirmen und Versorger. Die Analysten von Goldman Sachs sehen den Schmerzpunkt für den S&P500 bei Zinsen von 2,75 Prozent für zehnjährige Anleihen. Der Anleihen-König Jeff Gundlach warnte zuletzt, dass es ab drei Prozent zu Turbulenzen am Aktienmarkt kommen werde.

Im zweiten Teil des Beitrags werden wir uns näher damit beschäftigen, welche Auswirkungen der stark steigende Dollar auf die US-Wirtschaft hat..

Wertpapier: DAX Bonus Reverse Cap 12.800 bis 2017/06 (BNP), S&P 500 Put 2.250 bis 2017/06 (HVB), US Tech 100 Put 5.000 bis 2017/06 (VON), S&P 500 Put 2.250 bis 2017/04 (DB)


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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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