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DAX - Candlesticks Szenarien im DAX, Euro mit Fehlausbruch, Bund-Future interessant

28.12.2016, 10:51  |  2931   |   |   

Börse ist einfach! Nach Ausbruch aus einer mehrwöchigen Kurs-Bandbreite Anfang Dezember mit Break der 10.800er-Marke konnte der DAX dynamisch ansteigen und erreichte innerhalb kürzester Zeit erste Kursziele bei ca. 11.430 Punkten. Diese Entwicklung war prognostizierbar, da entsprechend einem Volumenindikator, dem Price Volume Profile, in einem Bereich zwischen ca. 10.850 bis 11.250 Punkten kein nennenswerter Widerstand zu erwarten war.

Tageskerzen mit PVP - DAX

Zudem fungierte die obere Begrenzung eines nun fast erreichten Aufwärtstrendkanals in den Wochenkerzen als Kursziel. Am gegenwärtig erreichten Niveau pausiert nun der DAX. Die Vorweihnachtswoche war arm an Signalgebern und auch bis zum Jahresende werden keine nachhaltigen Impulse erwartet.

Wochenkerzen DAX

Für eine weitere Aufwärtsbewegung spricht hingegen die Stabilität des Marktes. Gewinnmitnahmen bleiben bislang aus. Dies könnte zwar als „Sorglosigkeit“ der Marktteilnehmer gedeutet werden und deutlich negative Impulse würden sodann den DAX wieder zurückwerfen. Doch derzeit sind entsprechend negative Impulse nicht zu erwarten. Die in Europa bestimmenden Wahlen sind in weiter Ferne, die US-Wahl ist abgehakt und die nahenden Brexit-Verhandlungen scheinen die Marktteilnehmer nicht zu verunsichern. So ergeben sich für die kommenden Wochen und Monate aus der gegenwärtigen Chartsituation für den DAX vier Szenarien.

Das positivste erste Szenario verspricht einen weiteren dynamischen Anstieg im DAX bis ca. 12.100 bis 12.390 Punkten. Dieses Szenario ist ableitbar entsprechend der nach oben gespiegelten Schwankungsbreite des im Sommer verlassenen Abwärtstrendkanals. Auch die jüngsten weißen Wochenkerzen der japanischen Candlestick-Methodik stützen den Markt und lassen weitere Gewinne zu. Als zweites Szenario wäre hingegen eine kurzfristige Pendelbewegung im Bereich zwischen 11.300/400 bis 11.600 Punkten zu erwarten, da der Markt leicht überkauft ist und kurz vor der oberen Begrenzung des seit Jahresanfang bestehenden Aufwärtstrendkanals notiert. Eine mehrwöchige Konsolidierung, eine Pause in der Aufwärtsbewegung zum Anfang des Jahres 2017 wäre so einzuplanen. Auch in Hinblick auf die Möglichkeit, dass nach der ersten Euphorie nun die US-Anleger auf die detaillierten Pläne der neuen US-Regierung warten. Als drittes Szenario wäre ein deutlicherer Rücksetzer zu erwarten, der jedoch im Bereich des Tiefs der jüngsten längeren weißen Wochenkerze vor zwei Wochen bei ca. 11.140 Punkten Unterstützung findet. In diesem Falle sollte sich eine Pendelbewegung im DAX mit  Widerstand bei ca. 11.430 Punkten und Unterstützung bei ca. 11.140 Punkten durchsetzen. Ein Break hingegen auch der 11.100 würde entsprechend der Methodik der Candlesticks im Bereich der Mitte der sehr langen weißen Wochenkerze vor drei Wochen auf Unterstützung treffen. Als viertes Szenario ergibt sich so die Möglichkeit, dass ein aktuell allerdings eher unwahrscheinlicherer kräftiger Rücksetzer in der Mitte der sehr langen weißen Wochenkerze vor drei Wochen in Verbindung mit der Marke von ca. 10.800/10.900 Punkten hier Unterstützung erfährt und sich sodann von diesem Niveau aus wieder in Richtung 11.100/11.300 Punkten bewegt. Hierbei dürfen die ersten beiden Szenarien als wahrscheinlicher als die beiden letzteren bewertet werden.

DAX - Tageslinienchart

Charttechnische Situationen ergeben jedoch nicht zu allen Zeitpunkten glasklare Signale. So konnte Anfang Dezember mit Ausbruch aus der Range eine sehr aussagekräftige Richtungsprognose mit Zielen bis 11.430 Punkten und der Chance auf weitere Zugewinne gegeben werden. Zum Einstieg wurde „geklingelt“ – eine eher seltene Ausnahme an der Börse. Die aktuelle Chartsituation indes zeigt sich nicht eindeutig, sowohl weiter anziehende Kurse in Richtung 12.000 Punkten (siehe auch Tageslinienchart mit weiterem Aufwärtspotenzial) als auch eine Konsolidierung wären nun zu erwarten.

EUR/USD

Mit Fragezeichen ist auch der derzeitige Ausbruch im Euro zu beurteilen. So ist der Kurs des Währungspaares EUR/USD aus einem langfristigen symmetrischen Dreieck nach unten heraus gefallen. Der langfristige Abwärtstrend ist intakt. Entsprechend der Schwankungsbreite des verlassenen Dreiecks können nun für den EUR/USD Kursziele unterhalb der Parität abgeleitet werden und selbst Kurse bis 0,80/0,75 EUR/USD wären möglich. Doch scheinbar will der Euro nicht nach unten. Deutliche Ausbruchsdynamik fehlte bislang in den vergangenen Handelstagen. So könnte sich der jüngste Ausbruch als Fehlsignal, als Bärenfalle durchsetzen. Da jedoch der Euro bislang schwächelt und auch aus einem seit Mai 2016 bestehenden Abwärtstrendkanal nach unten gefallen ist, würden neue Tiefs unter 1,0350 EUR/USD das ausgesprochen negative Szenario für den Euro bestätigen. Erst ein Wiederanstieg in das Dreieck hinein mit Kursen über 1,07 per Wochenschlusskurs würde die Annahme eines Fehlausbruchs, einer Bärenfalle begünstigen.

Bund-Future

Charttechnisch hingegen interessant ist die Entwicklung des Bund-Futures. Eine relevante Unterstützungszone wurde in den letzten beiden Wochen bestätigt. Im kurzfristigen Chartbild hat sich eine W-Formation, eine Trendumkehrformation ausgebildet. Weitere Hochs im aktuellen März-Kontrakt und ein Break der 164,50% lassen einen Test der 166% zu.

Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst wallstreet-online.de

 

www.wallstreet-online.de - Wirtschaftskalender

 

Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Eine Angabe von Kurszielen, potenziellen Kauf- oder Verkaufssignalen dient lediglich der Information und dient der Veranschaulichung entsprechend der Methodik der Chartanalyse. Die in den Beiträgen von Stefan Salomon besprochenen Werte können für den einzelnen Anleger je nach dessen Risikoprofil und finanzieller Lage nicht geeignet sein. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags in dem in diesem Beitrag besprochenen Wert/Werten investiert ist, direkt oder indirekt durch Finanzinstrumente. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: www.tradesignalonline.com sowie www.guidants.com.

Wertpapier: EUR/USD, BUND Future


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Stefan Salomon ist seit Mitte der 1990er-Jahre Technischer Analyst. Er gilt als der Spezialist in Deutschland für Candlesticks in Verbindung mit der Trend- und Formationsanalyse. Mit rund 20 Jahren Erfahrung ist Stefan Salomon gefragter Medienpartner und Vortragsredner (u.a. auch n-tv, DAF, diverse Zeitungen und Magazine). Sein Motto lautet: "Börse ist einfach"! In Seminaren und Webinaren sowie als Coach vermittelt "Mr. Candlestick" sein Wissen an Börsen-Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis gern weiter.

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