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Können die 4 größten DAX-Verlierer in 2017 wieder steigen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.01.2017, 21:58  |  1056   |   |   

Der Deutsche Aktienindex DAX hat 2016 das fünfte Jahr in Folge zugelegt. Am Jahresende stand ein Gewinn von 6,9 % in den Büchern. Aber wie das bei Indizes so ist, entwickelten sich die einzelnen Bestandteile höchst unterschiedlich. Die Aktie von adidas etwa legte um 67 % zu. Am Ende finden wir dagegen gleich vier Titel mit Verlusten von über 20 %. Was können ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777), Deutsche Bank (WKN: 514000) und Commerzbank (WKN: CBK100) sowie E.ON (WKN: ENAG99) vom neuen Jahr erwarten?

E.ON SE

Eines vorweg: E.ON ist gar nicht so schlecht, wie es auf dem Papier aussieht. Der Kursrückgang von 25 % im Jahr 2016 berücksichtigt nämlich nicht die Entflechtung von Uniper, bei der E.ON-Aktionäre für jeweils zehn Aktien ein Uniper-Papier zusätzlich erhielten. Somit ergibt sich ein Verlust von „nur“ 10,8 %, aber das ist auch kein Ruhmesblatt.

Der weiter voranschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien machte Abschreibungen auf die konventionellen Kraftwerke in Milliardenhöhe notwendig, die E.ON das Ergebnis kräftig vermiest und den Aktienkurs weiter auf Talfahrt geschickt haben. Sinkende Strompreise und das problematische Russland-Geschäft tun ihr übriges.

Vorhersagen für 2017 sind schwierig. Einerseits werden die Verpflichtungen aus der Entsorgung des Atommülls in einen Fonds der Bundesregierung übertragen, was E.ON erneut viel Geld kosten wird. Andererseits ist die Ungewissheit über diese Altlasten weg und das Sparprogramm des E.ON-Vorstands sollte erste Früchte tragen.

Auf jeden Fall bleibt die Aktie spannend.

Deutsche Bank AG und Commerzbank AG

Was für ein Jahr liegt hinter den Aktionären der beiden größten deutschen Banken. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die überbordende Regulierung drücken deutlich auf die Erträge. Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie die vielen Prozesse, die vor allem die Deutsche Bank aufgrund ihres Fehlverhaltens in früheren Jahren durchzustehen hat. Wer erinnert sich nicht an Ende September, als der Kurs der Aktie sogar unter 10 Euro fiel, aus Angst, die zu erwartenden Strafen in den USA könnten die Existenz des Hauses gefährden.

Und danach die Rückkehr wie der Phoenix aus der Asche mit einem Kursanstieg um fast 75 % bis Jahresende – entspannte Aktienanlage sieht anders aus. Denn trotz dieser Gegenbewegung steht für 2016 ein Verlust von mehr als einem Fünftel zu Buche, ebenso wie bei der Commerzbank.

Für 2017 hellt sich das Umfeld etwas auf. Die Wahl von Donald Trump mit der erhofften Erhöhung der Ausgaben für Infrastruktur hat schon zu steigenden Zinsen geführt. Davon profitieren die Banken erheblich. Die Deutsche Bank einigte sich zudem mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung von 7,2 Milliarden Dollar, rund halb so hoch wie anfänglich befürchtet. Zwar bleiben weiterhin Rechtsrisiken bestehen, aber dieser Brocken ist aus dem Weg geräumt.

Amerikanische Institute konnten zudem von der Erwartung auf eine Lockerung der Regulierung profitieren. Es bleibt abzuwarten, ob die europäische Bankenaufsicht sich hier anschließt. Ich glaube es eher nicht. Auch die Auswirkungen des Brexit auf die Finanzplätze in London und Frankfurt sowie die Folgen der Bankenkrise in Italien sind alles andere als klar.

ProSiebenSat.1 Media SE

Das erste deutsche Medienunternehmen im DAX hatten wohl die Wenigsten auf dem Schirm, als es um die DAX-Schlusslichter ging. 21,7 % Verlust stehen für 2016 auf der Kurstafel. Und einen einleuchtenden Grund dafür gibt es eigentlich gar nicht, denn die Ergebnisse per 30. September waren ordentlich.

Möglicherweise spielt eine Rolle, dass die Aktie von ProSiebenSat.1 in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen war als der DAX. Hier könnten viele Anleger auch Gewinne mitgenommen haben, was den Kurs wieder auf ein vernünftiges Maß gedrückt hat. Zusätzlich belastete die Kapitalerhöhung im November den Kurs, denn der Gewinn der Gesellschaft verteilt sich nun auf mehr Aktien, was die Kennzahlen wie den Gewinn pro Aktie verschlechtert.

ProSiebenSat.1 mit einer interessanten Dividendenrendite von knappen 5 % sieht sich als führendes Unternehmen im deutschsprachigen Fernsehmarkt. Diese Stellung können die Münchner nutzen, um ihr digitales Angebot (weg.de, Verivox, Parship) regelmäßig zu bewerben und einem großen Zuschauerkreis bekanntzumachen.

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Peter Roegner besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Deutsche Bank, E.ON, Commerzbank, ProSiebenSat.1 Media


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