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Interview mit Bert Flossbach Moneymeets: Exklusivgespräch mit Bert Flossbach zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten

Gastautor: Dieter Fromm
17.01.2017, 09:00  |  2120   |   |   

Am 20. Januar wird Donald Trump neuer US-Präsident. Nach seiner Wahl ging es an den amerikanischen Aktienmärkten erst einmal nach oben. Warum Fondsmanager Bert Flossbach, Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, diese Aufwärtsbewegung für nicht nachhaltig hält.

 

Herr Flossbach, wo wird der S&P 500 Ihrer Meinung nach in einem Jahr stehen?
Punktgenaue Prognosen für den Dax oder anderen Indices kann ich Ihnen nicht geben. Solche Vorhersagen halte ich für wenig zielführend. Ich bin Vermögensverwalter und kein Hellseher! Viel sinnvoller ist es doch, über die Folgen aktueller Entwicklungen für die Märkte nachzudenken. Etwa über die Wahl Trumps zum US-Präsidenten.

Nach der US-Wahl im vergangenen November ging es an den US-Aktienmärkten vor allem nach oben. Wie lange hält die „Trump-Rally“ an den Börsen noch an? 
Vielleicht noch eine Weile. Die Aktienkurse steigen, weil Trump im Wahlkampf ankündigte, die Steuern zu senken und Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur zu investieren. Das würde höhere Gewinne für die Unternehmen bedeuten. Nachhaltig ist die Börsenentwicklung unseres Erachtens aber nicht.

Wieso nicht?
Bei einem Konjunkturimpuls dürften auch die Inflationserwartungen steigen. In der Folge dürfte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins wie zuletzt im Dezember weiter erhöhen - während andere wichtige Notenbanken wie die Europäische Zentralbank oder die Bank of Japan an ihrer Nullzinspolitik festhalten müssen.

Und dann? Was wären die Folgen? 
Der US-Dollar würde aufwerten, weil Investoren aus der ganzen Welt in US-Anleihen und –Aktien investieren. Eine starke Währung kann aber zu einem Problem für die US-Wirtschaft werden, weil die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen leidet. Der Zinsanstieg und die Aufwertung des US-Dollar haben also eine natürliche Grenze. Im schlimmsten Fall kann Amerikas Wirtschaft sogar in eine Rezession stürzen. Darauf könnte die Fed sogar mit einem niedrigeren Leitzins reagieren. Es wäre das genaue Gegenteil ihrer jetzigen Ankündigung.

Das klingt nach schwierigen Zeiten. Aber viele Investoren sehen das offenbar anders …
Die Risiken werden aktuell eher ausgeblendet. Anleger schätzen zwar Trumps Steuer- und Investitionspläne geht, glauben aber nicht, dass er auch seine protektionistischen Ideen in die Tat umsetzen wird. Außerdem dürfte jeder, der sein Geld in konjunktursensible amerikanische Aktien umschichten wollte, das bereits getan haben. Die Rotation von defensiven in zyklische Aktien halten wir für weitgehend abgeschlossen. Wer jetzt noch auf den Trend aufspringt, ist vermutlich zu spät dran.

Also Finger weg von Industrie- und rohstoffnahen Werten. Kommt es zu einem Comeback der Qualitätsaktien, also der großen und soliden Titel?
Das werden wir sehen. Schon in den vergangenen Wochen waren Titel solider und ertragreicher Unternehmen wieder stärker gefragt. Im aktuellen Umfeld halten wir sie für sehr sinnvolle Investments. Natürlich sind auch sie nicht immun gegen alle Risiken, aber schwierige Zeiten überstehen sie weitgehend schadlos. Das gilt etwa für Titel stabiler Konsumgüterhersteller. Als Ersatz für Anleihen können Anleger hier seit Jahren attraktive Dividendenrenditen erzielen. In Erwartung eines deutlichen Konjunkturimpulses haben Anleger nach der Trump-Wahl solche defensiven Aktien aber gegen konjunktursensitive Titel getauscht. Wir haben hingegen eher aufgestockt, wenn niedrigere Kurse Einstiegschancen geboten haben. 

Das Umfeld an den Märkten hat auch den Goldpreis belastet. Sie waren beim Multi-Asset-Fonds Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities Ende November zu mehr als zwölf Prozent in Edelmetalle investiert. 
Für kurzfristig orientierte Anleger hat Gold seinen Reiz aktuell etwas verloren. Seit der US-Wahl sind rund 200 Tonnen aus Gold ETFs abgeflossen. Wir sehen Gold jedoch sehr viel strategischer und sind bereit, temporäre Preisrückschläge zu akzeptieren. 

Welche Funktion hat Gold in Ihren Depots? 
Gold ist im Gegensatz zu Geld nicht beliebig vermehrbar. Das Edelmetall ist aber mehr als ein Inflationsschutz. Als Währung der letzten Instanz ist es eine Versicherung gegen einen möglichen Vertrauensverlust in das Geldsystem. Das Verlustrisiko vom jetzigen Niveau halten wir eher für begrenzt.

Herr Flossbach, vielen Dank für das Gespräch!

 

Bert Flossbach verantwortet den elf Milliarden Euro schweren Mischfonds Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities. Seine Anleger erzielten in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt 9,8 Prozent Performance per annum. Morningstar bewertet das Portfolio über die Zeiträume drei, fünf und zehn Jahre mit der Höchstnote von fünf Sternen. Ein Kritikpunkt sind die Fondsgebühren. So werden eine Performancegebühr und bis zu fünf Prozent Ausgabeaufschlag verlangt. Letzteren können sich Anleger aber bei mehreren Onlinebanken ersparen, zeigt ein Vergleich bei moneymeets.com. Zudem fällt eine jährliche Gebühr von 1,68 Prozent an, wovon 0,59 Prozentpunkte an den Vertrieb geben. Bei moneymeets können sich Privatinvestoren bis zu 66 Prozent dieser Kickbacks erstatten lassen.

 


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Dieter Fromm ist Gründer und Geschäftsführer von moneymeets. Vorher war er 29 Jahre als Berater, Private Banker und Gesamtverantwortlicher für das Privatkundengeschäft der drittgrößten Sparkasse Deutschlands tätig. Mit der Gründung von moneymeets im Jahr 2011 hat er sich auf die Transparenz und die digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung konzentriert.

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