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Aktien Trump-Börse mit kurzen Beinen

Gastautor: Uwe Zimmer
07.02.2017, 08:57  |  607   |   |   

Der Trump-Effekt rollt an den Börsen: Sie stiegen zu seiner Wahl und Vereidigung, denn kaum ein Präsident vorher hat sich so auf die Wirtschaft bezogen wie Donald Trump. Politische Börsen haben aber kurze Beine – das werden Anleger in den kommenden Monaten spüren.

Es wird nicht einmal 100 Tage dauern, bis der Trump-Effekt verpufft. Diese Zeit wird den meisten Neugewählten ja traditionell gegeben, um sich einzuarbeiten und erste Akzente zu setzen. Donald Trump hat die Akzente bereits in den ersten 100 Stunden gesetzt – und muss jetzt umso schneller liefern. Die Erwartungen sind immens: Infrastrukturpakete hatte er versprochen, Investitionen in Straßen, Schienen und – Mauern. Dies beflügelte die Börsen.

Gerade hat er die Banken von der Kette gelassen, sie dürfen nach seinem präsidialen Willen jetzt wieder da weitermachen, wo die Finanzkrise sie gestoppt hatte. Zumindest fast. Das treibt die Bankaktien, wen wundert das. Und kleine und mittlere Unternehmen aus den USA liefen stark, weil der Präsident „America first“ als Devise ausgibt – was die heimische, nicht sonderlich exportstarke und auch nicht sonderlich wettbewerbsfähige Wirtschaft stärken sollte.

Doch schon sind auch erste Anzeichen von Ernüchterung festzustellen. Die Ökonomen rechnen durch, was eine strenge protektionistische Haltung kosten könnte. Und es sind natürlich die großen Unternehmen, die Weltmarktführer beziehungsweise Weltmarkt-Dominatoren wie Apple, Google, Facebook oder Amazon, die alles wollen nur nicht auf den Heimatmarkt USA zurückgeworfen zu werden.

Und die Banken wissen eigentlich selbst ganz gut, dass es für sie und ihre Geschäfte nicht einfach ein Zurück gibt, das wäre ökonomischer Selbstmord. Zudem haben Kunden und Geschäftspartner dazugelernt und werden sich nicht noch einmal ein AAA für Schrottimmobilien in MBS vormachen lassen.

Da hilft es auch nur bedingt, dass Trump per Twitter regiert und es natürlich einen hohen Unterhaltungswert hat, seine Ausfälle gegen einzelne Unternehmen zu verfolgen, die dann auch an der Börse abgestraft werden – aber eher kurzfristig. In den kommenden Wochen zeigt sich, wie viel der neue US-Präsident wirklich umsetzen kann, was von Gerichten oder in juristischem Streit verzögert wird und was ganz wegfällt. Die Euphorie wird schwinden, die Börsen auf Normalmaß zurückschrumpfen und sich auf die Fundamentaldaten konzentrieren, die die Grundlage allen Handelns sein sollten. Und was Fundamentaldaten angeht, hat Donald J. Trump nichts, oder noch nicht, viel zu bieten.

Wertpapier: Amazon.com, Apple, Alphabet (A), Facebook (A)

Themen: Börse, USA, Banken


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Uwe Zimmer verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung, die er bei Prudential Securities, als Direktor der Hypo Capital Management in Köln und der BB-PrivatFinanz-Service GmbH, einer Tochtergesellschaft der Berliner Bank, sammelte. 1998 gründete Uwe Zimmer via Management Buyout die Meridio Vermögensverwaltung AG in Köln (heutige niiio finance group AG), die er bis September 2016 als Vorstand leitete. Seitdem berät er mit seiner Firma z-invest GmbH vor allem Firmen im Bereich Investor Relation, Kapitalmarktbegleitung, Produktgestaltung sowie Digitalisierung. Von 1997 bis 2014 gehörte er als Finanzvorstand der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft in Berlin an. Durch langjährige Geschäftsbeziehungen in den Nahen Osten - seit 1998 - kann Uwe Zimmer auf ein großes Netzwerk zurückgreifen und berät Firmen beim Aufbau von Geschäftsbeziehungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.zinvest.eu.

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