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Nein, die Marke Google ist nicht wertvoller als die von Apple

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
08.02.2017, 12:01  |  588   |   |   

Letzte Woche brachte Brand Finance seine jährliche Liste der Markenbewertungen heraus. Das Consultingunternehmen wartete mit einem etwas überraschenden Ergebnis auf, als es erklärte, dass Apple (WKN:865985) seinen Vorsprung an Alphabets (WKN:A14Y6H) Tochter Google abgeben musste.

Alphabet ist ein hervorragendes Unternehmen mit einer langen Historie an Innovationen und die Marke Google ist extrem mächtig. Trotzdem spielt sie nicht in der gleichen Liga wie Apple, wenn man den Wert betrachtet.

Ist der Apfel sauer?

Obwohl Brand Finance Apple immer noch auf Platz Zwei der wertvollsten Marken der Welt sieht, scheint es einen ziemlich negativen Blick auf den iPhone-Hersteller zu haben. In dem Bericht steht:

Apple-Anhänger scheinen ihren Glauben zu verlieren. Die langen Schlangen von Early Adopters sind fast nicht mehr zu sehen. Apple hat es nicht geschafft, seinen technologischen Vorsprung zu halten und hat seine Anhänger wiederholt durch kleine Änderungen desillusioniert, als große Änderungen erwartet wurden.

Einfach ausgedrückt, Apple hat das Wohlwollen seiner Kunden überstrapaziert. Es hat es nicht geschafft, bedeutende Umsätze mit neueren Produkten wie der Apple Watch zu generieren und kann auch keine wirklich innovativen Technologien in seiner Pipeline vorweisen, die von Kunden ersehnt werden. Seine Marke hat den Glanz verloren und muss nun bei Smartphones auf einem viel ebeneren Spielfeld konkurrieren; nicht nur gegen traditionelle Rivalen wie Samsung (WKN:888322), sondern auch gegen zahlreiche chinesische Marken wie Huawei und OnePlus. Und Smartphones sind die Hauptgewinnquelle für Apple.

Im Ergebnis dieser Einschätzung hat Brand Finance den Markenwert von Apple um 27 % gegenüber dem Vorjahr nach unten korrigiert. Er liegt jetzt bei 107,1 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wurde Googles Markenwert auf 109,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das sind 24 % mehr als die 88,2 Milliarden US-Dollar von vor einem Jahr. Brand Finance brachte die Dominanz bei der Suche und andere Dinge an, um die Steigerung des Markenwertes zu rechtfertigen.

Kunden zahlen mehr und mehr für iPhones

Der Einschätzung von Brand Finance widerspricht die Bereitschaft der Kunden, immer mehr für ihr iPhone zu zahlen. Letztes Quartal verzeichnete Apple 78,3 verkaufte iPhones. Noch beeindruckender ist, dass der durchschnittliche Verkaufspreis eine neue Rekordhöhe von 695 US-Dollar erreicht.

Im gleichen Quartal ein Jahr zuvor, also genau nachdem Apple sein sehr beliebtes iPhone 6 und iPhone 6 Plus vorgestellt hatte, stieg der durchschnittliche Verkaufspreis um 8 % auf 687 US-Dollar. Apples Fähigkeit, diesen Wert in den letzten zwei Jahren zu steigern, trotz starker Währungsturbulenzen, zeigt, wie stark der Markenwert ist.

Tatsache ist, dass die Kosten für hochwertige Smartphones sinken. Neben Samsung gibt es verschiedene chinesische Hersteller. Diese haben sich den Ruf erworben, hochwertige Geräte anzubieten und diese fast zu Selbstkosten zu verkaufen. Die Fähigkeit von Apple, einen hohen Aufschlag gegenüber seinen Konkurrenten verlangen zu können, was sowohl für Smartphones, PCs und Tablets gilt, ist ein Hinweis darauf, dass die Marke so stark wie nie zuvor ist.

Apple ist eine Geldmaschine

Laut Brand Finance hat Apple seinen technologischen Vorsprung vor Samsung und anderen Rivalen nicht aufrechterhalten können. Und tatsächlich sind manche Technikexperten seit ein paar Jahren der Meinung, dass Samsung Apple in Sachen Innovationen überholt hat.

Wenn wir annehmen, dass beide Unternehmen ein ähnliches technologisches Niveau haben, dann sollten sie in der Lage sein, annähernd gleiche Gewinne zu erwirtschaften. Das ist aber alles andere als der Fall.

Letztes Quartal übernahm Apple die Führung bei den Verkaufszahlen von Smartphones und lieferte 78,3 Millionen Stück aus. Samsung schaffte es auf 77,5 Millionen Stück. Dies geht aus einem Bericht von Strategy Analytics hervor. Trotzdem lag der operative Gewinn der Mobilsparte von Samsung in diesem Quartal bei nur 2,1 Milliarden US-Dollar. Apple hingegen schaffte einen operativen Gewinn, der zehn Mal höher war, nämlich 23,4 Milliarden US-Dollar.

Auf das gesamte Jahr hochgerechnet ist Apples Vorteil etwas geringer. Aber egal, wie du es drehst, Apple erwirtschaftet ein Vielfaches an Gewinn im Vergleich zu Samsung. Im letzten Finanzquartal lag der operative Gewinn von Apple bei 60 Milliarden US-Dollar. Samsung schaffte 10 Milliarden US-Dollar in seiner Mobilsparte.

Wenn Apple keine Technologie hat, die Samsung überlegen ist, dann muss die Marke den größten Teil stemmen, um die aufs Jahr hochgerechnet 50 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem operativem Gewinn zu erzeugen. Das ist mehr als das Doppelte des Gesamten operativen Gewinns (23,7 Milliarden US-Dollar) von Alphabet.

Google ist eine starke Marke. Allerdings reicht sie nicht annähernd an den Wert von Apple heran, welches das traditionell niedrigmargige Technologie- und Hardwaregeschäft in eine langfristige Cash-Cow verwandelt hat, die jedes Jahr Milliarden Dollar bringt.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstandes von The Motley Fool. The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Apple. The Motley Fool hat folgende Optionen: Long Januar 2018 90 US-Dollar Calls auf Apple und Short Januar 2018 95 US-Dollar Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 05.02.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Apple, Samsung Electronics, Alphabet (C)


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