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Unglaublich! In der Solarindustrie ist das seit 16 Jahren nicht mehr passiert

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.02.2017, 14:00  |  919   |   |   

Die Solarindustrie ist in den letzten 16 Jahren immer weiter gewachsen und ist inzwischen zu einer beachtlichen Macht im Bereich Energie geworden. Aber diese Wachstumsphase könnte schon bald ihr Ende finden.

Laut GTM Research soll das Jahr 2017 bei den Solarinstallationen mit einem Rückgang von 7 % – von 74 Gigawatt auf 69 GW – aufwarten. Das wäre nach Jahren des Wachstums ein bedeutender Rückschritt, doch für die Industriebeobachter ist das keine besondere Überraschung. First Solar (WKN:A0LEKM), SunPower (WKN:A0HHD1), Canadian Solar (WKN:A0LCUY) und sogar Tesla (WKN:A1CX3T), das ja inzwischen SolarCity besitzt, wurden davon nach unten gezogen, bevor der Kalender überhaupt auf 2017 umgestellt werden konnte.

Das mag schlecht für die Solarenergie sein, könnte aber auch die Ruhe vor dem Sturm bedeuten, wenn 2018 eine ganze Welle neuer Installationen anrollt. Wenn du also den Blick auf den Horizont richtest, dann wirst du vielleicht sehen, dass die Zukunft der Solarenergie jeden Tag strahlender wird.

Solaranlagen wie diese sind auf der ganzen Welt immer häufiger anzutreffen. Bildquelle: Getty Images.

Eine Reihe unglücklicher Ereignisse

Der Rückgang bei den Installationen 2017 wird von einer Reihe negativer Ereignisse angetrieben, die alle zur gleichen Zeit eintreten. Zuerst gab es 2016 den Boom, als der Steueranreiz für Investitionen in Solaranlagen kurz davor stand, auszulaufen. Die Erweiterung Ende 2015 nahm dann praktisch die ganze Dringlichkeit aus der Sache heraus. Die Versorgungsbetriebe mussten die Solarverträge für 2017 dann nicht mehr sofort unterzeichnen. Langfristig wird diese Ausdehnung der Steuervorteile zu mehr Solaranlagen führen, doch das wird erst zwischen 2018 und 2021 der Fall sein.

China wird auch für einen Teil des Rückgangs verantwortlich sein, nachdem laut der Chinesischen Nationalen Energie-Administration (NEA) im Jahr 2016 ein Rekordwert von 34,2 GW in China installiert wurden. Das wäre immerhin genug, um 5,6 Millionen amerikanische Haushalte mit Strom zu versorgen. Niemand weiß, wie viele Solaranlagen 2017 in China installiert werden, die NEA plant aber in den nächsten vier Jahren im Durchschnitt 27,5 GW, daher können wir mit Sicherheit sagen, dass die Zahl der Installationen abnehmen wird.

Japan ist ein weiteres Land, in dem die Solarindustrie vor einem schwierigen Jahr steht. Laut GTM Research wurden in Japan im Jahr 2016 nur 10,2 GW installiert. Dieser Wert soll 2017 auf 8,8 GW sinken, da die Einspeisetarife reduziert werden. Japan ist ein Solarmarkt mit hohem Potenzial, doch die Politik hat damit nicht mitgezogen und dadurch wird das das kurzfristige Wachstum begrenzen.

Warum das Wachstum am Horizont wartet

Diese Faktoren in den USA, China und Japan werden einen Rückgang bei der Zahl der neu installierten Solaranlagen 2017 hervorrufen. Das bedeutet aber nicht, dass die Industrie nun auch gleich vor dem Abgrund steht. Die Solarenergie war niemals zuvor billiger und neue Solarkraftwerke bieten bereits jetzt Strom zu Kosten von unter 4 Cent pro Kilowattstunde. Das ist ein Preis, der jeden fossilen Brennstoff oder jedes Kernkraftwerk auf Kostenbasis schlagen kann.

Bildquelle: SunPower.

Schwellenmärkte wie Chile, Mexiko, Argentinien, Indien und der Nahe Osten erkennen das Potenzial der Solarenergie immer mehr. In Mexiko wurden vor Kurzem Energieverträge mit einem Durchschnittspreis von 3,3 Cent pro Kilowattstunde für Solarenergie aufgesetzt. Da die Kosten so niedrig sind, folgen 2017 nun auch andere Länder. Fast vier Dutzend Staaten haben dieses Jahr Energieauktionen veranstaltet, die bei der Nachfrage im Jahr 2018 und danach zu einem Boom führen sollten.

Die Solarenergie ist bereits heute schon kosteneffizient, aber Energieprojekte haben immer eine gewisse Zeitverzögerung – ab dem Tag, an dem sich die Leute für Solar entscheiden, bis diese Projekte dann auch umgesetzt werden. Das ist das Problem, das wir aktuell auf dem Markt haben. Die führenden Entwickler wie First Solar, SunPower und Canadian Solar werden ihr Auftragsbuch also erst 2018 und 2019 abarbeiten und 2017 ein etwas ruhigeres Jahr haben.

Die Solarenergie ist immer noch die Zukunft der Energie

Allein in den letzten zehn Jahren ist die Solarenergie von einer 2-GW-Industrie, die gerade mal genug Anlagen bauen konnte, um 368.000 Haushalte pro Jahr mit Strom zu versorgen, zu einem Giganten angewachsen. Inzwischen liefert die Solarenergie 74 GW oder genug Strom, um 12,1 Millionen Haushalte zu versorgen. Dieses Wachstum wurde von einem Rückgang der Kosten für Solarpaneele von 90 % hervorgerufen.

2017 könnte ein schlechtes Jahr für die Solarindustrie werden. Dafür gibt es auch viele Gründe, es ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Solarenergie die am leichtesten verfügbare Energiequelle der Welt ist und dass die Kosten gerade niedriger sind als die der meisten fossilen Brennstoffe.

Ob es dir gefällt oder nicht, der Solar-Boom beginnt gerade erst und 2017 wird die Ruhe vor dem Sturm sein, wenn die 16 Jahre Wachstum nach einer Pause wieder Fahrt aufnehmen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und wurde am 11.02.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Canadian Solar, First Solar, Tesla


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