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Das größte, allgegenwärtige Risiko der Borussia Dortmund-Aktie!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.03.2017, 08:54  |  997   |  10   |   

Eigentlich läuft es bei Borussia Dortmund (WKN: 549309) im Moment ziemlich rund. Sportlich gesehen ist man zwar derzeit nicht Bayern-Verfolger Nummer eins, aber immerhin belegt man aktuell einen soliden dritten Platz, der nach derzeitigem Stand auch in der nächsten Saison zur Champions League berechtigen würde.

Auch ist man in der aktuellen Saison sowohl im DFB-Pokal, als auch in der Champions League (noch) vertreten. Es gibt zwar noch Luft nach oben, aber ich denke, es könnte aus sportlicher Sicht auch schlimmer sein.

Aus wirtschaftlicher Sicht besteht momentan ebenfalls kein Grund zum meckern. Die Pleitezeiten sind lange vorbei und durch die regelmäßige, mal mehr mal weniger erfolgreiche Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben fließt reichlich Geld in die Vereinskasse. Es läuft.

Und dennoch gibt es ein riesengroßes Risiko, das meines Erachtens zu jeder Zeit über der BVB-Aktie schwebt, das Investoren immer auf dem Schirm haben sollten.

Glück, Pech, Erfolg, Misserfolg und die große Abhängigkeit von der 11

Investoren sollten sich nämlich stets bewusst sein, dass der BVB kein Unternehmen ist, dessen Geschäftsmodell man relativ einfach analysieren kann, sondern es handelt sich in erster Linie um einen Verein, der stark von seiner Fußballmannschaft abhängig ist.

Und wie es im Sport eben so ist, gibt es hier viele Faktoren, die nicht oder nur schwer analysierbar sind. Pech und Glück können genauso stark über einen Moment, eine Halbzeit, ein Spiel oder gar eine ganze Saison entscheiden, wie eine gute Kaderplanung. Eine Fehlentscheidung kann spielentscheidend sein und zum Ausschluss aus einem Wettbewerb führen, Verletzungspech kann prinzipiell sogar saisonentscheidend sein. Letztlich hängt vieles von einzelnen Momenten ab, denen der Kader als Spielball von Glück, Pech, Tagesform und ein Quäntchen Planung ausgeliefert ist.

Erinnern wir uns beispielsweise an die letzte Saison des ehemaligen Trainers Jürgen Klopp. Nach dem Double in 2012 und der Champions League-Finalteilnahme in 2013 befand sich der BVB zu Beginn und Mitte der Saison 2014 zwischenzeitlich auf dem letzten Platz. Über den Auslöser wird auch heute noch in den mir bekannten BVB-geprägten Kneipen heiß diskutiert. Letztlich dürfte die Wahrheit irgendwo zwischen den von mir oben genannten Faktoren gelegen haben. In der Saison 2014/2015 verwirklichte sich aber das allgegenwärtige, beschriebene Risiko im Laufe der Saison zum bisher letzten Mal.

Aber?

Bestimmt fällt dir als möglicherweise eingefleischter Fan viel ein, was du auf meine Argumente kontern könntest. Und auch ich gebe zu, dass Borussia Dortmund aus wirtschaftlicher Sicht nach seiner Fast-Pleite viele, viele Dinge BVB-goldrichtig gemacht hat. Die derzeitige gute, finanzielle Situation, der hervorragend aufgestellte Kader, der sportliche Aufstieg – aus Fan-Sicht sind Aki Watzke und Susi Zorc natürlich auch für mich Helden geworden.

Aber dennoch lasse ich als Investor Vorsicht walten angesichts der für mich zu unvorhersehbaren, künftigen Entwicklungen. Pech, schlechte Tagesformen und Misserfolg (im Sport verliert nun mal immer ein Team) lassen sich leider nie wirklich planen. Und im Zweifel können diese Faktoren zum Abstieg, zu wirtschaftlichen Problemen und zu einer unterirdischen Performance der Aktie führen.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Borussia Dortmund


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Kommentare

Was ist das gegen das Risiko -
Das in paar Jahren eine Elektrobatterie kommt - die die Stinker platt macht -

Was einige nicht kapieren - Fussball ist ein Unterhaltungsaktie - die wird nicht durch technische Revolutionen verschwinden...und der LIVE Charakter lässt sicj auch nicht duplizieren...
400 Jahre gabs Brot und Spiele im Kolluseum - was ist dagagen ein obsthandy -o der gar soclhe Gagets wie SNAPCHAT
Du hast den Kern der Kritik nicht verstanden.

Es geht darum, dass der Autor als Ausgangs- bzw. Dreh- und Angelpunkt seiner Kritik davon ausgeht, dass beim BVB als Fußball-Aktie einzig und allein der sportliche Erfolg ausschlaggebend für die Kursentwicklung bzw. den Wert des Unternehmens ist. Und da der sportliche Erfolg nun einmal von so vielen unbeeinflussbaren Faktoren abhängig ist, unterscheide dies die BVB-Aktie von anderen Werten und führe dazu, dass sie nicht analysierbar bzw. kalkulierbar sei.

Ein Kernfehler seiner Argumentation ist jedoch, dass er sich beispielsweise darüber ausschweigt, was er denn als sportliche Erfolge oder Misserfolge sieht, und er dazu kurzfristige Unwägbarkeiten des Sports nicht von den längerfristigen Trends trennt.

Das genannte Beispiele von der verpassten CL-Quali vor zwei Jahren haben doch zudem eindrucksvoll gezeigt, dass man trotz solcher temporärer Rückschläge sogar in solchen Phasen weiter wachsen kann. Die anderen Beispiele aus dem Ausland zeigen auch, dass man trotz länger ausbleibender großer Erfolge wie zuletzt Arsenal oder Manchester United den Unernehmenswert weiter steigen kann.

Selbst ein Worst-Case-Szenario im sportlichen Umfeld muss nicht eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten. Man denka etwa an Juve, die selbst ein Zwangsabstieg in die 2. Liga nur kurz vom sportlichen Erfolgsweg abbringen konnte. (Dass die Juve-Aktie nun ebenso wie die anderen italienischen Clubs alles andere als eine Erfolgsstory ist, ist wohl anderen Faktoren geschuldet.)

Aber natürlich gehe ich auch längerfristig davon aus, dass der BVB sich auch sportlich in den nächste Jahren in der Spitzengruppe der Bundesliga behaupten und in den meisten Jahren dabei auch auf europäischer Ebene mitspielen wird. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit für den BVB dabei nicht ganz so hoch wie etwa bei den Bayern, aber immer noch ausreichend hoch.

Sein Fazit ist und bleibt einfach falsch:

Pech, schlechte Tagesformen und Misserfolg (im Sport verliert nun mal immer ein Team) lassen sich leider nie wirklich planen. Und im Zweifel können diese Faktoren zum Abstieg, zu wirtschaftlichen Problemen und zu einer unterirdischen Performance der Aktie führen.

Abgesehen davon dass es im Fußball eben nicht nur Sieger und Verlierer gibt, sondern auch Unentschieden, zeigt diese Denkweise doch wieder, dass er es einfach nicht versteht, dass der BVB auch als Nummer 2 in Deutschland (oder zeitweise auch nur als 3. oder 4.) weiter an Wert zulegen kann.

Auch dass er die zahllosen positiven Entwicklungen im Fußball-Business in seinem Artikel nicht einmal ansatzweise erwähnt, zeigt meiner Meinung nach die völlig falsche Herangehensweise an die Problematik. Er wählt sich einen Kritikpunkt (Abhängigkeit vom sportlichen Erfolge, der wiederum von Zufällen und Unwägbarkeiten abhängt), der bei genauerer Betrachtung gar nicht so besonders ist, und spricht damit der Aktie letztlich ihre Seriosität ab.

Dass bei allen anderen Branchen und Unternehmen längerfristig ebenfalls unvorhersehbare bzw. nicht kalkulierbare Entwicklungen eintreten können, zeigen doch zahllose Beispiele gerade aus den letzten Jahren. Neue technolgische Entwicklungen bringen ganze Branchen den Ruin oder lassen andere entstehen, scheinbar uneinholbare Marktführer geraten in kürzester Zeit in die Krise etc. Unternehmen, die sich zu viele Fehler leisten oder Pech haben, verlieren an Wert, andere mit guten Ideen und Umsetzungen gewinnen.

Unwägbarkeiten gibt es überall, im Fußball sind sie nur etwas anderer Natur. Im Fußball sind sie derzeit sogar wohl etwas geringer als in andere Branchen.
Daher melde ich mich gelegentlich gerne mal in Foren an, wenn ich etwas derartiges sehe, und gebe meinen Senf dazu.

untopable 2017:laugh::laugh::laugh:
Zitat von keineMaschinesondern lediglich eine Eventualität, die zu jedem Zeitpunkt eintreten könnte


Da liegen wir nicht so weit auseinander, ich sprach von nix anderem. Ein sportlicher Misserfolg, der jederzeit eintreten könne, im Artikel wurde das anhand der Saison 2014/15 verdeutlicht und bei Ihrem Kommentar ebenso.

Die Saison 2014/15 brachte letztlich deutlich bessere Zahlen als von jedem Analysten oder BVB selbst geschätzt, das sind die reinen Fakten. Ich hatte es sogar noch weiter ausgeführt, nämlich was passieren würde, wenn der BVB tatsächlich absteigen würde.

Das Risiko für die BVB Aktionäre ist in dem Fall nicht vorhanden, weil man sich dagegen extrem billig absichern kann und das Risiko für das Unternehmen selbst ist auch denkbar gering, einerseits weil man zunächst durch Spielerverkäufe sehr hohe Gewinne generieren würde, andererseits weil man sehr langjährige Sponsorenverträge besitzt, die garantieren, daß man selbst in diesem ungünstigstem Fall zu den 8 umsatzstärksten Vereinen in Deutschland gehört.

Das eigentliche Risiko ist eben nicht sportlicher Misserfolg, das wird zwar von allen Seiten immer wieder benannt, ist aber sachlich falsch. Als Borussia Dortmund den dritten Platz in der Bundesliga erreichte, war man in Folge unmittelbar Insolvenzgefährdet. Ein dritter Platz ist aber eigentlich gar nicht so schlecht.

Heute ist das Unternehmen so aufgestellt, daß die Insolvenzwahrscheinlichkeit auf ein absolutes Minimum gesunken ist, dies gilt für jeden Worst Case. Dazu eine Quelle:

Creditreform bescheinigt BVB "ausgezeichnete Bonität"
Der Fußballverein ist so solvent wie nur relativ wenige Unternehmen in Deutschland.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/creditreform-be…

Damit unterliegt die BVB Aktie weniger Risiko als Deutsche Bank, VW, Siemens und tausende weitere Aktien. Konkret ist eine Insolvenz nach derzeitigem Stand von etlichen Indexnotierten Aktien in den nächsten 15 Jahren deutlich wahrscheinlicher als bei der BVB Aktie. Ob die BVB Aktie dabei in die zweite oder gar dritte Liga absteigt, ist dabei unerheblich, von den Wahrscheinlichkeiten für sowas mal ganz abgesehen.

Der Artikel benennt ein Risiko, verschweigt dabei aber extrem wichtige Fakten, die man niemals verschweigen dürfte. Nicht die Kommentare sind ätzend, sondern der Artikel, falls man überhaupt mit solchen Begrifflichkeiten kommen will.

Wenn man für sportliches Risiko ernsthaft die Saison 2014/15 als Beispiel dafür nimmt, nämlich daß es JEDERZEIT passieren könnte und daß es ein allgegenwärtiges Risiko wäre, dann kann ich nur folgendes sagen:

Diese Saison war für mich beispielhaft in jedweder Beziehung. Die letzte Unsicherheit über diese Dinge ist nun verflogen, weil ich dabei faktische Dinge lernen konnte, die ich vorher nicht hätte wissen können. Zum Beispiel wie hoch der Umsatz in der zweiten Liga wäre, ich kenne nicht die Verträge mit den Sponsoren, ich weiß aber, daß die Aussagen von Watzke himself extrem sicher sind, in den letzten 10 Jahren gab es von ihm nie den Ansatz von einer positiven Übertreibung wenn es um Finanzen ging.

Genau deswegen werden alle wesentlichen Prognosen von Borussia Dortmund stets getoppt, auch wenn es sportlich richtig mies läuft, so wie 2014/15
Halbgott, der Begriff Risiko impliziert nicht etwas, das auch zu jederzeit eintreffen muss, sondern lediglich eine Eventualität, die zu jedem Zeitpunkt eintreten könnte. Das ist der erste Aspekt, wo du begrifflich etwas daneben greifst. Zum anderen heißt allgegenwärtig im Kontext mit Risiko, dass etwas langfristig über der Aktie schweben kann, aber, wie gesagt, nicht immer eintreten muss. Daher erscheint mir auch ein Zeitrahmen der von mir hier im Kommentar eingebrachten hypothetischen 15 Jahre legitim. Zumindest sind das die Wortbedeutungen, die begrifflich für mich vertretbar wären.

Zu den Ausflüchten in deine wirtschaftliche Analyse werde ich mich nicht weiter äußern. Bestimmt hast du damit recht, das weiß ich nicht. Auch kann ich tendenziell nur sporadisch erkennen, dass das im Ausgangsartikel Thema ist. Ich teile nur grundsätzlich die Ansichten bezüglich des Risikos eines länger andauernden, sportlichen Misserfolgs bei der BVB-Aktie. Diese Eventualität(!!) ist letztlich ja auch das, für das der Artikel erkennbar sensibilisieren möchte.

Im Übrigen, nein, ich bin nicht der Verfasser des Textes ;) Ich rege mich nur hier und da gern über Personen auf, deren Hobby scheinbar darin besteht, für mein Empfinden zu bissige Kommentare zu hinterlassen. Als ehemals freischaffender Journalist habe ich das auch manchmal bei meinen Artikeln gesehen und fand das absolut ätzend. Daher melde ich mich gelegentlich gerne mal in Foren an, wenn ich etwas derartiges sehe, und gebe meinen Senf dazu. Aber das war's jetzt auch von meiner Seite. Ich überlasse dir ein mögliches, unkommentiertes, letztes Wort.

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