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Zinserhöhung – und dann?

Gastautor: Daniel Saurenz
14.03.2017, 06:00  |  573   |   |   

FEDNach der überraschenden Entwicklung der vergangenen Wochen und den Aussagen von Janet Yellen scheint eine US-Zinserhöhung im März für viele Investoren ausgemachte Sache zu sein. Der plötzliche Sinneswandel erstaunt dabei manche Investoren doch sehr. Welche Folgen eine Erhöhung für den Aktienmarkt hätte, haben wir uns bereits im ersten Teil unseres Beitrags angeschaut. Nun steht die Entwicklung der US-Konjunktur im Fokus von Egmonds Analyse.

Plötzlich will die Fed offenbar bereits im März die Zinsen erhöhen. Dabei haben sich die Perspektiven für die US-Wirtschaft zuletzt eingetrübt, was wiederum dämpfend auf die Inflation und den PCE wirken würde. Entgegen der Erwartung vieler Investoren hat US-Präsident Donald Trump bislang keinerlei Details für die geplante „phänomenale“ Steuerreform vorgelegt. Wie groß soll die Steuerreform ausfallen und bis wann soll sie vom Kongress verabschiedet werden, möglicherweise erst im Herbst? Wer soll stärker entlastet werden, die Unternehmen oder die Verbraucher? Wird das geplante Infrastrukturprogramm von einer Billion Dollar erst 2018 in Kraft treten?

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Perspektiven trüben sich ein

USA_ChicagoWegen der anhaltenden Unsicherheit hat die Notenbank von Atlanta ihre Prognose für das Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal zuletzt auf nur mehr 1,8 Prozent annualisiert eingedampft. Der annualisierte Wert wird errechnet, wenn man die Veränderung gegenüber dem Vorquartal mit vier multipliziert. Die Analysten von JP Morgan haben ihre Schätzung auf annualisiert 1,5 Prozent gesenkt. Das ist eigentlich nicht das Umfeld, um die Zinsen überhastet zu erhöhen.

Viele Investoren wundern sich daher, wieso die Fed dennoch plötzlich die Zinsen anheben möchte. Die einzige Erklärung hierfür könnte sein, dass die Fed die Rekordfahrt am Aktienmarkt allmählich bremsen möchte, immerhin ist der US-Aktienmarkt so extrem hoch bewertet wie selten zuvor. Ausführliche Erklärungen zum deutschen und europäischen Zinsumfeld finden Sie in der X-markets Academy.

S&P 500 auf ein Jahr

S&P 500 auf ein Jahr

So beläuft sich der Börsenwert des Aktienmarkts auf herbe 122 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA. Dieser Indikator ist laut der Investmentlegende Warren Buffett der beste Indikator für die Bewertung. Der langfristige Schnitt in den Jahrzehnten vor dem Beginn der 1998er-Blase lag aber bei lediglich 60 Prozent. Nachdem Yellen lange Zeit gesagt hat, dass die Bewertung im üblichen Rahmen liegen würde, hat Yellen es zuletzt abgelehnt, sich zur Bewertung zu äußern.

Wie könnte es am Aktienmarkt weitergehen, sollte es tatsächlich zu einer Erhöhung im März kommen? Inzwischen scheint eine Erhöhung für März ausgemachte Sache zu sein, weshalb der S&P500 darauf sogar mit einem Kursanstieg reagieren könnte, weil Investoren das als Signal interpretieren könnten, die US-Wirtschaft sei stark genug, um Zinserhöhungen zu verkraften. Diese und weitere aktuellen Themen sowie Infos rund um Investment und Trading finden Sie auch im Magazin onemarkets.

Wenn die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen nach einer US-Zinserhöhung weiter steigen würden, würden die Zinsen genau dieses Signal senden. In dem Umfeld dürfte trotz der Zinserhöhung der Fed die Rekordfahrt beim S&P500 weitergehen. Umso mehr könnte sich allerdings Yellen gezwungen sehen, die Zinsen schon bald ein weiteres Mal anzuheben und möglicherweise öfter anzuheben, als viele Investoren derzeit erwarten.



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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