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Du wirst nicht glauben, was Berkshire Hathaway mit all dem Geld kaufen könnte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.05.2017, 12:00  |  658   |   |   

Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) hat 100 Milliarden US-Dollar in liquiden Mitteln in der Bilanz und sucht aktiv nach Möglichkeiten, um es auszugeben. Um den Investoren einmal vor Augen zu führen, was man mit einer solchen Summe alles anstellen könnte, werden wir uns ein paar Marktwerte von Unternehmen ansehen, die unter diese Summe liegen.

Wie viel Geld hat Berkshire eigentlich?

Im ersten Quartalsbericht enthüllte das Unternehmen, dass es über etwa 96,5 Milliarden US-Dollar in Bar- und liquiden Mitteln wie Staatsanleihen verfüge. Niemals zuvor hatte das Unternehmen mehr Geld zur Verfügung.

Darüber hinaus ist es wichtig herauszustellen, dass das Geld von Berkshire deutlich nützlicher ist als das Geld vieler anderer Unternehmen, da sich praktisch alles davon bereits in den Vereinigten Staaten befindet. Apple meldete vor Kurzem, dass das Unternehmen 256,8 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante habe. Der Großteil dieses Geldes liegt aber im Ausland. Das Unternehmen müsste daher jede Menge Steuern darauf zahlen, wenn es dieses Geld für eine Übernahme heranziehen wollen würde. Im Moment ist das also nicht viel Kaufkraft.

Andererseits könnte Berkshire sein Geld aus sofort einsetzen – und das würde das Unternehmen auch, wenn das richtige Angebot vorbeikäme. Warren Buffett hasst es, sein Geld in bar herumliegen zu lassen, besonders im aktuellen Niedrigzinsumfeld. Er würde viel lieber Werte für die Aktionäre damit schaffen.

Was Berkshire mit dem Geld machen könnte

Berkshire würde niemals sein ganzes Geld ausgeben. Buffett hat das Bedürfnis, einen bedeutenden Teil in Barmitteln unter dem Kopfkissen zu behalten, um kurzfristige Finanzprobleme lösen zu können. Er hat schon mehrmals gesagt, dass das absolute Minimum, bei dem er sich sicher fühlt, 20 Milliarden US-Dollar beträgt. Damit hätte Berkshire immer noch 76,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.

Um das einmal in die richtige Perspektive zu rücken: Überlegen wir uns einmal, welche Unternehmen Berkshire in bar sofort kaufen könnte, basierend auf deren aktueller Marktkapitalisierung. Diese Werte fußen einfach nur auf der Marktkapitalisierung vom 8. Mai 2017. Sie beinhalten keine Schulden. Bei einer tatsächlichen Übernahme stellt der übliche Kaufpreis verglichen mit der Marktkapitalisierung eine Prämie dar.

Hier ein paar Vorschläge:

  • Costco mit einer Marktkapitalisierung von 75,9 Milliarden US-Dollar
  • Lowe’s für 73,5 Milliarden US-Dollar
  • American Express für 69,8 Milliarden US-Dollar, Berkshire besitzt aber schon 17 % des Unternehmens und müsste daher nur noch 83 % für 58 Milliarden erstehen

Ob Berkshire überhaupt daran interessiert wäre, eines dieser Unternehmen zu kaufen, ist eine ganz andere Frage. Aber es illustriert, wie viel Geld dem Unternehmen wirklich zur Verfügung stehen.

Das Geld sagt aber nichts über die tatsächliche Kaufkraft des Unternehmens aus.

Als Antwort auf die Frage eines Analysten bei der jährlichen Aktionärsversammlung, wie viel Geld das Unternehmen haben müsse, um gesetzeskonform zu agieren, antworteten Buffett und Charlie Munger, dass Berkshire potenziell deutlich mehr als 96,5 Milliarden US-Dollar ausgeben könnte.

Munger meinte, dass Berkshire praktisch schon morgen 150 Milliarden US-Dollar ausgeben könnte, wenn das Unternehmen das wollte. Dafür müsste man allerdings Schulden aufnehmen oder einige Aktien verkaufen. Buffett erwiderte, dass seiner Meinung nach die Summe etwas niedriger wäre, aber er stimmte zu, dass man in der Lage wäre, einen großen Kauf zu tätigen. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass es sich schon um ein sehr interessantes Unternehmen handeln müsste, damit sich Berkshire soweit streckt. Buffett drückte es folgendermaßen aus: „Wenn wir einen richtig guten Deal finden, der wirklich sinnvoll ist, dann werden wir das auch machen.“

Nehmen wir einmal an, dass Munger Recht hat. Sieh dir ein paar Unternehmen an, die Berkshire damit kaufen könnte:

  • Mastercard für 125,1 Milliarden US-Dollar
  • 3M für 118,7 Milliarden US-Dollar
  • McDonald’s für 117,6 Milliarden US-Dollar

Was wird Berkshire mit dem Geld machen?

Um eines klarzustellen: Ich glaube nicht, dass Berkshire Mastercard oder McDonald’s kaufen wird. Ich möchte dir nur zeigen, wie viel das Unternehmen rein hypothetisch ausgeben könnte. Wir sollten an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass Berkshire aktiv nach Möglichkeiten sucht, um das Geld einzusetzen. Eine Übernahme von dieser Größenordnung steht also durchaus zur Debatte.

Der Hauptgrund, warum Berkshire so viel Geld hat, ist ein Mangel an attraktiven Kaufgelegenheiten. Ich erwarte, dass Berkshire aktiv nach einer großen Übernahme sucht. Wenn allerdings keine kommen sollte, dann wird das Unternehmen womöglich die eigenen Aktien zurückkaufen oder den Aktionären vielleicht sogar zum ersten Mal eine Dividende zahlen.

Unterm Strich könnte Berkshire sein Geld vielerlei einsetzen. Als Aktionär selbst muss ich aber sagen, dass ich niemandem mehr als Warren Buffett und seinem Team vertraue und ich freue mich darauf, was sie mit dem Geld anstellen werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple, Berkshire Hathaway (B), Costco Wholesale und Mastercard. The Motley Fool empfiehlt American Express und Lowe's.

Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 10.05.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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