Profil
Etwa seit dem 14. Jh. wird die Kakaopflanze kultiviert und Kakao als Genussmittel geschätzt. Die Azteken verwendeten Kakaobohnen zudem als Zahlungsmittel. Der Begriff „braunes Gold“ hatte somit früher auch einen wortwörtlichen Sinn. Von einem aztekischen König ist bekannt, dass er große Volumina Kakaobohnen in einem Speicher aufbewahrte, um den Kakaokpreis zu stabilisieren.
Heutzutage wird Kakao als Future Contract an der London International Financial Futures Exchange (LIFFE) und der New York Board of Trade (NYBOT) gehandelt. Die Abkommen auf Käufe zukünftiger Ernten werden gewöhnlich nicht zur Sicherung der Versorgung, sondern zur Minimierung von möglichen Preisschwankungen abgeschlossen. Im Börsenhandel gilt der Kakaokurs dennoch als volatil. Kakao reagiert sensibel auf klimatische Veränderungen. Die Ernte, Fermentation und Trocknung müssen mit Sorgfalt durchgeführt werden. Zudem beeinflussen Veränderungen der Energiepreise die Exportkosten und somit den Kakaopreis. 2008 stiegen die Einfuhrpreise für Kakaobohnen um 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein weiterer preisbildender Faktor ist die politische Lage in den Produktionsländern.
Die Kakaopflanze wird in äquatorialen Regionen zwischen dem nördlichen und südlichen zwanzigsten Breitengrad angebaut. Es kann zweimal pro Jahr geerntet werden, wobei die erste Ernte die hochwertigere ist. Die Produktion wird von afrikanischen Ländern dominiert, Hauptlieferant ist die Elfenbeinküste mit etwa 40 % Anteil am Weltmarkt. Circa zwei Drittel der Kakaoproduktion fließen in die Herstellung von Schokolade, ein Drittel wird als Kakaopulver gehandelt.