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Der Kampf ums Überleben hat begonnen... Adaption oder Zerstörung - Finanzindustrie schmiedet unheimliche Blockchain-Allianz

16.09.2015, 13:05  |  15370   |   |   

Blockchain, die Technologie hinter den Bitcoins, hat das Potenzial, die traditionelle Finanzindustrie zu zerstören. Eine Allianz der mächtigsten Banken will das verhindern. Adaption oder Zerstörung - der Kampf ums Überleben hat begonnen.

Wallstreet:online bezeichnete Blockchain kürzlich als „heiligen Gral des Zahlungsverkehrs“. Noch besitzt ihn Bitcoin, doch auch die traditionelle Finanzindustrie giert danach. Denn sie weiß: Gerät Blockchain in die falschen Hände, könnte das ihr Ende bedeuten.

Die Technologie gilt als Herzstück der Bitcoins und besteht aus zwei wichtigen Ebenen. Zum einen fungiert es als öffentlich zugängliche Datenbank, die sämtliche Transaktionen speichert. Zum anderen regelt Blockchain als dezentrales peer-to-peer-System den Zahlungsverkehr mit Bitcoin. Das Entscheidende dabei ist, dass Blockchain gänzlich ohne eine dritte Instanz auskommt. Weder braucht es den Broker, der die Orders bearbeitet, noch den Banker, der die Zahlungsaufträge ausführt.

Sollte sich Blockchain als eigenständige Technologie etablieren, wären die Banken damit schnell redundant, sprich: Setzt sich das Bitcoin-Netzwerk durch, bräuchte man in Zukunft weder Banker noch Broker. Sie wären sozusagen abgeschafft.

Dessen ist sich die Finanzindustrie durchaus bewusst. Sie weiß, dass Blockchain das Potenzial besitzt, sie zu zerstören (siehe: Traditioneller Finanzindustrie droht „totale Zerstörung“ – Bitcoin auf dem Vormarsch). Aus diesem Grund haben die mächtigsten Banken der Welt jetzt eine Allianz geschmiedet. Ziel dieser Allianz ist es, Bitcoin den heiligen Gral zu entreißen.

Allianz der mächtigsten Banken greift nach Blockchain

Wie der „Business Insider“ berichtet, haben sich die weltweit größten Banken zusammengeschlossen, um eine eigene Blockchain-Technologie zu entwickeln. Barclays, BBVA, Commonwealth Bank of Australia, Credit Suisse, JPMorgan, State Street, Royal Bank of Scotland und UBS sind dieser Allianz bereits offiziell beigetreten, weitere Mitglieder sind (noch) geheim. Laut „Financial Times“ soll sich auch Goldman Sachs der Blockchain-Bewegung angeschlossen haben.

Angeführt wird die Allianz von R3, einem Finanz-Start-Up aus New York und London. Der CEO von R3, David Rutter, sagte gegenüber dem „Business Insider“, man wolle eine Blockchain-Struktur für den Bankensektor schaffen und darüber hinaus kommerzielle Anwendungen für Banken und Finanzfirmen entwickeln. Seiner Meinung nach besitze Blockchain ein ähnliches Potenzial für die Finanzindustrie, wie das Internet für die Medien.

Johann Palychata, Analyst bei BNP Paribas, verglich Bitcoin und das zugrunde liegende Blockchain jüngst mit der Erfindung der Dampfmaschine (siehe hier). Genau wie sie könnte auch Blockchain die Industrie nachhaltig verändern. Dabei gebe es zwei Möglichkeiten: Das erste Szenario geht von einer „totalen Zerstörung“ aus, die zweite von einer Adaption durch die traditionellen Akteure.



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Kommentare

Zitat von hangseng62Unkontrolliertes Geld würde den Kapitalismus killen. Deshalb wird BitCoin auf Dauer eine Nischenidee bleiben.


Du verwechselst da etwas. Es geht hier nicht um Bitcoin, sondern um Blockchain.
Und da sollte man schon etwas mehr nachdenken. Ich weiß nicht, ob das für die Banken nützlich ist. Ich denke, dass da eher die Landeszentralbanken, die EZB und SWIFT etwas dagegen haben. Denn es betrifft deren Monopol im Zahlungsverkehr. Dem Kapitalismus tut es nicht weh. Das steckt er weg. Der Bitcoin-Nutzer merkt davon nichts.

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