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Baufinanzierung Widerrufsjoker - keine Angst vor fehlender Anschlussfinanzierung nach dem Widerruf eines Darlehens

Gastautor: Roland Klaus
03.01.2016, 07:59  |  2610   |   |   

Verbraucher können durch den Widerruf eines teuren Kredits mit Hilfe des sogenannten Widerrufsjokers viele Tausend Euro sparen. Zwar führt ein erfolgreicher Widerruf bei weitem nicht immer dazu, dass der Kunde die Bank verlässt. Aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich rechtzeitig nach einer Anschlussfinanzierung umschauen.

Denn zumindest theoretisch ist es denkbar, dass die Bank einen Widerruf zum Anlass nimmt, um ihren Kredit innerhalb von 30 Tagen zurückzufordern. Wir haben einen solchen Fall zwar bisher in der Praxis der Interessengemeinschaft Widerruf bei mehr als 5.000 geprüften Darlehensverträgen nur einmal erlebt. Dennoch kann es nicht schaden, wenn man hier gewappnet ist.

Allerdings spielen nicht alle Banken bei einer solchen Anschlussfinanzierung mit. So sagt beispielsweise einer der Marktführer im Bereich der privaten Baukredite, die ING Diba, klipp und klar, dass sie keine Kredite mehr für all jene anbietet, die den Widerrufsjoker gezogen haben. Auch die Deutsche Bank und einige andere Banken handelt ähnlich. Das Ziel ist ebenso klar wie perfide: Kreditnehmer sollen davon abgehalten werden, von ihrem guten Recht Gebrauch zu machen – aus Angst, anschließend ganz ohne Finanzierung dazustehen.

Aus Sicht des Verbrauchers ist das natürlich ein Unding: Einige Banken versuchen hier, mit einer Angstkampagne den Verbraucherschutz auszuhebeln. Eigentlich ein Fall für die Politik. Glücklicherweise handelt es sich bei den Finanzinstituten, die so handeln, um eine Minderheit und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich das ändert.

Deswegen lautet meine Aussage an alle, die sich den Widerruf eines Kredits überlegen, aber bisher noch zögern: Solange Ihre persönliche Bonität stimmt, müssen Sie keine Angst haben, anschließend ohne Finanzierung dazustehen. Die Interessengemeinschaft Widerruf arbeitet mit mehreren unabhängigen Finanzierungsvermittlern zusammen, die spezielle Angebote für Nutzer des Widerrufsjokers geschnürt haben.

Denn die Praxis zeigt ganz klar: Es gibt zwar einige Kreditinstitute, die Kunden ablehnen, wenn sie vorher ein Darlehen widerrufen haben. Es gibt aber deutlich mehr Kreditinstitute, die damit überhaupt kein Problem haben. Immerhin wird ein Verbraucher, der sein gutes Recht mit dem Widerruf eines Kredits wahrgenommen hat, nicht zu einem schlechten Kunden. Wichtig ist dabei nur eines: Sie sollten eine intakte Bonität mitbringen und eine werthaltige Immobilie als Sicherheit anbieten können.

Wer also vor kurzem beispielsweise seinen Job verloren hat, der sollte sich den Widerruf eines Kredits gut überlegen. Denn er riskiert tatsächlich, anschließend ohne Finanzierung dazustehen. Allerdings liegt das dann nicht am Widerrufsjoker, sondern an seiner mangelhaften Bonität.

Verbraucher, die den Widerrufsjoker ziehen, müssen also keine Angst vor einer fehlenden Anschlussfinanzierung haben. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens bekommen etliche Kreditnehmer, die ihren Vertrag widerrufen, von ihrer Bank ein neues Angebot mit deutlich niedrigeren Zinssätzen, so dass ein Wechsel gar nicht nötig ist. Der vernünftige Kompromiss ist also nach wie vor die Regel und nicht die Ausnahme. Zweitens gibt es für diejenigen, bei denen der Widerruf dazu führt, dass der Kredit beendet wird, ein ausreichendes Angebot für Refinanzierung. Voraussetzung sind Experten, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben und Ihnen ein individuelle Angebot für einen Anschlusskredit machen können.



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Roland Klaus arbeitet als freier Journalist in Frankfurt am Main und ist Gründer der Interessengemeinschaft Widerruf (www.widerruf.info). Sie dient als Anlaufstelle für alle, die sich zum Thema Widerruf von teuren Kreditverträgen informieren und austauschen wollen und bietet eine kostenlose Prüfung von Widerrufsklauseln in Immobiliendarlehen an. Bekannt wurde Klaus als Frankfurter Börsenreporter für n-tv, N24 und den amerikanischen Finanzsender CNBC sowie als Autor des Buch www.wirtschaftliche-selbstverteidigung.de.

Sie erreichen Ihn unter www.widerruf.info

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