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And the winner is....??? ADVA - CEO Protiva im Gespräch!

Gastautor: Volker Glaser
13.01.2016, 08:01  |  626   |   |   

Glückwunsch ADVA Optical Networking! 2015 war für den Anbieter von optischer Übertragungstechnik ein ausgezeichnetes Jahr. Unter den 30 Aktien im TecDAX legte die Aktie von ADVA die beste Performance auf das Parkett. Die Aktie konnte sich im Jahresverlauf um fast 300 % verteuern und belegt somit den 1. Platz im Performancewettbewerb im Technologie-Index. Das starke Kursplus ist die Konsequenz eines imposanten Wachstums bei Umsatz und Gewinn. „2015 war für uns ein erfreuliches Jahr. Wir sind deutlich schneller gewachsen als unsere Branche und haben unsere Margen erheblich verbessert. Zudem haben wir viele neue Kunden gewonnen und weitere Marktanteile“, sagt uns CEO Brian Protiva im Hintergrundgespräch. Einzig und allein mit den Margen ist Protiva nicht rundum zufrieden. „Ich habe persönlich durchaus erwartet, dass wir in der 2. Jahreshälfte aufgrund unseres starken Wachstums eine proforma EBIT-Marge von bis zu 10 % zeigen könnten. Das haben wir im Ergebnis in Q3 nicht erreicht und werden dies analog zu unserer Prognose in Q4 nicht erreichen. Das liegt vor allem an einem hart umkämpften Markt und einem starken Preisdruck“, so Protiva. Versöhnlich stimmt den CEO, dass er im Jahr 2015 zumindest einen der Big Five Firmenkunden in den USA gewonnen hat. Dazu zählt Apple, Microsoft, Amazon, Google und Facebook.

ADVA hat für das Schlussquartal einen Umsatz zwischen 107 und 117 Mio. Euro sowie eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 6 und 9 % in Aussicht gestellt. Die Münchner sind recht erfolgreich und prognosesicher bei der Erreichung des Quartalsausblicks und dürften deshalb in etwa die Mitte der jeweiligen Bandbreite erreicht haben. In der Summe erwarten wir für das Jahr 2015 einen Umsatz zwischen 440 und 445 Mio. Euro. Das entspricht einem strammen Wachstum von rund 30 %. Die bereinigte EBIT-Marge erwarten wir im Bereich zwischen 6.5 und 7 %. Das würde einem proforma EBIT von ca. 30 Mio. Euro entsprechen und damit dreimal mehr als im Jahr 2014. In der Summe ein recht schönes Zahlenwerk. ADVA bereinigt das EBIT um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und nicht liquiditätswirksame Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung. Für letzteres lag die Belastung nach 9 Monaten bei 1.5 Mio. Euro und wird sich im Q4 aufgrund des deutlich gestiegenen Aktienkurses nochmals erheblich erhöhen. Da ADVA eine Nettoliquidität von mehr als 50 Mio. Euro hortet und Verlustvorträge zu einer moderaten Steuerbelastung führen, rechnen wir unterm Strich für das Gesamtjahr mit einem Gewinn je Aktie von bis zu 50 Cent oder ca. 24 Mio. Euro Profit.

Wie Sie sicherlich wissen, hat ADVA nur eine überschaubare Visibilität. Eine konkrete Prognose für das Jahr 2016 ist nur schwer möglich. Traditionell wird ADVA aber verhaltener ins 1. Quartal starten. „Unser Q1 ist eigentlich selten unser stärkstes Quartal“, so Protiva. Das liegt am Cashflow und beim Ertrag - vor allem an Bonuszahlungen und Gehaltserhöhungen. Zudem ist das Umsatzwachstum in den ersten 3 Monaten etwas weniger dynamisch. Protiva geht davon aus, dass die Branche in diesem Jahr erneut um bis zu 10 % wächst. ADVA will schneller wachsen als die Branche. „Die Bandbreiten wachsen sehr, sehr stark. Treiber ist das Internet mit Video, Telefonie, Cloud Computing sowie mobiles Internet und die zahlreichen Angebote von Unternehmen wie beispielsweise Netflix, YouTube und Amazon. Netzbetreiber und Firmenkunden investieren derzeit sehr viel Geld. Es gibt in unserem Geschäft vor allem bei den Netzbetreibern aber immer große Zyklen, in welchen die Investitionen reduziert und später erst nachgeholt werden, wenn die Bandbreiten weiter ansteigen. Keiner kann sagen, wie sich die Netzbetreiber im Jahr 2016 verhalten“, erklärt Protiva. Bei den Margen ist der CEO etwas zurückhaltender und wollte keine Annahmen treffen. Grund ist das intensive Wettbewerbsumfeld und der hohe Preisdruck. Wir rechnen selbst daher in diesem Jahr mit keiner drastischen Verbesserung der proforma EBIT-Margen, sondern eher mit einem stabilen Niveau zwischen 6 und maximal 8 %. Die einstige Zielvorgabe eines Margenziels von 10 % bei starkem Wachstum rückt etwas nach hinten. „Unsere Chancen in 2016 sind hoch. Die Dynamik sehen wir. Die Zyklen, der Wettbewerb und der Preisdruck sind aber ebenfalls hoch und nicht zu unterschätzen“, fasst Protiva den Ausblick für die nächsten 12 Monate zusammen.

Protiva ist fest davon überzeugt, dass sich die Branche von ADVA weiter konsolidieren wird. „In den letzten 2 Jahren sind wieder 3 Firmen verschwunden. Im Wesentlichen wird unser Markt unter 12 Firmen aufgeteilt. Das ist zu viel. Ich erwarte eine weitere Konsolidierung, bei der am Ende 5 bis 7 Firmen sich den Markt aufteilen.“ Welche Rolle spielt ADVA dabei? „ADVA ist nicht groß genug, um alleine zu bestehen. Wir müssen an Größe gewinnen, um auch unsere Margen weiter zu steigern. Ziel muss sein, in einigen Jahren einen Umsatz von 1 Mrd. Euro einzufahren“. ADVA will dieses Ziel unter anderem durch organisches Wachstum und Zukäufe erreichen. „Wir schauen uns ein paar Firmen an, die einen Umsatz zwischen 50 und 100 Mio. Euro erzielen. Im Jahr 2016 wollen wir zukaufen.“ Finanzieren will ADVA Zukäufe aus dem eigenen Cash und Fremdkapital. „Fremdkapital ist derzeit sehr attraktiv und günstig. Wir planen keine Kapitalerhöhung und versuchen nach Möglichkeit eine Verwässerung zu vermeiden. Grundsätzlich ausschließen will ich es aber nicht“, ergänzt er.

Perspektivisch sollte ADVA mit einem anderen Unternehmen fusionieren, welches einen ähnliche Größenordnung hat. „Bei einer solchen Transaktion würden wir gerne die Führung übernehmen. Das muss aber nicht zwingend der Fall sein. Ziel ist, den besten Wert für unsere Aktionäre zu erzielen“, so Protiva. Gelingt ein Move unter dem Dach der Münchner, könnte ADVA der „Player“ in der optischen Übertragungstechnik in Europa werden. Weitere Wettbewerber sind Ciena, Infinera und Cisco in den USA sowie Nokia Networks in Europa. Und natürlich die starke Fraktion aus China. Vor allem um Huawei und ZTE. ADVA könnte natürlich auch von einem Wettbewerber aufgekauft werden. „Wenn alles passt und der Preis stimmt, sollen das unsere Aktionäre selbst entscheiden. Sollte uns ein Angebot vorliegen, werden wir dies unseren Aktionären zur Entscheidung präsentieren.“ Ob ADVA derzeit in solchen Übernahmegesprächen aktiv ist, wollte uns Protiva aber nicht verraten. Sicher ist nur eines. An Chinesen soll nicht verkauft werden. „Wir sind Wettbewerber und eine Due Dilligence mit einem chinesischen Hersteller stelle ich mir persönlich schwer vor. Zudem würde in diesem Fall wohl von ADVA nicht sehr viel übrig bleiben.“

Altfavorit ADVA hat sich im Jahr 2015 bestens entwickelt. In unserer Vorgängerpublikation haben wir das Papier im März 2015 zu Kursen um 3 Euro zum Kauf empfohlen. Im aktuellen Marktumfeld sehen wir die Aktie als Halteposition. Gewinne sollten mit Stoppkurs abgesichert werden. Der eine oder andere Investor könnte durchaus von der Margenentwicklung im Jahr 2016 enttäuscht werden. Hier scheinen uns die Erwartungen doch etwas zu hoch zu sein.

www.vorstandswoche.de


 



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Glückwunsch ADVA Optical Networking! 2015 war für den Anbieter von optischer Übertragungstechnik ein ausgezeichnetes Jahr. Unter den 30 Aktien im TecDAX legte die Aktie von ADVA die beste Performance auf das Parkett. Die Aktie konnte sich im Jahresverlauf um fast 300 % verteuern und belegt somit den 1. Platz im Performancewettbewerb im Technologie-Index. Das starke Kursplus ist die Konsequenz eines imposanten Wachstums bei Umsatz und Gewinn. „2015 war für uns ein erfreuliches Jahr. Wir sind deutlich schneller gewachsen als unsere Branche und haben unsere Margen erheblich verbessert. Zudem haben wir viele neue Kunden gewonnen und weitere Marktanteile“, sagt uns CEO Brian Protiva im Hintergrundgespräch. Einzig und allein mit den Margen ist Protiva nicht rundum zufrieden. „Ich habe persönlich durchaus erwartet, dass wir in der 2. Jahreshälfte aufgrund unseres starken Wachstums eine proforma EBIT-Marge von bis zu 10 % zeigen könnten. Das haben wir im Ergebnis in Q3 nicht erreicht und werden dies analog zu unserer Prognose in Q4 nicht erreichen. Das liegt vor allem an einem hart umkämpften Markt und einem starken Preisdruck“, so Protiva. Versöhnlich stimmt den CEO, dass er im Jahr 2015 zumindest einen der Big Five Firmenkunden in den USA gewonnen hat. Dazu zählt Apple, Microsoft, Amazon, Google und Facebook.

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