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TagesInfo Rohstoffe: Ein erster Schritt zum Abbau des Öl-Überangebots? (16. Februar 2016)
Foto: www.commerzbank.de

TagesInfo Rohstoffe Ein erster Schritt zum Abbau des Öl-Überangebots? (16. Februar 2016)

Gastautor: Eugen Weinberg
16.02.2016, 12:52  |  1857   |   |   

Energie: Die Ölpreise stiegen am Morgen um bis zu 6% und setzten damit die Ende letzter Woche begonnene Erholung zunächst fort. Brentöl verteuerte sich auf mehr als 35 USD je Barrel, WTI auf gut 31 USD je Barrel. Beides entspricht den jeweils höchsten Preisniveaus seit Anfang Februar. Auslöser für den Preissprung waren Meldungen eines Treffens der Ölminister von Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela in der katarischen Hauptstadt Doha. Wie inzwischen bekannt wurde, wurde auf dem Treffen der jüngste Vorschlag Venezuelas aufgegriffen, die Ölproduktion auf dem Niveau von Januar einzufrieren. Ob dies zu einem Abbau des Überangebots führt, bleibt abzuwarten. Denn dazu müssten sich Iran und Irak an dieser Vereinbarung beteiligen. Beide Länder waren nicht bei den heutigen Gesprächen anwesend. Mit ihnen soll stattdessen morgen separat gesprochen werden. Der Irak war im letzten Jahr für den Anstieg der OPEC-Produktion hauptverantwortlich und plant auch für dieses Jahr seine Ölproduktion weiter zu steigern. Der Irak hatte aber schon vor Wochen seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, eine Einigung mitzutragen. Der Irak produzierte laut OPEC-Monatsbericht im Januar 4,4 Mio. Barrel pro Tag. Der Iran dürfte dagegen kaum bereit sein, seine Ölproduktion nach der Aufhebung der Sanktionen auf dem sanktionsbedingt niedrigen Niveau von 2,9 Mio. Barrel pro Tag zu belassen. Denn das oberste Ziel Teherans ist es, verloren gegangene Marktanteile zurückzuerlangen. Damit steht auch die heute erzielte Einigung auf der Kippe. Die Ölpreise haben daraufhin die Gewinne von heute Morgen größtenteils wieder abgegeben.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD2ZV0 Bull Oil Brent Future Apr 2016 Hebel 12,1
CD26KF Bear Oil Brent Future Apr 2016 Hebel 12,1

Edelmetalle: Nachdem Gold letzten Donnerstag den größten Tagesanstieg seit gut sieben Jahren verzeichnete, gab es gestern mit einem Minus von 2,3% den stärksten Tagesverlust seit sieben Monaten. Der Preisrückgang setzt sich heute Morgen fort: Gold rutscht wieder unter die Marke von 1.200 USD je Feinunze und fällt zeitweise auf 1.190 USD. Steigende Aktienmärkte, ein festerer US-Dollar und höhere Anleiherenditen tragen wohl zum Preisrückgang bei. Ebenso dürften die Finanzinvestoren nach dem starken Preisanstieg der letzten Wochen weiter Gewinne mitnehmen. Solange die Marktteilnehmer wieder einen höheren Risikoappetit zeigen, dürfte der Goldpreis unter Druck stehen. Belastet durch Gold gibt auch Silber nach, welches sich aber noch über der Marke von 15 USD je Feinunze hält. Wie heute Morgen vom Verband der europäischen Automobilproduzenten (ACEA) veröffentlicht, wurden in der EU im Januar 1,06 Mio. Autos neu zugelassen, 6,2% mehr als im Vorjahr. Dies war der 29. Monat in Folge mit positiver Jahresveränderungsrate, womit sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Alle wesentlichen Absatzmärkte trugen zu dieser Entwicklung bei. Neben den USA und China zeigt sich auch der europäische Automarkt robust, was die Nachfrage nach Platin unterstützen sollte. Nachdem der Platinpreis letzte Woche an der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie abgeprallt ist, notiert er aktuell bei gut 930 USD je Feinunze. Der Preisabschlag zu Gold beträgt derzeit rund 270 USD je Feinunze.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD2TUA Bull Silber Hebel 28,2
CD2ZQL Bear Silber Hebel 22,6

Industriemetalle: Obwohl die chinesischen Aktienmärkte heute spürbar gestiegen sind, ziehen die Metallpreise nur leicht an. Daten des Nationalen Statistikbüros zufolge belief sich die Neukreditvergabe in China im Januar auf 2,51 Bio. CNY und die Gesamtkreditvergabe auf 3,42 Bio. CNY. Beide Werte erreichten neue Rekordhochs. Die deutlich höhere Kreditvergabe dürfte auf die lockere geldpolitische Haltung der Zentralbank zurückzuführen sein. Sofern dies zu einer höheren Nachfrage nach Metallen führt, dürften dadurch auch die Metallpreise unterstützt sein. Die gestern von uns berichteten chinesischen Importe von Eisenerz (82,2 Mio. Tonnen im Januar) waren zum Teil auf das Wiederauffüllen von Lagerbeständen der Stahlproduzenten zurückzuführen. Diese haben offenbar das niedrige Preisniveau von Eisenerz entsprechend genutzt. In Chinas Häfen liegen gemäß Daten von Steelhome aktuell 95,5 Mio. Tonnen Eisenerz, die höchste Menge seit neun Monaten. Die chinesischen Händler und Stahlproduzenten könnten sich daher demnächst mit Eisenerzimporten wieder etwas zurückhalten. Da im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfestes viele Stahlhersteller ihre Produktion schon gedrosselt hatten, fielen auch die Stahlexporte geringer aus. Daten der Zollbehörde zufolge wurden im Januar 9,74 Mio. Tonnen Stahlprodukte exportiert, 5,3% weniger als im Vorjahr. Vermehrte Bemühungen westlicher Produzenten und Institutionen, Anti-Dumping-Maßnahmen gegen die chinesischen Stahlhersteller umzusetzen, könnten deutlich höheren Stahlexporten Chinas zukünftig entgegenstehen.

Produktideen: ETCs
WKN Typ Basiswert Merkmale
ETC046 Daily Long Copper Future Mar 16 Faktor 4
ETC050 Daily Short Copper Future Mar 16 Faktor -4

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Wertpapier: Öl (Brent)


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Gastautor

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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