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Ein englisches Problem Brexit-Referendum: Die gespaltene Insel - Wer will eigentlich was im Königreich?

23.06.2016, 11:21  |  2545   |   |   

Wer in Großbritannien den Brexit befürwortet und wer ihn ablehnt, lässt sich anhand seines geographischen, politischen und soziokulturellen Hintergrunds recht gut vorhersagen. Eines sticht dabei klar hervor: Das Referendum ist ein englisches Projekt. 

Heute morgen, kurz vor dem Brexit-Referendum dürfte alles gesagt sein, was es zu den wirtschaftlichen Folgen zu sagen gibt. Viele Großbanken haben bis zuletzt gekämpft und mit immer schockierenderen Prognosen vor einer Abwertung des Pfunds, einem Einbruch der Aktienmärkte und einer tiefen Rezession in der britischen Wirtschaft gewarnt. Sie haben sich intensiv vorbereitet auf die Nacht der Nächte, die einen Handelsmarathon von selten dagewesenem Ausmaß verspricht.

Nun heißt es rien ne va plus, nichts geht mehr. Während den Banken also nur noch wenig übrig bleibt, außer abzuwarten und Tea zu trinken, wird es für den unbeteiligten Zuschauer Zeit, sich einmal dem eigentlichen Hauptprotagonisten des Spektakels zu widmen. Der britischen Gesellschaft.

Denn diese ist in Fragen des Austritts aus der EU alles andere als united. Tief gespalten und zunehmend radikal eingestellt, entflammte unter den Briten hierin ein Konflikt, der langsam aber sicher in eine regelrechte Hass-Spirale mündete. Trauriger Höhepunkt: Der Mord an der Labour-Abgeordneten, zweifachen Mutter und „remain“-Befürworterin Jo Cox. Eine Woche vor der Entscheidung (mehr dazu auf "Spiegel Online").

Die beiden Lager führten ihren Wahlkampf seitdem noch verbissener durch. Dabei lässt sich ihre jeweilige Zielgruppe anhand statistischer Daten mittlerweile relativ konkret beschreiben. Nach Informationen der „International Business Times“ kann die Haltung eines zufällig ausgewählten Briten bereits anhand seines geographischen, politischen und soziokulturellen Hintergrunds mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden. Hier die wichtigsten Merkmale:

Herkunft

Im Vereinigten Königreich sind es zunächst hauptsächlich die Engländer, die ein großes Problem mit der EU haben. Wer nicht gerade in der Multi-Kulti-Metropole London lebt, der wird zu 60 Prozent für den Brexit stimmen. In Nordirland und Schottland ist man der Union dagegen noch recht wohlgesonnen. Über 60 Prozent wollen hier im Staatenverbund bleiben. Bei den Walisern sind es immerhin 55 Prozent.

Alter

Auch das Alter sagt viel über die Haltung zum Brexit aus. Umfrageergebnisse haben gezeigt, dass vor allem die jüngere Generation zwischen 18 und 34 Jahren für einen Verbleib stimmen wird, denn im heutigen Zeitalter der Billig-Airlines verbringen viele ihre Freizeit gern und häufig auf dem Kontinent. Zwei Drittel der unter 30-jährigen wollen auch weiterhin in der EU bleiben. Bei der Generation ihrer Eltern und Großeltern will das aber nur ein Drittel.

Parteizugehörigkeit

Natürlich ist die jeweilige Parteienzugehörigkeit der Briten ein einschlägiger Indikator für die Entscheidung. Wer der linksgerichteten Labour-Party angehört, unterstützt zu 75 Prozent die „remain“-Kampagne, im konservativen Lager tut das nur knapp jeder Zweite. In der UKIP-Partei ist man sich dagegen einig. Hier wollen fast 100 Prozent aller Mitglieder raus aus dem Bündnis. Die Ablehnung der EU gehört zum traditionellen Programm der rechtspopulistischen Partei.

Medienkonsum

Dass die Medien in dem Konflikt ebenfalls eine große Rolle spielen, ist mit Blick auf die Umfrageergebnisse nicht von der Hand zu weisen. So sprechen sich rund drei Viertel aller Leser des populistischen Boulevard-Blattes „The Sun“ sowie deren gleichgesinnter, rechtskonservativer „Daily Mail“ und des „Express“ für den Brexit aus. Leser des eher liberal eingestellten „Guardian“ sind dagegen zu 91 Prozent für den Verbleib in der EU.

Bildung

Schaut man auf den Bildungsgrad, so zeigt sich, dass Akademiker im Besonderen für die EU stimmen. 70 Prozent aller Hochschulabsolventen gehören hier dem „remain“-Lager an. Wer die Schule dagegen bereits mit 16 Jahren verlassen hat, der wird zu 68 Prozent mit „leave“ abstimmen. Insgesamt wollen 62 Prozent aller Mittelklasse-Zugehörigen in der EU bleiben.

Geschlecht

Sogar bei der Verteilung der Geschlechter lässt sich ein Schema erkennen, wenn auch nur ein Leichtes. Denn insgesamt treten 10 Prozent mehr Männer als Frauen für den Brexit ein.

Religion

Zu guter Letzt bestimmt auch die jeweilige Religion, wo der Brite sein Kreuz setzen wird. Wer der anglikanischen und damit nicht der in Europa entstandenen römisch-katholischen Kirche angehört, der ist zu 55 Prozent ein Befürworter des Brexit. Unter den Katholiken wird das Brexit-Referendum ein Kopf-an-Kopf rennen, denn hier hoffen 43 Prozent an eine britisch-europäische Zukunft, während 42 Prozent den Glauben daran verloren haben. Von den Angehörigen der religiösen Minderheiten – wie den Muslimen – wünschen sich so gut wie alle, weiterhin Teil der EU bleiben zu dürfen.



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Ein englisches Problem Brexit-Referendum: Die gespaltene Insel - Wer will eigentlich was im Königreich?

Wer in Großbritannien den Brexit befürwortet und wer ihn ablehnt, lässt sich anhand seines geographischen, politischen und soziokulturellen Hintergrunds recht gut vorhersagen. Eines sticht dabei klar hervor: Das Referendum ist ein englisches Projekt.

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