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Brent und WTI: Ölpreis-Rally: Der helle Wahnsinn!
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Brent und WTI Ölpreis-Rally: Der helle Wahnsinn!

19.08.2016, 10:38  |  2416   |  12   |   

Die jüngsten Kursbewegungen in den Ölpreisen sind kaum nachvollziehbar. Erst ging es im Juli deutlich abwärts, nachdem der Markt die Überversorgung im Rohölmarkt wieder zur Kenntnis nahm und die Öllager anschwollen. Das Tief wurde Anfang August erreicht, die runde 40$-Marke im WTI wurde kurzzeitig geknackt. Hier konnte jedoch mit deutlicher Unterstützung gerechnet werden. Seitdem kennen die Ölpreise nur eine Richtung: Nach oben. Sowohl eine überverkaufte Chartsituation als auch die jüngsten Meldungen über leicht nachgebende Ölbestandsdaten sowie vor allem die neuerlichen, scheinbar ernsthafteren Bemühungen der Ölförderländer über ein Einfrieren der Ölproduktion lassen die Ölpreise kräftig ansteigen. Zudem durfte mit Shortglattstellungen gerechnet werden, die den Kaufdruck in den Ölpreisen unterstützte. Ein „Freeze“ der Ölproduktion auf dem gegenwärtigen Produktionsstand würde allerdings nur einen sehr hohen „Status quo“ festzurren. Charttechnisch zeigen die jüngsten langen weißen Kerze Euphorie und Kaufpanik an – auch die Abfolge von einigen Tageshochs spricht für eine nun überkaufte Chartsituation und eine Gegenbewegung wäre normal. Rücksetzer allerdings dürften aufgefangen werden.

 

Brent Oil - Tageskerzen

Deutlich positiver als erwartet ging es für Brent aufwärts (Aus Sicht der Wochenkerzen war noch moderater Schwung bis ca. 49, max. 50$). Nun wurde auch die runde 50$ geknackt. Mit der aktuell etwas schwächeren Tendenz wäre eine Pendelbewegung um die 50$ einzuplanen – Rücksetzer dürften jedoch bei ca. 49,32/49$ auf erste Unterstützung treffen. Jedes weitere Hoch offeriert Ziele bis 52$. Kritisch wäre ein Fall unter 47,90$.

 

WTI Oil – Tageskerzen

Die gestrige lange weiße Kerze spiegelt Kaufdruck und Panik wider – dies könnte nun auf ein Ende der Aufwärtsbewegung hindeuten. Gegenbewegungen dürften aber vorerst im Bereich 47/46$ auf deutliche Unterstützung treffen.

 

Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst wallstreet-online.de

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Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Eine Angabe von Kurszielen, potenziellen Kauf- oder Verkaufssignalen dient lediglich der Information und dient der Veranschaulichung entsprechend der Methodik der Chartanalyse. Die in den Beiträgen von Stefan Salomon besprochenen Werte können für den einzelnen Anleger je nach dessen Risikoprofil und finanzieller Lage nicht geeignet sein. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags in dem in diesem Beitrag besprochenen Wert/Werten investiert ist, direkt oder indirekt durch Finanzinstrumente. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: www.tradesignalonline.com

Wertpapier: Öl (Brent), Öl (WTI)

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Stefan Salomon ist seit Mitte der 1990er-Jahre Technischer Analyst. Er gilt als der Spezialist in Deutschland für Candlesticks in Verbindung mit der Trend- und Formationsanalyse. Mit rund 20 Jahren Erfahrung ist Stefan Salomon gefragter Medienpartner und Vortragsredner (u.a. auch n-tv, DAF, diverse Zeitungen und Magazine). Sein Motto lautet: "Börse ist einfach"! In Seminaren und Webinaren sowie als Coach vermittelt "Mr. Candlestick" sein Wissen an Börsen-Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis gern weiter.

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Kommentare

Naja. Irgendwie sind diese Kursbewegungen doch wohl nachzuvollziehen, schaut man sich das veränderte geopolitische Klima an (habe ich schon vorgestern was dazu geschrieben): Russland und die Türkei nähern sich langsam an, wie nahe, das zeigt nur die Zukunft. Wenn das stimmt, dann wird das Öl des IS aus Syrien nicht mehr durch die Türkei fließen können (das, was der BND da so urplötzlich "herausgefunden" hat, ist schon seit Jahren bekannt, fraglich ist nur, weswegen das nun auf einmal als "Neuigkeit" verkauft wird).

Zudem zeigt die Nutzung iranischer Flughäfen durch russische Luftwaffe, dass sich auch Russland und Iran etwas näher kommen. Wenn man weiss, dass der Iran, selbst unter dem Schah nicht, irgendwem erlaubt hat, Stützpunkte auf seinem Boden zu nutzen, dann kann man erkennen, dass das sehr ungewöhnlich ist.

Was aber auch immer dahinter steckt, es ist anzunehmen, dass sich diese Länder nicht nur militärisch, sondern, in Folge, auch wirtschaftlich einigen werden. Der Türkei ist es, mehr oder weniger, egal, aber für Russland und den Iran ist der Ölpreis wichtig. Und da ist es wichtig, dass er eine gewisse Höhe hat, hoch genug, um Gewinne einzufahren, niedrig genug, um sich die Konkurrenz, die amerikanische Fraking-Industrie vom Hals zu halten.

Die Strategie der Amis kann ich nicht so richtig erkennen, aber die sind natürlich auch an einem hohen Ölpreis interessiert, spätestens nachdem sie gemerkt haben, dass sich der Russe durch einen niedrigen Ölpreis nicht sonderlich beeindrucken lassen wird.

Insofern denke, dass trotz Überangebot, der Ölpreis sich wohl noch einige Zeit über 50$ halten wird.

Meine Eindrücke (müssen nicht unbedingt richtig sein).
Gehe davon aus, dass wenn zwischen den Saudis und Russland keine Einigung zur Ölpreisstützung kommt und damit sind echte Maßnahmen gemeint und keine Lippenbekenntnisse, der der Preis genauso schnell wieder Richtung 40$ purzelt wie er jetzt hochgegangen ist. Die Bohrungen habe sich in den USA gegenüber den vorherigen Schätzung deutlich erhöht. Da muss geliefert werden.
Kann gut sein. Auf der anderen Seite brauchen auch die Saudis einen höheren Ölpreis, sonst fliegt ihnen bald der eigene Laden um die Ohren und sie führen obendrein noch einen sehr, sehr teuren Krieg im Jemen, wofür sie jede Menge Kriegs"spielzeug" einkaufen müssen, welches jede Menge Geld kostet.

Insofern rechne ich eher mit einer Stabilisierung. Aber auch das ist nur eine Vermutung.
Das Zünglein an der Waage dürfte eher Russland werden. Wenn ich mir recht erinnere hatten die Sauds bereits im April signalisiert, dass sei bereit wären entsprechend zu drosseln unter der Bedingung, dass Russland mitmacht, da beide ca. ein Viertel der Fördermenge beisteuern. Damals lehnte Russland ab.
Jungs und Mädels,

das ist o.k.,wenn ihr meine Beiträge ignoriert.

Aber Punkte im DAX machen, ist richtig Spass-
Das ist so nicht ganz korrekt... RU und Saud waren sich einig die Fördermenge einzufrieren sofern alle OPEC Mitglieder zustimmen. Erst als sich Iran weigerte sind die Gespräche gescheitert.

Abschluss SKS bei 53,xx im Brent... Falls vollzogen pot. Upside 50%.
Ob der Grund mit dem Iran jetzt vorgeschoben war oder nicht ist schwer zu sagen, schließlich gingen die Saudis gezielt auf Russland zu, da in erster Linie die hohe Fördermenge Russlands eine effektive Preiserhöhung hinderte.
Allerdings um jetzt bei heute zu bleiben, was spräche denn dafür, dass diesmal der Iran einlenkt wenn es um die OPEC Staaten geht bzw. was hat sich jetzt substanziell verändert?
Substanziell hat sich die Lage insofern geändert dass alle an Marktanteil gewonnen haben und der Iran sein Förderzirl fast erreicht hat. Zusätzlich hat der Iran RU erlaubt seine Flugbasen zu verwenden was die Annahme begründet, dass es da zu einer Annäherung gekommen ist. Ferner benötigen sowohl Iran als auch Sauds die internationalen Investments durch Ölinvestments und da schaut's beim jetzigen Ölpreis bis 2018 nicht prickelnd aus.

Und noch so nebenbei die FED und die EZB brauchen einen Anstieg der Inflation und der lässt sich am schnellsten übers Öl erreichen. Deswegen: Anstieg Öl = Anstieg Dow und DAX

Aber nur meine Meinung.
Zum Thema Flugbasen könnte man auch umgedreht einen Schuh draus machen, dass Iran den RU die Nutzung gewährt, dafür Iran völlig autonom in der Förderpolitik walten darf (also ohne Extrawünsche RU). Aber das ist alles Spekulation und man kann das drehen wie man will.

Zum Punkt mit dem Förderziel im Zusammenhang mit den Investitionen. Hier genau liegt natürlich das Spannungsfeld. Offiziellen Angaben zur Folge wird Irans Fördermenge einen Peak um die 4 Mil. bar. vorerst aufweisen, da um eine höhere Menge zu produzieren Neuinvestitionen nötig sind. Die lohnen sich wie gesagt bei den Preisen weniger und speziell beim Iran ist natürlich immer das spezifische "Länderrisiko" zu betrachten. Umgekehrt tritt das Problem ein, je höher der Preis wird, umso rentabler bzw. umso eher steigt wiederum die Fördermenge vor allem aus den USA, Kanada, China (teils offshore) oder Brasilien, ganz zu schweigen mittelfristig vom Frackingpotenzial in anderen Ländern wie Argentinien oder Südafrika.
Daher sehe ich nicht den klaren Effekt bzw. gerade die OPEC Staaten und Russland müssen einen Preis austarieren, der es nicht deutlich lukrativer macht, in den gerade genannten Ländern die Ölförderung auszuweiten.
Daher bin ich wirklich überzeugt, dass RU und S-A zu einer handfesten Entscheidung kommen müssen, um nicht gleich wieder den nächsten (spekulativen) Preisverfall einzuläuten.

Zum Thema Inflation: Ich hoffe wirklich nicht, dass eine angebotsseitige Inflation von den Notenbanken gewünscht ist, also ein Anstieg der nicht aus der Nachfrage herrührt. Damit würde man die Kaufkraft weiter entziehen und das reale Wachstum im jeweiligen Inland (speziell Europa) unterminieren. Ich denke aber, dass sind sich die Herrschaften dort bewusst.

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