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Wie man exponentielle Renditen erreicht: Investieren in die S-Kurve

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
03.10.2016, 10:00  |  397   |   |   
Foto: Flickr, FutUndBeidl

Dieser Artikel wurde ursprünglich im Million Dollar Portfolio am 29. August 2016 veröffentlicht. Alle Renditen beziehen sich auf dem Stand des Börsenschlusses am 28. August.

Wenn du den Finanzmedien folgst, dann hast du wahrscheinlich schon bemerkt, dass Aktienkurse oft auf die Hoch- oder Herabstufungen der Wall Street reagieren. Die Mehrheit dieser Anpassungen sind an die Einschätzungen der Profi-Analysten gebunden, die ihre Kursziele für ein bestimmtes Unternehmen erhöhen oder senken. Das basiert auf linearen Annahmen über die Performance. Das könnte auch solche Aussagen beinhalten wie „die Umsätze werden sich in den nächsten sieben Jahren um 10 % erhöhen“ oder „der Gewinn pro Aktie wird in den nächsten zehn Jahren um 5 % steigen“.

Daher wird erwartet, dass der Kurs einer Aktie linear im Lauf der Zeit steigen wird, was in etwa so aussehen würde:

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Für stabile und vorhersehbare Unternehmen ist dabei auch nichts Falsches zu erkennen. Das Management von Unternehmen wie Starbucks oder Chipotle Mexican Grill könnte daher ein Budget setzen, wie viele Läden sie in einem bestimmten Jahr eröffnen wollen. Die Gewinne, die von jedem davon kommen, sind dabei relativ vorhersehbar.

Diese Information ist auch für alle verfügbar und die meisten Analysten haben schon herausgefunden, worauf man bei der Telefonkonferenz eines stabilen Unternehmens achten muss. Die Stetigkeit dieses Geschäfts ist dabei schon in den Kurs eingearbeitet. Das ist auch der Grund, warum man — außer im Fall einer Finanzkrise – bei einem Unternehmen wie Starbucks niemals ein besonders auffälliges Quartal sieht. Das Unternehmen hat in drei der vier vergangenen Jahre jeweils genau die Gewinnschätzungen der Analysten erreicht.

Aber für innovative Unternehmen in sich entwickelnden Märkten sind die Gewinne deutlich schlechter planbar. Die Gründer und das Management treffen Entscheidungen, um in einem neuen Markt einen Fuß in die Tür zu bekommen, der noch gar nicht existiert. Die Kunden machen sich gerade noch mit den neuen Produkten vertraut und finden heraus, wie man sie am besten in ihre bestehenden Prozesse einbinden kann. Das macht die Sache auch für die Wall Street und ihre Spreadsheets ziemlich unsicher, was zu Kurszielen führen können, die jenseits von Gut und Böse sind.

Kurz gesagt, kann man linear fast nicht vorhersagen, was mit einem Wachstumsunternehmen passieren wird.

Wenn ein Wachstumsunternehmen „die Erwartungen übertrifft“, dann ist das oft sehr spektakulär. Sobald der Massenmarkt die Produkte des Unternehmens annimmt, schießen die Gewinne und Umsätze in kurzer Zeit in die Höhe.

Diese schnelle Wachstumsphase führt zu einem Kurs, der wie eine S-Kurve aussieht, wie im folgenden Bild:

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Wenn ein Unternehmen den mittleren Teil der S-Kurve erreicht, dann springen auch andere Investoren auf den Zug auf, was den Kurs noch weiter nach oben treibt.

Das ist ein Phänomen, das zum Vorteil der Wachstumsinvestoren arbeitet. Unser Ziel ist es, Unternehmen zu finden und zu kaufen, die schon bald in der Mitte der S-Kurve sein werden.

Vor den anderen investieren

Das bringt uns zu einer schwierigen , aber sehr wichtigen Frage: Welche Kennzahl sagt uns, wo wir uns auf der Y-Achse befinden? Sie sollte die Performance festhalten und künftige Renditen vorhersagen können, aber noch vor traditionellen Kennzahlen wie dem Gewinn oder dem Cashflow kommen.

Die Antwort liegt im Geschäftsmodell eines Unternehmens. Wenn wir herausfinden können, wie und wo ein Unternehmen seine Gewinne erzielt, können wir auch Anhaltspunkte finden, ob es auf dem richtigen Kurs ist. Zum Beispiel wenn die Gewinnmargen aus dem Verkauf von Produkten kommen, dann muss das Unternehmen einen Markt finden, der diese neuen Lösungen verzweifelt sucht und bereit ist zu kaufen. Wenn das Unternehmen Abonnements verkauft, dann muss es jede Menge neue Nutzer finden und auch halten.

Wir können uns auch Dinge ansehen, die etwas philosophischer sind als die harten Fakten wie das Entwickeln von Wettbewerbsvorteilen wie dem Netzwerkeffekt oder das Erhöhen der Umstiegskosten. Diese sind wichtig, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Andere Fragen sind aber auch wichtig wie „Wo verbringen die Leute ihre Zeit?“ (im Netz anstatt vor dem Fernsehen) oder „Wie werden Werte definiert?“ (Bequemlichkeit von Lieferung in zwei Tagen oder ein niedrigere Preis).

Ein paar Beispiele

Daher wollen wir uns ein paar Empfehlungen aus dem Motley-Fool-Universum ansehen, wie schon den Mittelpunkt der S-Kurve erreicht haben und hohe Renditen für die langfristigen Investoren erzielt haben.

Apple (WKN:865985) hat sich als Computerhersteller einen Namen gemacht. Aber erst die mobilen Geräte wie das iPod im Oktober 2001 und das iPhone im Juni 2007 ließen die Kurse durch die Decke gehen. Apples minutiöse Genauigkeit beim Design und beim dazugehörigen iTunes-Ökosystem und die Subventionen von den amerikanischen Mobilfunkanbietern erlaubten es dem Management die Produkte teuer zu verkaufen. Investoren, die das Potenzial dieser Strategie früh erkannt haben, haben seit 2001 Gewinne von fast 10.000 % erzielt.

QUELLE: STATISTA, Y-CHARTS.
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Netflix (WKN:552484) begann damit, gegen eine monatliche Gebühr DVDs an seine Abonnenten in Amerika zu verschicken. Aber der Start des Online-Streamingdienstes im Januar 2007 sorgte erst für die wahren Furore bei den Investoren. Breitbandinternet hatte endlich die Massen erreicht, was es möglich machte, Filme in HD direkt in die Wohnzimmer der Kunden zu streamen. Da die Content- und Infrastrukturkosten relativ fix sind, konnten neue Nutzer kostengünstig angeworben werden. Die Investoren, die die wachsende Nutzerbasis als ein Anzeichen von steigenden Gewinnen ansahen, wurden reich belohnt: Die Aktie ist seit Januar 2007 um mehr als 2.000 % gestiegen.

QUELLE: STATISTA, Y-CHARTS.
QUELLE: STATISTA, Y-CHARTS.

Facebook (WKN:A1JWVX)) begann als ein soziales Netzwerk für Studenten, baute seine Nutzerbasis aber schnell aus, als es auf immer mehr Universitäten expandierte. Die Nutzer gaben ihre Interessen freiwillig an, was als Basis für zielgerichtete Werbung diente. Damit konnte den Werbekunden eine exzellente Rendite für ihre Investition gegeben werden. Die frühen Aktionäre, die an das Potenzial der schnell wachsenden mobilen Nutzerbasis geglaubt hatten, konnten auch großartige Renditen erzielen. Der mobile Bereich macht aktuell 84 % der Umsätze von Facebook aus und die Aktie ist seit dem Börsengang im Mai 2012 um mehr als 200 % gestiegen.

QUELLE: STATISTA, Y-CHARTS.
QUELLE: STATISTA

Unternehmen, die wir beobachten

Es gibt noch andere Unternehmen, die auch Anhaltspunkte für die S-Kurve zeigen, aber deren Wachstum noch nicht passiert ist. Sie dir die folgenden Beispiele aus unserem Million Dollar Portfolio und unserer Beobachtungsliste an, von denen wir glauben, dass sie kurz vor der Explosion stehen.

Illumina (WKN:927079) verdient zwei Drittel seiner Umsätze mit Verbrauchsgütern für Genomsequenztests. Die Zahl der Genomsequenzen hat sich weltweit von 40.000 bis 2013 auf 200.000 im Jahr 2014 und 600.000 im Jahr 2015 erhöht. Wir glauben, dass sich dieses Wachstum fortsetzen wird aufgrund von der staatlichen Initiative Precision Medicine und dem Kampf gegen den Krebsv– was zu hohen Margen in Zukunft führen könnte.

Veeva Systems (WKN:A1W5SA) ist ein Dienstleister im Bereich Software-as-a-service, der Umsätze, Forschung und Entwicklung für die Biowissenschaften effizienter macht. Die CRM-Software hat mehr als 400 Kunden auf die Plattform des Unternehmens gebracht, darunter die größten Pharmaunternehmen der Welt. Die Kunden erweitern ihre Lizenzen auf andere Produkte. Das Management erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum von 100 % bei den Nicht-CRM-Produkten (wie Vault und Network). Erfolgreiche Upsells bei den bestehenden Kunden ist eine exzellente Erfolgsformel und eine Möglichkeit, um die Margen und die Gewinne für die Aktionäre schnell zu erhöhen.

Splunk  (WKN:A1JV4A) sorgt dafür, dass Daten Sinn ergeben und das ist genau das, was viele Unternehmen heutzutage brauchen. Interne und externe unstrukturierte Daten waren die beiden beliebtesten Datenformen, die die Organisationen im letzten Jahr gesammelt haben. Das Unternehmen hat inzwischen 12.000 Kunden und fast eine halbe Milliarde US-Dollar an aufgeschobenen Umsätzen. Die Zahl der Großaufträge von über 100.000 US-Dollar wächst auch, da die Kunden immer öfter das Rundum-Sorglos-Paket wählen.

QUELLE: STATISTA/ ECONOMIST INTELLIGENCE UNIT.

Unterm Strich

Unser Berater beim Million Dollar Portfolio, Matt Argersinger, und ich sind dieses Jahr zum South-by-Southwest-Festival nach Texas gefahren, wo einige der fortschrittlichsten Unternehmen des Landes vertreten waren. Dabei werde ich ein Zitat niemals vergessen, das wir von Kevin Plank, CEO von Under Armour gehört haben: „Daten sind das neue Öl.“

Ich erwähne dieses Zitat, weil du ein gemeinsames Thema bei den erwähnten Unternehmen erkennen wirst. Sie nutzen alle Daten, um mehr zu lernen und um einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten zu bekommen. Das ist dieselbe Strategie wie von Amazon und dem Mutterunternehmen von Google, Alphabet, die zwei der besten Wettbewerbsvorteile im gesamten Tech-Sektor geschaffen haben. Unternehmen, die Informationen sammeln und aggressiv in die besten Möglichkeiten investieren, können ziemlich unglaubliche Renditen für die Aktionäre generieren.

Wir folgen demselben Ansatz bei unseren Foolishen Investments: Wir werfen unser Netz möglichst weit aus und platzieren kleine Wetten auf Unternehmen, von denen wir glauben, dass sie riesiges Potenzial haben. Dann brechen wir aus dem Denken der Wall Street aus und bringen weiter innovative Unternehmen in unsere Portfolios.

Die nächste Milliarden Dollar Revolution ist hier

Tesla Gründer Elon Musk hat riesige Pläne für ein anderes Unternehmen, von welchem er in seinen Worten erwartet, dass es Fabriken baue, die "eine Größenordnung größer sind, als die größte heute in der Welt existierende Fabrik". Investoren auf der ganzen Welt wurden bereits reich mit Tesla. Könnte dieses andere revolutionäre Unternehmen dein Ticket zum Reichtum sein? Du kannst mehr herausfinden, wenn du den Sonderbericht von The Motley Fool "Die aufstrebenden Wachstumsaktien, die Warren Buffett niemals kaufen wird -- aber kaufen sollte" liest. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu dem Bericht zu erhalten.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Amazon.com, Apple, Chipotle Mexican Grill, Facebook, Illumina, Netflix, Splunk, Starbucks, Under Armour (A Shares), und Veeva Systems. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von  Simon Erickson auf Englisch verfasst und wurde am 17.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsre deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Apple, Facebook (A)


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