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TagesInfo Rohstoffe: Gemischte China-Daten (19. Oktober 2016)
Foto: www.commerzbank.de

TagesInfo Rohstoffe Gemischte China-Daten (19. Oktober 2016)

Gastautor: Eugen Weinberg
19.10.2016, 11:33  |  1224   |   |   

Energie: Die Ölpreise legen am Morgen deutlich zu, nachdem sie gestern zwischenzeitlich unter Druck geraten waren. Brent steigt auf 52,3 USD je Barrel, WTI notiert bei knapp 51 USD je Barrel. Für Rückenwind sorgen die gestern Abend nach Handelsschluss veröffentlichten Lagerdaten des American Petroleum Institute. Diese zeigten einen unerwarteten Rückgang der US-Rohöllagerbestände in der letzten Woche um 3,8 Mio. Barrel. Auch die Rohölvorräte in Cushing und die Destillatebestände fielen deutlich. Die offiziellen Lagerdaten des US-Energieministeriums werden heute Nachmittag veröffentlicht. Sollten diese einen ähnlichen Lagerabbau zeigen, würde dies den Ölpreisen weiteren Rückenwind geben. Ebenfalls preisunterstützend war der starke Rückgang der chinesischen Rohölproduktion. Diese fiel im September laut Nationaler Statistikbehörde um knapp 10% gegenüber dem Vorjahr auf 3,89 Mio. Barrel pro Tag. Das war der zweitstärkste Rückgang aller Zeiten und das zweitniedrigste Produktionsniveau in den letzten sechs Jahren nach August. Damit erklärt sich auch der kräftige Anstieg der Rohölimporte im September auf ein Rekordniveau von gut 8 Mio. Barrel pro Tag. Der Rückgang der chinesischen Rohölproduktion dürfte auf das niedrige Preisniveau zurückzuführen sein, welches Teile der Produktion unrentabel macht. Umso unverständlicher ist, dass die OPEC mit ihrer aktuellen Debatte über Produktionskürzungen die Preise hochredet und damit den Ölproduzenten hilft, die sie eigentlich aus dem Markt drängen wollte. Dies ist bereits in den USA zu beobachten, wo der Trend einer fallenden Ölproduktion allmählich dreht.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD4GWB Long Oil Brent Future Dec 2016 Faktor 4
CD4GWJ Short Oil Brent Future Dec 2016 Faktor -4

Edelmetalle: Gold ist gestern mit dem Versuch gescheitert, die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie wieder zu überschreiten, handelt heute Morgen mit gut 1.260 USD je Feinunze aber weiterhin in unmittelbarer Nähe dieser Marke. Unterstützung erhielt der Goldpreis gestern durch verhaltene Inflationsdaten aus den USA für September, woraufhin die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed laut Fed Fund Futures nochmals leicht gesunken ist. Auch die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist wieder etwas zurückgegangen, was die Opportunitätskosten von Gold verringert. Darüber hinaus verzeichneten die Gold-ETFs gestern den fünften, wenn auch moderaten, Tageszufluss in Folge. Wie am Rande der LBMA-Konferenz in Singapur bekannt wurde, erwartet der World Gold Council (WGC) in diesem Jahr für China eine Goldnachfrage von 900-1.000 Tonnen. Die starke Investmentnachfrage würde demnach die schwächelnde Schmucknachfrage auffangen. Auch die erwartete weitere Abwertung der chinesischen Währung würde zur höheren Goldnachfrage beitragen. Im nächsten Jahr soll sich die chinesische Goldnachfrage laut WGC wieder dem Niveau von 2015 annähern (984,5 Tonnen). Platin und Palladium scheinen ihren Abwärtstrend zunächst gestoppt zu haben und sich zu stabilisieren. Platin handelt bei gut 940 USD je Feinunze, Palladium kostet rund 640 USD je Feinunze. Ähnlich wie bei Gold sollte der Verkaufsdruck seitens der spekulativen Finanzinvestoren nachlassen, nachdem diese in den letzten Wochen vor allem bei Platin ihre Netto-Long-Positionen stark reduziert hatten.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD2SUV Bull Gold Hebel 10,5
CD95ZV Bear Gold Hebel 12,1

Industriemetalle: Die Metallpreise reagieren heute kaum auf die am frühen Morgen veröffentlichten Konjunkturdaten aus China. Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros ist die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal wie schon im Vorquartal im Jahresvergleich um 6,7% gewachsen. Premierminister Li Keqiang hatte im Vorfeld gute Daten schon angedeutet. Die Stabilisierung von Chinas Konjunktur ist hauptsächlich auf eine stärkere Binnennachfrage insbesondere im Immobilien- und auch im Automobilsektor zurückzuführen. Da sich am Häusermarkt aber eine Überhitzung andeutet, hat die chinesische Regierung hier Abkühlungsmaßnahmen getroffen. Diese dürften sich in den nächsten Quartalen negativ auf Chinas Konjunktur auswirken. Die ebenfalls veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion im September fielen enttäuschend aus. So ist die Industrieproduktion im letzten Monat nur um 6,1% gestiegen. Die Investitionen in Sachanlagen legten immerhin leicht zu. Ob dies ausreicht, die Marktteilnehmer auch von einem zukünftigen soliden Wirtschaftswachstum zu überzeugen, bleibt fraglich. Die Metallpreise könnten sogar eher unter Druck kommen, da China im September deutlich mehr Metalle und Stahl produziert hat, wodurch dem Markt mehr Angebot zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite sieht der weltweit größte Minenproduzent, BHP Billiton, eigenen Aussagen zufolge erstmals seit langer Zeit wieder Anzeichen einer Erholung der Rohstoffnachfrage.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5F2L Bull Copper Future Dec 16 Hebel 3,4
CD5F2X Bear Copper Future Dec 16 Hebel 3,3

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Wertpapier: Öl (Brent), Gold, Platin, Palladium, Aluminium, Nickel, Kupfer, Zink


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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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