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Schulden sind verlockend („billig“) – aber kein Weg zum Vermögensaufbau

14.11.2016, 05:05  |  453   |   |   

Vergangene Woche war nicht nur die Woche der US-Wahl, sondern es wurde auch eine interessante Studie veröffentlicht, die wahrscheinlich bei den meisten untergegangen ist. Der Creditreform SchuldnerAtlas Deutschland. Was Sie über (Ihre) Schulden jetzt einmal wissen sollten…

Fakt ist: 2016 ist die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland zum dritten Mal in Folge, und deutlicher als erwartet, angestiegen. Die Niedrigzinsen lassen grüßen…

„Bei Schulden unterscheiden sich Privatmenschen wenig von Staaten“

Nur weil es billig ist, sich zu verschulden, heißt es noch nicht, dass man die Schulden auch zurückzahlen kann. Damit unterscheiden sich Privatmenschen wenig von Staaten.

Zum Stichtag 1. Oktober 2016 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Überschuldungsquote von 10,06 Prozent gemessen. Damit sind über 6,8 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Dies sind rund 131.000 Personen mehr als noch im letzten Jahr (+ 1,9 Prozent). Die Überschuldungsquote steigt deutlich an, obwohl die Bevölkerung spürbar zugenommen hat.

Der aktuelle Anstieg der Überschuldungszahlen beruht ausschließlich auf einer Zunahme der Fälle mit hoher Überschuldungsintensität (vereinfacht: gerichtliche Sachverhalte). Ihre Zahl nahm in den letzten zwölf Monaten um rund 220.000 Fälle zu (+ 5,6 Prozent), während hingegen die Zahl der Fälle mit geringer Überschuldungsintensität (vereinfacht: nachhaltige Zahlungsstörungen) um rund 89.000 Fälle (- 3,2 Prozent) zurückging. Rund 4,17 Millionen Menschen sind in Deutschland in einer dauerhaften Überschuldung (2006 / 2016: + 770.000 Fälle).

„Die Jungen machen weniger Schulden als die Alten“

Soweit – so dramatisch. Interessant wird es, wenn es um die Altersverteilung der Schuldenprobleme geht:

Laut SchuldnerAtlas Deutschland bleibt das Thema „Altersüberschuldung“ virulent und zeigt einen weiter ansteigenden Trend. 2016 müssen rund 174.000 Menschen in Deutschland ab 70 Jahren als überschuldet eingestuft werden (+ 25.000 Fälle; + 16 Prozent). Die entsprechende Überschuldungsquote (1,34 Prozent; + 0,17 Punkte) liegt zwar weiterhin deutlich unter den Vergleichswerten der anderen Altersgruppen, der Anstieg ist im Mehrjahresvergleich 2013 / 2016 mit plus 58 Prozent allerdings überdurchschnittlich.

Bei der nächstjüngeren Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen sind 2016 504.000 Überschuldungsfälle zu zählen (+ 33.000 Fälle; + 7 Prozent). Zudem sind die Anstiege in beiden Altersgruppen in diesem Jahr stärker auf eine Zunahme der Fälle mit hoher Überschuldungsintensität zurückzuführen.

Im Gegensatz dazu ist die Überschuldungszahl und -quote in der jüngsten Altersgruppe in diesem Jahr erfreulicherweise weiter zurückgegangen. Die Überschuldungsquote beträgt hier 14,50 Prozent, wobei der Rückgang fast ausschließlich auf einen Rückgang der Fälle mit geringer Überschuldungsintensität zurückzuführen ist. Derzeit müssen rund 1,66 Millionen junge Menschen in Deutschland (unter 30 Jahre) als überschuldet eingestuft werden (- 28.000 Fälle).

„Achtung Altersüberschuldung“

Besonders dramatisch ist in unseren Augen die Altersüberschuldung. Dies liegt mit Sicherheit an allerlei persönlichen Schicksalsschlägen, aber auch zu einem großen Teil an der fehlenden Vorsorge. Dass wir damit Aktien meinen, dürfte inzwischen vielen klar sein. Aber es ist auch wirklich einfach. Schon kleine Beträge monatlich in einen ETF-Sparplan auf den DAX oder S&P 500 bringen auf Sicht von 30 Jahren wirklich etwas!

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Wertpapier: DAX


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Christoph Scherbaum M.A. und Diplom-Betriebswirt Marc Schmidt sind die Gründer von dieboersenblogger.de. Der Social-Börsenblog wurde Ende 2008 im Zeichen der Finanzkrise von den zwei Finanzjournalisten gegründet und hat sich seither fest in der Börsenmedienlandschaft etabliert. Heute schreibt ein gutes Dutzend Autoren neben Christoph Scherbaum und Marc Schmidt über Aktien, Geldanlage und Finanzen. Weitere Informationen: www.dieboersenblogger.de.

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