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DAX30-Index Zwischen Saisonalität und Unsicherheit

Gastautor: Oliver Bossmann
15.11.2016, 12:44  |  551   |   |   

Der DAX30-Kurs tendiert seit Tagen in einer engen Range zwischen den Marken von 10.800 Punkten bis 10.600 Punkten. Im Tageschart des deutschen Börsenbarometers ist zu sehen, dass es den Marktteilnehmern entweder an Mut oder an einem ausschlaggebenden Impuls fehlt, den Kurs nachhaltig über die charttechnisch wichtige Widerstandszone um die Marke von 10.800 Punkten zu hieven. Es scheint so, als wäre den Bullen nach der US-Wahl und der anschließenden Rallye der Treibstoff für weitere Höhenflüge ausgegangen.

Noch ist für viele Investoren schwer abzuschätzen, was die Präsidentschaft von Donald Trump, vor allem auf mittlere Sicht, für die US-Märkte bedeutet und so könnten sich viele immer noch in Zurückhaltung üben. Auf Seiten der Bullen steht nach wie vor die Saisonalität, denn kurz vor und nach dem Jahreswechsel könnten sowohl institutionelle als auch private Anleger unter Druck stehen, ihre geparkten Gelder zu investieren.

Für Trader stellt sich die Situation ebenfalls nicht einfach dar, denn das Risiko eines Fehlausbruchs auf der Oberseite ist groß und niemand will wieder auf dem falschen Fuß erwischt werden, so wie es am 25.10.2016 der Fall war, als der DAX30-Index einen klassischen Fehlausbruch auf der Oberseite der breiten Seitwärtsrange hinlegte.

Die Bären und kurzfristigen Shorties könnten sich mit dem Wissen in Stellung gebracht haben, dass nach wie vor Unsicherheit darüber herrscht, wie es in den USA wirtschaftspolitisch weitergeht. Denn sollte ein Trump'sches US-Konjunkturprogramm kommen, dass in Infrastruktur und Verteidigung investiert, gepaart mit einer isolationistischen Politik, dann würden die Zinsen steigen. Diese Aussicht könnte die US-Aktienmärkte, und damit den DAX30, auf dem Boden halten oder gar in einen Bärenmarkt führen.

Ein mögliches Fazit in der jetzigen Situation könnte sein, dass es für Investoren besser ist abzuwarten, was die neue US-Wirtschaftspolitik mit sich bringt. Auch auf die Gefahr hin, eine Jahresendrallye zu verpassen. Denn ein weiter wie bisher wird es mit dem neuen US-Präsidenten, nach den im Wahlkampf getroffenen Aussagen, nicht geben können.

Für Trader könnte sich momentan die Short-Seite anbieten. Hier spricht das gute Chance-/Risiko-Verhältnis für einen spekulativen Trade. Denn sollte der Kurs an der charttechnischen Widerstandszone um die Marke von 10.800 Punkten erneut abprallen, dann wäre das nächste Kursziel die untere Begrenzung der Range der letzten Monate, die bei 10.190 Punkten verläuft. Ein möglicher Stopp einer kurzfristigen Short-Strategie könnte bei der runden 11.000-Punkte-Marke gesetzt werden.

Wertpapier: DAX


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Oliver Bossmann ist bei ETX Capital als Marktanalyst tätig. Er arbeitet seit über zehn Jahren in der Finanzbranche und hat sich auf den Bereich CFD- und FX-Trading spezialisiert. Zuletzt war er bei dem amerikanischen Forex-Broker FXCM als Marktanalyst angestellt und leitete den Unternehmensbereich FXCM Research in Deutschland. Bis 2009 verwaltete er als Head of Trading beim Broker FX Flat private und institutionelle Kundengelder in Form eines Managed Accounts.

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