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Verfallstagsrally

Gastautor: Sven Weisenhaus
20.12.2016, 10:05  |  429   |   |   

In den vergangenen beiden Wochen konnten Sie miterleben, was geschieht, wenn sich die Stillhalter bei überraschenden Kursbewegungen zum Verfallstag bei immer höheren Kursen immer weiter absichern müssen. Wir haben schon oft bei unseren Analysen zum Verfallstag Kursmarken genannt, über oder unter denen sich die Stillhalter absichern werden. Dabei haben wir darauf hingewiesen, dass in diesem Fall eine ohnehin gestartete Bewegung noch deutlich verstärkt werden wird.

Schauen wir uns dazu das Verfallstagsdiagramm vom Dezember an:

Wir sehen hier, dass die Call-Positionen (blaue Balken) ab dem Kursbereich von 10.800 Punkten überwiegen. Bei 11.000 Punkten ist zudem eine sehr große Call-Position zu erkennen. Und über der 11.000er Marke sind kaum noch Put-Positionen (rote Balken) zu erkennen - alles blau.

Der Ausbruch des DAX

Der DAX befand sich seit Juni dieses Jahres in einer Seitwärtsbewegung zwischen 10.175 und 10.800 Punkten. Positionen, die außerhalb dieser Range lagen, waren aus Sicht der Stillhalter komfortabel. Insbesondere, da sie Seitwärtsbewegungen oder leicht fallende Bewegungen häufig bevorzugen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX aus dieser Range ausbrach, war nach der Trendtheorie niedriger, als dass er in ihr blieb.

Als der DAX dann am 7.12.2016 mit einem Gap-Up (Kurslücke nach oben) bei 10.885 Punkten eröffnete, gerieten die Stillhalter in Bedrängnis, da Verluste drohten. Sie mussten sich dementsprechend schnell absichern, um diese Verluste zu minimieren. Und das geschieht u.a., indem sie ebenfalls Long-Positionen eingehen. Diese Long-Positionen befeuern natürlich die sowieso schon bullishe Situation, die durch den Ausbruch entstanden war. Als dann der DAX auch noch dynamisch über die 11.000er Marke sprang, musste auch diese große Call-Position abgesichert werden. Und so entstand die lange weiße Kerze an diesem Tag (siehe roter Pfeil).

Ab da verhielt es sich wie so oft: Die Rally befeuerte die Rally und die Bewegung wurde durch Absicherungen verstärkt, und zwar bis zum Verfallstag. Bei 11.300 bis 11.400 Punkten gab es eine kleine Lücke in den Call-Positionen. Aus diesem Grund sank hier der Kaufdruck, so dass der DAX am Freitag etwas über diesem Kursniveau zum Verfall abgerechnet wurde.

Und jetzt?

Jetzt ist der Spuk ersteinmal vorbei. Aber es kann sein, dass die Stillhalter noch einige Absicherungspositionen im Depot haben. Und so kommt es darauf an, ob sie damit rechnen, dass die Jahresendrally noch weitergeht. In diesem Fall gäbe es keinen Grund, die Absicherungspositionen aufzulösen. Sollten jedoch die Kurse vorher anfangen zu fallen, wird wahrscheinlich auch in dieser Bewegung eine Verstärkung zu erkennen sein.

Fazit:

Es ist immer wieder zu erkennen, dass die Kursbewegung zusätzlich deutlich angefeuert wird, wenn vor dem Verfallstag bestimmte Marken, bei denen sich große Call oder Put Positionen befinden, (überraschend) nach oben oder nach unten überwunden werden. Meisten hält diese dynamische Bewegung bis zum Verfallstag an. Und genau diesen Fall haben wir in den vergangenen beiden Wochen zu sehen bekommen und er kann somit hier als Lehrbuchbeispiel dienen.

Viele Grüße

Ihr

Stockstreet-Team

(Quelle: www.stockstreet.de)

Wertpapier: DAX

Themen: DAX


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Sven Weisenhaus ist seit Trader und Börsenexperte. Seine Erfahrungenund Analysen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Börsenpublikationen. Unter anderem veröffentlicht er seit Dezember 2012 den kostenlosen Börsendienst "Geldanlage-Brief". Zudem gehört er seit einigen Jahren zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort seit Anfang 2016 für den kostenlosen Börsendienst "Börse - Intern".

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