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Nordex – Goldman Sachs macht große Hoffnung

Gastautor: Daniel Saurenz
12.01.2017, 06:00  |  802   |   |   

USA_Solvang_Nordex_SymbolbildGoldman Sachs sieht bei Nordex weiteres Aufwärtspotential. Die US-Investmentbank hat die Aktien von Nordex mit einem Kursziel von 31 Euro auf der “Conviction Buy List” belassen. Die installierten Windkraftanlagen in Europa alterten und dürften durch neue ersetzt werden, schrieb Analyst Manuel Losa in einer Studie vom Dienstag. Dies bedeute Aufwärtspotenzial für die Gewinne der Hersteller. Während Vestas am besten positioniert sei, um von diesen Trends zu profitieren, sei Nordex aus Bewertungssicht sein Favorit für die nächsten 12 Monate. Wir blicken noch einmal auf die frische Nordex-Analyse von Egmond Haidt und stellen passende Investmentprodukte vor.

Nach einem kräftigen Rückgang ist die Aktie des Herstellers von Windkraftanlagen Nordex auf dem Weg nach oben. Dabei dürften sich die Perspektiven für den Konzern im Gegensatz zu den Planungen von Vorstandschef  Lars Bondo Krogsgaard deutlich eintrüben. Wird die TecDAX-Aktie dennoch weiter Rückenwind haben?

Rückenwind hatte das Papier zuletzt vor allem von den steigenden Ölpreisen. In dem Umfeld rechnen sich Windkraftanlagen eher als vorher, zumal die Energiegestehungskosten in den nächsten Jahren wegen der Weiterentwicklung der Technologie weiter deutlich sinken sollen. Angesichts dessen sehen Investoren darüber hinweg, dass das Umfeld für Nordex in den nächsten Quartalen deutlich schwieriger sein könnte als bislang erwartet, woraufhin bei Investoren allmählich Sorgen aufkommen könnten, dass der Konzern möglicherweise die 2018er-Ziele nicht erreichen wird.

Sie sehen einen Umsatzanstieg auf 4,2 bis 4,5 Mrd. Euro vor, während die Ebitda-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz) auf mehr als zehn Prozent verbessert werden soll. Das würde einem Ebitda von 435 bis 495 Mio. Euro entsprechen, gegenüber geplanten mindestens 280 Mio. für 2016.

Wir haben Ihnen zuletzt etliche Produkte auf Nordex ans Herz gelegt, wie einen Knock-Out-Bull mit der WKN CC9NUX mit Hebel 5. Wer darauf setzen möchte, dass die Erholung bei Nordex bald ihr Ende findet greift zur WKN DGN4ND. Der Turbo-Bear ist mit einem 5er Hebel ausgestattet. Zudem finden Sie in unserer ISIN-Liste einen Discount Call mit der WKN PB5D0E. Die Seitwärtsrendite liegt bei 26,9 Prozent.

Warten auf die Zahlen zum Auftragseingang

Nordex_5Wie schwer sich der Konzern bereits in dem bestehenden Umfeld tut, zeigt, dass Nordex am 10. November die 2016er-Prognose wegen Auftragsverschiebungen auf das untere Ende der vorherigen Spanne eingegrenzt hat. So solle der Umsatz lediglich auf 3,35 Mrd. Euro steigen. Die Ebitda-Marge werde nur 8,3 Prozent erreichen.

Vorstandschef Lars Bondo Krogsgaard hielt zwar am Ziel eines Auftragseingangs von „gut 3,4 Mrd. Euro“ fest. Es sei zwar hart, aber machbar. Dazu muss Nordex allerdings im vierten Quartals Orders von 1,2 Mrd. an Land ziehen – kein leichtes Unterfangen. Die Analysten von Goldman gehen davon aus, dass Nordex in den nächsten Tagen die Zahlen zum Auftragseingang veröffentlichen wird.

Krogsgaard treibt derweil die Integration der spanischen Tochter Acciona Windpower voran, die nach der Übernahme seit dem zweiten Quartal 2016 in die Ergebnisse von Nordex einfließt. Durch die Transaktion expandiert der Konzern kräftig in die Emerging Markets, wie Mexiko, Brasilien und Indien, sowie in die USA, in denen Nordex bislang nur schwach oder gar nicht vertreten war.

Wer sein Depot kostengünstig bestücken möchte, sollte sich die Preisgestaltung bei De Giro ansehen. Je nach Basiswert lassen sich zwischen 74 und 98 Prozent sparen.

Trumps Wahlsieg bedeutet Gegenwind für Erneuerbare Energien

Nordex in Euro auf 5 Jahre

Dass das Umfeld für Nordex im Jahr 2017 schwierig werden könnte, darauf deuten die Aussagen des viel größeren Konkurrenten Vestas hin. Vorstandschef Anders Runevad warnte, dass das Wachstum nach drei Jahren mit rasanten Zuwächsen künftig deutlich schwächer ausfallen könnte, worauf es am 8. November, also kurz vor dem Wahlsieg von Donald Trump, zu einem kräftigen Kursrückschlag bei der Aktie gekommen war.

„Wir erwarten, dass vor allem das US-Geschäft im Jahr 2017 auf einem niedrigeren Niveau als 2016 sein wird.“ Runevad rechnet also mit einem Umsatzrückgang für die USA. Diese Aussage hatte Runevad wohlgemerkt vor Trumps überraschendem Wahlsieg gemacht. Experten befürchten, dass Trump, der den Klimawandel als einen Schwindel bezeichnet und das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen will, verstärkt auf Kohle setzen wird, um so Jobs in dem Bereich zu schaffen und im Gegenzug die Förderung für erneuerbare Energien deutlich kürzen wird.

Dass das Umfeld für Nordex im Jahr 2017 schwierig werden könnte, darauf deuten die Aussagen des viel größeren Konkurrenten Vestas hin. Vorstandschef Anders Runevad warnte, dass das Wachstum nach drei Jahren mit rasanten Zuwächsen künftig deutlich schwächer ausfallen könnte, worauf es am 8. November, also kurz vor dem Wahlsieg von Donald Trump, zu einem kräftigen Kursrückschlag bei der Aktie gekommen war.

Nordex_2„Wir erwarten, dass vor allem das US-Geschäft im Jahr 2017 auf einem niedrigeren Niveau als 2016 sein wird.“ Runevad rechnet also mit einem Umsatzrückgang für die USA. Diese Aussage hatte Runevad wohlgemerkt vor Trumps überraschendem Wahlsieg gemacht. Experten befürchten, dass Trump, der den Klimawandel als einen Schwindel bezeichnet und das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen will, verstärkt auf Kohle setzen wird, um so Jobs in dem Bereich zu schaffen und im Gegenzug die Förderung für erneuerbare Energien deutlich kürzen wird.

Das wäre eine erhebliche Belastung für Nordex, hat sich der Konzern doch neben einem kräftigen Wachstum in Deutschland und Indien, vor allem ein starkes Plus in den USA auf die Fahnen geschrieben. „Erfolg in den Deutschland, USA und Indien wird wichtig sein“, um unsere 2018er-Ziele zu erreichen, schrieb der Konzern in einer Präsentation zum Investorentag am 28. September. So soll der Marktanteil in den USA, der 2016 bei rund zwei Prozent gelegen haben soll, 2018 auf zehn Prozent gesteigert werden.

Damit soll der Umsatzanteil in Nordamerika insgesamt, der laut Krogsgaards Prognosen 2016 auf vier Prozent gesunken sein soll, im Jahr 2018 auf 26 Prozent nach oben schießen, womit die Region der zweitwichtigste Umsatzlieferant von Nordex wäre. Im Gegenzug soll der Anteil des wichtigen Europa-Geschäfts von 64 Prozent auf nur mehr 43 Prozent sinken. Sollte Trump seine Ankündigungen in die Tat umsetzen, könnte es Nordex aber sehr schwer fallen, sein 2018er-Ziel für die USA umzusetzen.

Wenig rosig erscheinen derzeit auch die Perspektiven für das Indiengeschäft. Mit dem Ziel, Indien zur bargeldlosen Gesellschaft zu machen und deswegen wichtige Banknoten aus dem Verkehr zu ziehen, dürfte Ministerpräsident Narendra Modi für einen Konjunktureinbruch sorgen. Verschärft würde die Probleme für Nordex werden, wenn die indische Rupie, die sich in den vergangenen Monaten gegenüber dem Euro erholt hat, den Rückwärtsgang einlegen würde. Dabei will Krogsgaard den Marktanteil in Indien zwischen 2016 und 2018 von zwei Prozent auf zehn Prozent steigern.

Immerhin läuft das Geschäft in Deutschland erfreulich, wo sich Nordex starker Auftragseingänge erfreut. In den ersten neun Monaten 2016 war Deutschland mit 34 Prozent der Auftragseingänge des Konzerns der mit weitem Abstand wichtigste Markt.

Etliche Risiken

Auf dem Papier sieht die Sache zwar ganz einfach aus: Laut den Schätzungen der Analysten soll Nordex den Umsatz im Jahr 2017 auf 3,73 Mrd. steigern und 2018 auf 3,95 Mrd. Euro. Für den gleichen Zeitraum soll der Gewinn je Aktie von 1,44 Euro auf 1,70 Euro hochspringen. Damit wäre das 2017er-KGV mit 14,2 keineswegs zu hoch, während es auf Basis der 2018er-Schätzungen sogar auf nur mehr zwölf sinkt. Seit Trumps Wahlsieg ist das Risiko aber größer geworden, dass der TecDAX-Wert seine 2018er-Ziele nicht erreichen könnte. Bei weiter steigenden Ölpreisen könnte die Erholung der Nordex-Aktie zwar kurzfristig noch etwas weitergehen. Spätestens am 30. März, wenn der Konzern den Geschäftsbericht vorlegt und einen Ausblick auf 2017 gibt, könnte aber der Tag der Wahrheit kommen.

Wertpapier: Nordex Discount Call 19,50-21,50 bis 2017/03 (BNP)


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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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