C-QUADRAT Gold Monatskommentar Gold und Goldaktien Dezember 2016

Gastautor: Andreas Böger
12.01.2017, 15:44  |  1717   |   

Überblick
Im Dezember setzte der Edelmetallsektor seine Konsolidierung fort, die Schwäche im Monatsverlauf wurde durch einen festen Jahresabschluss weitestgehend ausgeglichen. Die größeren Titel aus dem FTSE Gold Mines Index stiegen um +4,0%, der MV Junior Gold Mines Index fiel um -1,5%, Silber um -3,2%, Gold um –1,3%, (alle Werte in EUR). Weiterhin zeigen die Goldaktien eine insgesamt stabilere Entwicklung als der Goldpreis, was positiv zu werten ist.

Marktüberblick
An den Kapitalmärkten wirkten die Effekte durch die US Präsidentschaftswahlen im Dezember weiter nach. Aktien notierten freundlich, europäische Titel konnten deutlich zulegen. Wie im Vormonat zählten die zyklischen Finanz- und Energiesektoren zu den Gewinnern. Bei den Anleihen entwickelten sich vor allem die US Staatsanleihen weiter schwach, die anderen Segmente und Regionen konnten sich stabilisieren. Die Kreditrisikoaufschläge sanken deutlich, weshalb gerade die Anleihen mit den höchsten Kreditrisiken ein gutes Plus lieferten. Anders als im Vormonat spiegelten die Zinskurven keine gestiegenen Inflationserwartungen wieder, da primär die kurzen Laufzeiten von Änderungen betroffen waren. Die breiten Rohstoffindices konnten zulegen, wobei dies primär auf das Rohöl zurückzuführen war, die Segmente Agrar und Metalle gaben leicht nach. Bei den Währungen schloss der USD wieder gegenüber den meisten Währungen fester.

In der Gesamtschau waren zyklische Anlagen weiter gefragt, in diesem Monat nicht nur aus den USA, sondern auch aus dem Rest der Welt. Gerade die fallenden Kreditrisikoaufschläge und die gute Entwicklung bei High Yield und Emerging Market Anleihen ist in diesem Zusammenhang bedeutsam, gleiches gilt für italienische und spanische Staatsanleihen.    Viele Analysten sind für das kommende Jahr sehr positiv gestimmt und erwarten eine breit angelegte Reflation, mit anziehenden Preisniveaus, steigenden Zinsen und stärkerem Wirtschaftswachstum. Mit anderen Worten erwarten sie „gute“ Preissteigerungen, welche durch Wirtschaftswachstum ausgelöst werden. Sie verweisen auf die festen zyklischen Anlagen und die zuletzt steigenden Zinsen an den Kapitalmärkten, ferner erwarten sie positive Wachstumsimpulse durch den neuen US Präsidenten.

Die Gegenposition lautet, dass die möglichen Wachstumsimpulse überschätzt werden, dass das Wirtschaftswachstum schwach bleibt und damit bestenfalls „schlechte“ Preissteigerungen durch Geldentwertung zu erwarten sind. Diese Analysten zeigen auf die weiter bestehende Überschuldung und der verhaltenen Reaktion der klassischen Reflationsindikatoren. Im historischen Vergleich ziehen bei einer normalen Wirtschaftserholung beispielsweise die Zinsen stark an, Industrierohstoffe sind gefragt, das Handelsvolumen und die Unternehmensgewinne steigen. Wirklich überzeugend seien diese Indikatoren aktuell noch nicht.

Wir verweisen darauf, dass diese Diskussion nun seit der Finanzkrise im Jahr 2008 in regelmäßigen Abständen wiederkehrt. Dieser „Erwartungszyklus“ beginnt in der Regel mit einer kleineren Krise an den Kapitalmärkten und zunehmenden Pessimismus. Energisches Eingreifen der Zentralbanken stabilisiert dann die Märkte nominell, woraufhin sich auch einige Wirtschaftsstatistiken verbessern. Spekulanten sehen eine Kaufgelegenheit, wechselnde Marktsegmente zeigen extreme Kursbewegungen. Nach einiger Zeit keimt die Hoffnung auf, dass eine nachhaltige Wende auch in der realen Wirtschaftsentwicklung eingeläutet wurde. Diese Hoffnung verpufft dann aufgrund einer neuen unerwarteten Krise an den Kapitalmärkten. Es ist dabei entscheidend, dass wir nicht von dem „normalen“ Wirtschaftszyklus sprechen, der nach dem Auf und Ab von einem höheren Niveau neu beginnt.  Seit der Finanzkrise 2008  folgt auf das Auf und Ab oft ein niedrigeres Niveau. Wir sprechen hier nicht von den nominellen Kursen an den Kapitalmärkten, sondern von Indikatoren der realen Wirtschaftstätigkeit wie Handelsvolumen, Industrieproduktion oder den Fremdwährungsreserven der Zentralbanken. Der Effekt ist sogar am gemessenen Bruttosozialprodukt abzulesen, dort fallen die Steigerungsraten immer geringer aus.

Wir denken weiterhin, dass sich viel durch die Zentralbank Interventionen erklären lässt. Diese lösen nicht nur destabilisierende Spekulationswellen an den Kapitalmärkten aus, sie ermöglichen auch eine enorme Schuldenausweitung trotz schwacher Wirtschaftsleistung. Das kann dann zu nominell steigenden Kursen an den Kapitalmärkten führen, wirklich vorwärts geht es aber nicht. Die zunehmende Schere zwischen nominellen Kursen, Schuldenniveaus und realer Wirtschaftskraft macht die Märkte in der Folge vulnerabel für „Ereignisse“, also der nächsten unerwarteten Krise an den Kapitalmärkten. In diesem Zusammenhang beobachten wir vor allem den USD, der nun seit längerer Zeit aus verschiedenen Gründen stark aufwertet. Die Aufwertung bedeutet für den Rest der Welt eine praktische Kreditverknappung, da der USD weiterhin als Handelswährung dominiert, viele Kredite in USD notieren und viele Währungen an den USD gekoppelt sind.

Gold
Für den Sektor geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Nach einer sehr starken ersten Jahreshälfte wurde etwas mehr als die Hälfte der Gewinne im Jahresverlauf wieder abgegeben. Mehr als üblich war der Sektor von der Entwicklung der US Zinsniveaus und damit von der erwarteten Wirtschaftsentwicklung abhängig. Aktuell wird von fast allen Marktteilnehmern von weiter steigenden Zinsen und einer guten Wirtschaftserholung ausgegangen, entsprechend pessimistisch sind die Erwartungen an den Goldsektor. In diesem Stimmungsumfeld sehen wir viel Raum für Überraschungen. Wie beschrieben, erwarten wir in den kommenden Monaten eine zurückhaltende US Notenbank und auch keine große Zinsnormalisierung. Die realen Zinsen dürften damit negativ bleiben und den Goldsektor weiter unterstützen.

Auf Unternehmensebene konnten vor allem die mittelgroßen Produzenten in diesem Jahr überzeugen. Die Schwergewichte im Portfolio, Alamos Gold und B2Gold,  lieferten solide Produktionssteigerungen. Auf Sektorebene blieben die Produktionskosten wie erwartet stabil, die Cash Flow Generierung und Bilanzverbesserung rückt immer mehr in den Vordergrund.

Portfolio
Der Fonds legte im Dezember um +1,29% zu. Der Aktienanteil wurde konstant hoch bei 98% angehoben, der Anteil der Silberaktien fiel leicht auf 22%. Die gewichtete Marktkapitalisierung der Titel wurde stabil gehalten, der Fokus des Fonds bleibt auf den mittelgroßen Unternehmen des Sektors.

Das Fondsmanagement
C-QUADRAT Gold & Resources Fund

 

Dieser Kommentar ist zu allgemeinen Informationszwecken erstellt worden. Es handelt sich hierbei nicht um eine Kauf- oder Verkaufsaufforderung oder Anlageberatung. Der Inhalt ersetzt keine Anlageberatung oder sonstige Beratung. Die vollständigen Angaben zu den erwähnten Fonds sind dem vereinfachten bzw. vollständigen Verkaufsprospekt, ergänzt durch die jeweiligen letzten geprüften Jahresberichte und die jeweiligen Halbjahresberichte, falls solche jüngeren Datums als die letzten Jahresberichte vorliegen, zu entnehmen. Diese zuvor genannten Unterlagen stellen die alleinverbindliche Grundlage für den Kauf von Investmentanteilen dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei der Semper Constantia Invest GmbH, A-1010 Wien, Heßgasse 1, www.semperconstantia.at, Tel.: +43 1 536 16 0, erhältlich. Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen, die zu Verlusten des eingesetzten Kapitals, bis hin zum Totalverlust, führen können. Es wird ausdrücklich auf die Risikohinweise des ausführlichen Fonds-Verkaufsprospektes verwiesen. Dieser Kommentar dient der eigenverantwortlichen Information. Potenziellen Investoren wird dringend angeraten, vor einer Kaufentscheidung den vollständigen Verkaufsprospekt, den Jahresbericht und ggf. den Halbjahresbericht zu lesen, sowie ihren persönlichen Anlageberater, Rechtsanwalt und Steuerberater zu konsultieren. Alle Daten und Informationen wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt, die verwendeten Quellen stufen wir als zuverlässige ein. Dennoch können wir für deren Vollständigkeit und Richtigkeit keine Haftung übernehmen. Jegliche Haftung für Anlageverluste und sonstige Schäden aus Anlageentscheidungen auf Basis dieser Informationen wird ausgeschlossen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung eines Finanzinstrumentes zu.

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Andreas Böger ist Senior Portfolio Manager bei der C-QUADRAT Asset Management GmbH, u.a. zuständig für den Bereich Aktien und Rohstoffe und Manager des C-QUADRAT Gold & Resources Fund. Weitere Informationen unter: www.c-quadrat.com.

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Andreas Böger ist Senior Portfolio Manager bei der C-QUADRAT Asset Management GmbH, u.a. zuständig für den Bereich Aktien und Rohstoffe und Manager des C-QUADRAT Gold & Resources Fund. Weitere Informationen unter: www.c-quadrat.com.

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