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17 Jahre später ist Microsoft wieder 500 Milliarden US-Dollar wert!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
01.02.2017, 12:00  |  687   |   |   

Microsoft (WKN:850747) ist zurück. Am Freitag wies die Nachrichtenagentur Reuters darauf hin, dass die aktuelle Marktkapitalisierung des Softwareriesen auf über 500 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Das ist das erste Mal seit März 2000.

Ich freue mich immer, wenn es etwas zu feiern gibt, wie z.B. diesen Meilenstein nach 17 Jahren. Es ist auch kein Geheimnis, dass Microsoft aktuell gerade wirklich viele Dinge gut macht. Aktien mit hoher Marktkapitalisierung bringen es nicht ohne Grund auf eine unglaubliche Rendite von 55 % in nur zwei Jahren.

Ich würde aber auch argumentieren, dass jenes Microsoft, das wir heute sehen, sehr weit von der 500-Milliarden-Dollar-Bestie entfernt ist, die sie vor 17 Jahren war.

Horace Chow, Microsofts General Manager, zuständig für Hong Kong. Bildquelle: Microsoft.

Aufgeblähte Dollar-Werte

Zuerst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass die 500 Milliarden US-Dollar nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Das unaufhaltsame Fortschreiten der Inflation schmälert den Wert des Geldes im Lauf der Zeit immer wieder und 17 Jahre können dabei jede Menge Schaden anrichten:

  • Die Kaufkraft von 500 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 sind inflationsbereinigt nämlich 363 Milliarden US-Dollar des Jahres 2000.
  • Genauso wären die 500 Milliarden von damals heute 697 Milliarden US-Dollar wert.
  • Aus dieser Sicht würde Microsoft also eine um 37 % höhere Marktkapitalisierung brauchen, um die Inflation auszugleichen.

Okay, niemand feiert ein Ergebnis von 697 Milliarden. Wir möchten doch immer nette und runde Zahlen. Was ist aber, wenn wir die Inflation langfristig nicht berücksichtigen? Dann tun wir uns und unseren Investitionen damit keinen Gefallen. Die Inflation ist nämlich real.

Ein weiterer Meilenstein

Die Marktkapitalisierung zu beleuchten ist hierbei die einfache Variante. Man multipliziert einfach die aktuellen Aktienkurse mit der Zahl der ausstehenden Aktien. Das ist sehr nützlich, wenn man sich auf einer Cocktailparty über solche Dinge unterhalten möchte. Die Marktkapitalisierung ist eine der Kennzahlen, die man auch für schnelle Vergleiche heranziehen kann.

Sie ist aber auch eine übermäßig simple Maßeinheit. Nehmen wir doch mal an, du würdest Microsoft komplett kaufen wollen. Du oder die anderen Multimilliardäre und Unternehmen mit jeder Menge Geld auf der hohen Kante, die mit dir arbeiten, müssten dann auch die Schulden von Microsoft übernehmen. Die Gläubiger und die Inhaber der Unternehmensanleihen werden bei einer Übernahme nämlich nicht einfach so auf ihr Geld verzichten. Zusätzlich darfst du aber auch die ganzen liquiden Mittel von Microsoft behalten. Das ist so, als würde man eine Geldbörse kaufen und darin dann auch noch einen 100-Dollar-Schein finden.

Sehen wir uns stattdessen aber den Unternehmenswert an. Die Marktkapitalisierung ist nur der Anfangspunkt. Dann zählen wir die Schuldenbilanz hinzu und ziehen die Barreserven ab. Dieser Wert plus einer angemessene Übernahmeprämie wären dann der Unternehmenswert oder der wahre Preis bei einer Übernahme.

Wie sich herausstellt, kommt Microsoft mit mehr Barmitteln als Schulden. Diese Kennzahl stoppt bei 459 Milliarden US-Dollar, also ein bisschen unter der Marke von 500 Milliarden. In der folgenden Grafik siehst du, wie sich der Unternehmenswert von Redmond in den letzten 17 Jahren verglichen zur Marktkapitalisierung verändert hat.

Microsoft Marktkapitalisierung. Daten von YCHARTS.

Einen Moment! Es gibt noch mehr!

Ehrlich gesagt gibt es aber noch mehr über ein Unternehmen zu sagen, dass so komplex wie Microsoft ist. Ich möchte hier und heute kein Buch darüber schreiben, daher möchte ich mich kurz fassen. Ich möchte nur herausstellen, dass Microsoft seit der Dotcom-Blase eine große Entwicklung vollzogen hat. Die Umsätze haben sich fast vervierfacht, während sich der freie Cashflow verdoppelt hat.

Microsoft Umsätze, letzte 12 Monate. Daten von YCHARTS.

Die Dividendenpolitik des Unternehmens ist auch nur 13 Jahre alt. Aktuell liefert Microsoft eine vernünftige Rendite von 2,4 %. Die Bilanz war vor 17 Jahren sogar schuldenfrei. Das hat sich 2009 aber geändert. Die aktuelle Bilanz des Unternehmens hat nur sehr wenig mit der schlankeren Version mit weniger Kapital aus dem Jahr 2000 zu tun. Die Barmittel und Schulden sind in den letzten Jahren stark angestiegen, da Microsoft jede Menge Werke, Vermögenswerte und Ausrüstungsgegenstände angehäuft hat.

Wenn ich es nicht besser wüsste, dann könnte das ebenso die Bilanz eines Industriebetriebes sein.

Microsoft Sachanlagevermögen (vierteljährlich). Daten von YCHARTS.

Der neue Boss ist nicht so wie der alte Boss

Egal aus welcher Warte man es betrachtet, die verjüngte Version von Microsoft teilt natürlich einige Merkmale mit dem älteren Microsoft mit 500 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung. Die Welt hat sich aber verändert und die Softwareindustrie verändert sich permanent. Daher wird Microsoft immer damit beschäftigt sein, sich an die neue Realität anzupassen.

Wenn sich deine Meinungen und deine Investmentthese im Bezug auf Microsoft in den letzten 17 Jahren nicht geändert haben, dann tut es mir leid dir sagen zu müssen, dass das Unternehmen nicht einfach bloß in eine Zeitmaschine gehüpft ist, um die letzten 17 Jahre zu überspringen. Du wirst hier jede Menge nachzuholen haben.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten ist Angestellte von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Teil von Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Anders Bylund auf Englisch verfasst und wurde am 29.01.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Microsoft


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