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Aktien Trumps Steuerpläne und andere dunkle Wolken am Horizont

Gastautor: Frank Fischer
13.02.2017, 07:34  |  8400   |   |   

Der Jahresauftakt ist gelungen, die meisten Aktienmärkte konnten bisher zulegen. Doch so wird es wohl nicht weitergehen. Dazu lauern auf mittlere Sicht zu viele Gefahren. Zwar sind die globalen Konjunkturerwartungen weiterhin positiv, haben sich aber in letzter Zeit abgeschwächt. Parallel dazu haben sich die Wertwahrnehmung und damit das Vertrauen der Investoren verringert. Die Aktienquoten wurden von vielen Anlegern zuletzt deutlich ausgebaut, deshalb ist mit einer kurzfristigen Schwächephase zu rechnen.

Das Le-Pen-Risiko wird immer größer

Doch das würde nur einen kurzfristigen Rücksetzer für DAX, Dow Jones und den S&P 500 bedeuten. Wir sehen jedoch richtig dunkle Wolken am Horizont. Da sind zum einen die anstehenden Wahlen in Holland und Frankreich für Unsicherheit. Populisten wie der Niederländer Geert Wilders und die Französin Marine Le Pen erfahren immer größeren Zulauf. Vor allem in Frankreich sorgt eine Welle von Skandalen der politischen Elite wie die Korruptionsaffäre um den konservativen Spitzenkandidaten François Fillon dafür, dass Le Pen weiter eine Bedrohung bleibt. Denn ihre Partei, der Front National, geht mit einem radikalen Programm in die Präsidentschaftswahl. Gewinnt Le Pen die Wahl, würde Frankreich einen Austritt aus der EU und aus dem Euro anstreben. Für die Wilders und die Niederlande gilt dasselbe. Ein Sieg von Marine Le Pen gilt zwar immer noch als Extremereignis. Aber Anleger werden mit Blick auf die Wahlen zunehmend nervöser.

Le Pen wandelt mit ihrer Radikalität auf den Spuren von US-Präsidenten Donald Trump. Sie will "Frankreich wieder in Ordnung bringen". Sie attackiert die Globalisierung und plädiert für einen "intelligenten Protektionismus". Französische Unternehmen sollen den Zuschlag bei öffentlichen Aufträgen bekommen und so vor der nicht-französischen Konkurrenz geschützt werden. Inländische Unternehmen, die ausländische Arbeitskräfte einstellen, sollen besteuert werden. Das alles könnte auch aus der Feder von Donald Trump stammen. Dabei darf man nicht vergessen, dass Frankreich nach Deutschland die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Eurozone ist. Und Anleger sollten sich ins Gedächtnis zurückrufen: Auch wenn Le Pen in den Umfragen noch nicht vorne liegt - schon der Ausgang des Brexit-Referendums und der Einzug von Donald Trump ins Weiße Haus haben viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt. All das führt zum Rückzug ausländischer Aktien-Investoren aus Europa und zu ansteigenden Zinsen in den südeuropäischen „Olivenöl“-Staaten, insbesondere dem reformunwilligen Griechenland.

Trumps Steuerpläne

Bleiben wir noch kurz bei Donald Trump und seinen Steuerplänen. Die sind zwar noch nicht offiziell, könnten das US-Steuersystem aber grundlegend ändern. Die Zauberformel lautet hier Border TAX Adjustment (BTA), die ursrünglich vom reublikanischerSprechner des  Repräsentantenhauses Paul Ryan und dem wichtige Ausschussvorsitzenden Kevin Brady stammt. Im Kern geht es um eine radikale Änderung der Unternehmensbesteuerung. Amerikanische Unternehmen könnten dadurch ihre Ausfuhren in andere Länder von der eigenen Besteuerungsgrundlage abziehen, ihre zu zahlenden Unternehmenssteuern also verringern. Im Gegenzug dürften sie dies mit importierten Waren und Dienstleistungen nicht mehr tun, was sie momentan können. Kurz gesagt: Exporte werden attraktiver, Importe immer unattraktiver.

Dieser Schritt wäre sehr radikal, erscheint aber logisch und konsequent, wenn man sich das Trumps Wahlprogramm genauer anschaut. Zum einen war die Senkung der Unternehmenssteuer eines der Kernthemen im Wahlkampf und würde auf diese Art intelligent gegenfinanziert. Dann entspricht diese Art von Steuern 1:1 dem Trumpschen ‚America First‘, denn die Unternehmen werden mehr oder weniger dazu gezwungen in den USA zu produzieren. Und last but not least: Das Handelsbilanzdefizit würde deutlich reduziert. Für ausländische Unternehmen, die nicht in den USA produzieren, würde hierin eine große Gefahr lauern, die man nicht unterschätzen darf. Wir überprüfen in diesem Zusammenhang auch die Portfolios unserer Mandate, dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem PRIMA – Globale Werte, sind aber mit Unternehmen wie der Software AG, Secunet  Security Networks, Washtec, Immunodiagnostic Systems und Retelit sehr gut aufgestellt. Allesamt Unternehmen, die nur mit wenigen Ausnahmen von diesen Steuern betroffen wären.   

Gold – der letzte Fluchthafen

Trotz aller dunkler Wolken: Noch ist es nicht so weit. Doch Trumps Unberechenbarkeit und die Unsicherheiten in Europa mahnen zu Vorsicht. Wenn man berücksichtigt, dass die EU auseinanderbrechen kann, dann ist Gold der letzte Fluchthafen. Wir werden diesem Umstand Rechnung tragen.

 

 

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Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG und in dieser Funktion verantwortlich für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“, schreibt regelmäßig über die internationalen Aktienmärkte. Als überzeugter Value-Investor hat Fischer langjährige Expertise in allen Fragen rund um Fonds, Börse, aber auch das Stiftungswesen. In seinen regelmäßigen Marktkommentaren legt er besonderes Augenmerk auf Behavioral Finance, sowie Investments in Small- und Midcap-Werte.

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Kommentare

Wie wäre es, anstatt Xetra Gold, bei dem wieder ein Emittentenrisiko besteht, einfach physisches Gold, in Form von Barren zu kaufen?

Bei Flossbach geht es doch auch!
Zum einen: Was ist daran so schwer zu verstehen, dass die Leute, die Steuern zahlen, Kinder groß ziehen und sich an die Regeln halten, sich langsam fragen, was denn so toll an der "Globalisierung", wie sie der Autor verschwommen darstellt, sein soll? Sie beobachten, dass diese Globalisierung nur einer "Davos-Weltwirtschaftsforum"-Schicht nützt (und diese Gestalten ja das alles deswegen auch so unentwegt anmahnen). Und zum anderen: Der Weltuntergang blieb schon beim BREXIT aus (GB geht es immer besser - sowas ...). Trotz der einer Kanonade gleichen Indoktrination und Propaganda der Medien und selbsternannter "Experten".

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