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Benziner = Diesel Nur noch Dreck: Smart eine Umweltkatastrophe?

12.05.2017, 11:32  |  11695   |  14   |   

In Deutschland werden immer weniger Autos verkauft und wenn die Verunsicherungen bei Diesel- und Benzin-Autos weiter zunehmen, dann werden die Autohäuser bald dicht machen können. Jetzt steht der Smart unter Generalverdacht.

Der Stadtwagen Smart gerät aufgrund extremer Feinstaub-Emissionen bei ADAC-Messungen in die Kritik ("WW"). Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Verkehrsminister Alexander Dobrindt in einem Schreiben aufgefordert, Smarts mit Benzinmotor die Typgenehmigung zu entziehen, da „ein Verstoß gegen die Zulassungsbestimmungen der Europäischen Kommission“ vorliege.

Zudem verliert der Smart aufgrund der Feinstaub-Emissionen ein Öko-Siegel des Wuppertaler Umweltinstituts Ökotrend - bislang wirbt Smart intensiv mit der Auszeichnung. Instituts-Chef Thomas Wiesand erklärte, dass ihm die Messwerte zuvor nicht bekannt gewesen seien und dass das Siegel aus heutiger Sicht „ein Fehler“ gewesen sei: „Bis August sind wir nicht in der Lage, die Verwendung des Siegels zu verhindern, weil der Vertrag mit Smart zur Nutzung so lange noch läuft. Aber danach wird es von Ökotrend kein Siegel mehr für Smarts mit Benzinmotor geben“, sagt Thomas Wiesand. 

Auslöser der Schritte von DUH und Ökotrend sind Abgasmessungen des ADAC, die der WirschaftsWoche vorliegen. Daraus soll hervorgehen, dass der getestete Benziner Smart Fortwo Cabrio 0,9 Turbo durchschnittlich 83.000 Milliarden Partikel pro Kilometer ausstößt. Das wäre das 138-Fache des Grenzwerts, den Dieselfahrzeuge seit 2011 einhalten müssen.

Auf der Autobahn lag der Ausstoß bei 263.000 Milliarden Partikel, dem 440-Fachen des Dieselgrenzwerts. Damit wäre der Euro-6-Smart das Schlusslicht beim Partikelausstoß. Für ein Stadtauto wären diese Werte untragbar. Laut WirtschaftsWoche bestreitet Daimler die Messwerte nicht.

Ab September dürfen Benzin-Einspritzer nur noch ein Zehntel der bisherigen Menge an Feinstaubpartikeln ausstoßen. VW, BMW und Daimler werden nach Recherchen der WirtschaftsWoche darauf mit der flächendeckenden Einführung von Partikelfiltern reagieren. Ältere Benziner ohne Partikelfilter könnten mit Fahrverboten für Innenstädte belegt werden.



14 Kommentare

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Kommentare

Wundert einen das?
Jedenfalls nicht den, der die Grenzwerte für die erlaubten Oartikelzahlen mal in Wikipedia recherchiert hat.
Diesel: E5 b : 5 x 10 hoch 11
Otto: E 6 b : 5 x 10 hoch 12.
Siehe dazu Wikipedia Abgasnormen

Jetzt müssen die Politiker nur noch die Hochzahlen(Exponenten) richtig deuten.
Würde gerne mal im Bundestag dazu eine Umfrage machen.
Im Übrigen ist es doch wohl so :

Wenn die meisten von 40mio Kfz geregelt geladen werden (für einen Betriebszeitraum pro "Tankfüllung"/Volladung von 2-3Wochen - entspricht 500km = 50+xxkwh) - dann existiert ein Speicher mit 2TWh Kapazität - antizipiert man im Bereich privater und gewerblicher Endkunden eine ähnliche Speicherkapazität - dann reden wir annähernd von 1% des Jahresverbrauchs in D ...

Damit entfallen bei entsprechender Rückspeisefähigkeit/Leistung Reserven, die Spitzlast und auch Mittellast im klassichen Sinne überflüssig machen und die durchaus in der Lage sind einem variierenden EInspeiseangebot bei regenerativen Energien entgegenzutreten ...

Am Ende Bedarf es allenfalls einer preisgünstigen strategischen Kraftwerksreserve - und preisgünstig können in diesem Fall zusätzliche Batteriespeicher/bestehende PSW und G&D/Gasmotoren - ggf. Überkapazitäten bei reg. Energie (Stichwort : negative Regelleistung) sein ...
Welche Renaissance von Kohlekraftwerken ?

Defakto gibt es keinen Zubau mehr - der einzige Block im Zulauf / mit konkreter Planung ist Datteln 4 und das nur - weil es sonst ein Mrd-Grab wäre ...

Desweiteren wird offensichtlich nicht gesehen, das clean dark spread deutlich gegenüber spark spread eingebüsst hat und märkte wie UK deshalb im wesentlichen und in guten teilen auch ausschliesslich bereits g&d plus reg-energie-märkte sind - die entwicklung in dieser richtung ist in anderen märkten absehbar ...

ausserdem wird offensichtlich übersehen, dass bspw. die reservekraftwerksleistung, die die netzagentur ansetzt von 10GW in diesem jahr deutlich auf 2-3GW fallen wird, wenn die österreichisch-deutsche strompreiszone aufgeöst wird - oh wunder - sollte die reserveleistungsdebatte vielleicht doch in guten teilen eher eine debatte um markmechanismen im stromhandel sein ;)

deutschland exportiert 50+TWh Strom - das reichtlocker um 40mio kfz in D (also eigentlich vollversorgung) mit strom für 10000km/anno im mittel zu versorgen ...
dafür stehen dann g&d-blöcke in den niederlanden still und wir haben eine debatte in den niederlanden, wo sich shell (!!!) dafür einsetzt zu konditionen wie bei der letzten offshore-auktion in D (also 4-6cent/kwh - somit makrtpreise) 20GW auszuschreiben und zu errichten - das sind mal locker 100TWh (in dem land, dass bisher an der spitze der billig-kohlestromimporte aus D steht) - sowas hat implikationen ...

ohne betrachtung der marktentwicklung und dynamik mag manche kritik berehchtigt sein - mit berücksichtigung allerdings völlig substanzlos ...

warum man im übrigen bei elektroautos die über retarder bremsenergie zurückgewinnen - und damit defakto bremsbeläge eher deutlich schonen - davon ausgeht das nicht auch hier die feinstaubbelastung geringer wird - genauso wie beim einsatz von schmalen leichtlaufreifen (schon mal gesehen wie die reifen am i3 aussehen) - der muss wohl mal erklären, woher seine "erkenntnisse" kommen ...
Also bei manchen Beiträgen hier ist wohl vielleicht eher Wunschdenken als Realität geschrieben worden.

Das Gros der Feinstaubbelastung lässt sich übrigens nicht auf den Verbrennungsmotor zurückführen, dazu gibt es unzählige Dissertationen und Publikationen im Netz. Kann ja jeder selbst nachrecherchieren.

Und wenn die Autos bei einer Elektrifizierung des Antriebsstranges schwerer werden, weil die gravimetrische Energiedichte der HV Akkumulatoren niedriger ist als die von Benzin oder Dieselkraftstoffen, werden die Belastungen durch Reifenabrieb und Bremsabrieb eher zunehmen und dadurch die Feinstaubbelastung dieser Beiträge größer statt kleiner werden. Und auch bei der Stromherstellung entsteht eine signifikante Schadstoffbelastung, insbesondere seit der Energiewende und der dadurch verursachten Renaissance der Kohlekraftwerke auf Grund der zahlreichen Marktverwerfungen. Nur über den Ort, an welchem die Emissionen stattfinden kann man hier frei entscheiden, je nachdem wo man das Kraftwerk aufstellt.
Bis sich in Sachen Speichertechnologie keine neuen Meilensteine ergeben wird sich an dieser Tendenz auch vorerst vermutlich nichts ändern. Auf Reichweite verzichten möchte ja anscheinend niemand der Käufer.
Zur geplanten Entwicklung von Speichertechnologien gab es eine Roadmap des Fraunhofer Instituts(siehe zweiter Link, Seiten 14,15). Kann sich ja jeder selbst ein Bild machen, wie die Sachlage aussieht.

Was eventuell helfen würde wären die Entwicklung neuer Reifen mit wesentlich weniger Abrieb(schlecht fürs Geschäft) oder Bremsen nahezu ohne mechanischen Abrieb(auch schlecht fürs Geschäft und die Servicehändler). Ganz auf mechanische Bremsen verzichten können wird schwer möglich sein. Man könnte ja versuchen Retarder oder Wirbelstrombremsen einzubauen oder für jedes Rad einen eigenen kleinen Elektromotor zu spendieren, anstatt eines großen Motors. Aber auch hier gibt es Grenzen, vor allem hinsichtlich der Kosten, zusätzlicher Erwärmung und Energierückspeisung der kinetischen Energie bei den Wirbelstrombremsen falls diese gewünscht wäre etc.etc. Pilotprojekte wurden ja bei den ICE Zügen zahlreiche durchgeführt. Im Nutzfahrzeugbereich für LKW werden Wirbelstrombremsen bereits eingesetzt. Die bekanntesten Hersteller sind Voith, Telma und Knorr-Bremse.

Eine wirkliche Alternative wäre mal zu Fuß zu gehen, oder mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen zu fahren. Das würde auch helfen Zivilisationskrankheiten, die durch Bewegungsmangel entstehen etwas vorzubeugen - zumindest beim Laufen oder Radeln. Und wie war das mit dem Nutzvieh, dem Fleischkonsum der Entstehung von Methan und den CO2 Emissionen?

http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/feinstaub-motoren-luft…

http://www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/t/de/publikati…
Feinstaub schädigt die Gesundheit, egal ob er aus einem Diesel- oder Benzinmotor stammt.
Es ist natürlich bitter für die Käufer eines Smart, dass man statt eines umweltverträglichen Kleinwagens eine Dreckschleuder fährt.
Der Zorn sollte sich aber gegen den Autobauer richten und nicht gegen Personen, deren Aufgabe es ist die Bevölkerung vor Gesundheitsschäden zu schützen.

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