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    Griechische Pein Neuwahlen im eigentlich unbedeutenden Griechenland sorgen weltweit für Kursverluste; ZEW-Index fällt um -14%; Nikkei gibt erneut nach; Sina bloggt Verluste; OHB spacig; J.C. Penney mutiert zum Pfennigfuchser; Japans Banken profitieren von Staatsanleihen

    Gastautor: Norbert Lohrke
     |  16.05.2012, 08:13  |  801 Aufrufe  |   | 

    Wie falsch die gesamte europäische Politik ist, zeigt das im Grunde genommen, volkswirtschaftlich vollkommen unbedeutende Griechenland, welches uns nun seit über 2 Jahren in Atem hält. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund. Brüssel hat nichts weiter zu bieten als armselige und wirkungslose Durchalteparolen. Traurig, traurig.

    Globalyze Marktbericht

     

    Die nun notwendigen Neuwahlen mit einem möglichen Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro und die dann absehbaren Folgen für das Bankensystem und die anderen Wackelkandidaten in Europa führten an der Wall Street zu sinkenden Kursen. Dow, Nasdaq und S&P 500 fielen um -0,50% (12.632), -0,30% (2.893) und -0,57% (1.330). Dass sich die US-Einzelhandelsumsätze (+0,1%) und Konsumentenpreise im April (+0,0%) erwartungsgemäß wenig bis gar nicht veränderten, die Produktionsaktivität in der Region New York sich deutlich zum Besseren wendete und das Geschäftsklima der Eigenheimbauer auf ein 5-Jahreshoch stieg, war da nur eine Randnotiz. Die wegen ihres 2 Mrd. Dollar Zockerverlusts zuletzt stark unter Druck geratene Bank J.P. Morgan Chase stieg gegen den Trend um +1,26%. Avon Products brach um -9,74% ein, nachdem Coty sein Kaufangebot über 10,7 Mrd. Dollar zurückzog. Home Depot gab trotz guter Quartalszahlen um -2,43% nach, weil die Umsätze sich nicht wie erwartet entwickelten. Der Betreiber der Maxx und Marshalls Läden TJX stieg nach besser als erwarteten Zahlen und einer Anhebung der Guidance um +6,93%. Rohöl fiel um -0,8% auf 93,98 Dollar je Barrel. Gold stieg leicht um +0,2% auf 1.556,80 Dollar je Unze. Der Dollar stieg gegenüber Euro und Yen.

     

    Das Land, das gar keiner wahrnehmen würde, wenn es sich nicht in den Euro reingemogelt hätte, sorgte auch in Frankfurt für schlechte Stimmung auf dem Parkett. Dazu kam eine laut Eurostat stagnierende Wirtschaft in ganz Europa, außer Deutschland. Den Endpunkt setzte der von 12,6 auf 10,8 Punkte rückläufige ZEW-Index. Die Angst, dass bei einem möglichen Euro-Austritt Griechenlands auch Spanien und Italien unter die Räder kommen könnten, sorgte für Staatsanleihenverkäufe und ein Anstieg der 10-jährigen Bonds auf 6,341% bzw. 5,957%. Im Dax verloren Commerzbank und Lufthansa mit -4,95% und -3,57% am meisten. Adidas und ThyssenKrupp legten mit +1,53% und +1,45% am stärksten zu. Im Tec Dax schoss Centrotherm nach einer besseren Analysteneinstufung um +9,37% nach oben. Wirecard (+4,39%) folgte bereits mit großem Abstand. Mit -7,80% und -4,84% hat es diesmal Stratec Biomedical und SMA Solar zerbröselt.

     

    Auch Tokyo ließ sich heute Morgen von dem kleinen und volkswirtschaftlich absolut unbedeutenden Griechenland verunsichern. Der Nikkei gab um -1,12% auf 8.801 Punkte nach. Die Zinsen der 20-jährigen Staatsanleihen waren mit 1,625% so niedrig wie seit 7. Oktober 2010 nicht mehr. Bei den Branchen waren Elektrizität und Gas, Transportausrüstung und Präzisionsmaschinen die größten Verlierer. Seetransport, Pharmazie und Glas und Keramik zählten zu den größten Gewinnern. Bei den Einzelwerten gab der Versicherer Dai-Ichi Life Insurance Co. nach einem voraussichtlichen 39%-Gewinnrückgang um 1.800 Yen nach. Hingegen legten die 5 Großbanken Mitsubishi UFJ Financial Group Inc., Mizuho Financial Group Inc., Sumitomo Mitsui Financial Group Inc., Sumitomo Mitsui Trust Holdings Inc. und Resona Holdings Inc. angesichts eines +36% Gewinnwachstums und verbesserter Aussichten deutlich zu. SMC legten aufgrund eines unerwartet starken Forecasts um +6% zu. So ging es auch dem Sportausrüster Asics, der um +5,5% zulegte. Auch Nintendo konnte wieder einmal mit +1,7% punkten. Insgesamt gaben 867 Aktien nach, während 619 zulegten. 155 blieben unverändert.

     

    Globalyze Pressetour

     

    J.C. Penney gehen Pennys aus.Mit einem Umsatzeinbruch von -20% auf 3,15 Mrd. Dollar und einem mit -163 Mio. Dollar unerwartet hohen Verlust ist der US-Einzelhändler noch weit vom angekündigten Turnaround entfernt.

     

    Standpunkt: Noch vor ein paar Monaten hat CEO Johnson gesagt, dass er zuversichtlich sei, dass der Turnaround-Plan des Managements aufgehe und die Gewinnziele für 2012 erreicht werden würden. Das ist nun in weite Ferne gerückt. So spricht man nun von höheren Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf Vorräte. Die Aktie von J.C. Penney ist derzeit also zu meiden.

     

    Sina bloggt Verluste. Das größte Internetportal Chinas mit seinem Twitter-ähnlichen Microblogger Dienst hat bei einem um +6% auf 106,2 Mio. Dollar gestiegenen Umsatz einen Verlust von -13,7 Mio. Dollar erzielt.

     

    Standpunkt: Grund für die Verluste sind die deutlich höheren Kosten. Die operativen Aufwendungen sind um satte +60% nach oben geschossen. Auch die Bruttomarge ist von 53,2% auf 46,2% zurückgegangen. Während die Werbeumsätze um +8,6% auf 78,5 Mio. Dollar angestiegen sind, gingen die nicht-werbebasierten Erlöse um -0,7% auf 27,7 Mio. Dollar zurück. Umgekehrt wäre mir persönlich lieber. Jedenfalls sind die Zahlen alles andere als begeisternd. Die Aktie muss man – derzeit jedenfalls - wohl nicht haben.

     

    Japans größte Banken mit Gewinnanstieg. Während europäische Banken die Ecken auskratzen, um keine Verluste zu schreiben, ist der Gewinn der 5 größten japanischen Banken um +36% auf 2,4 Billionen Yen gestiegen.

     

    Standpunkt: Dass die Gewinne der Big Five über 2 Billionen Yen lagen, war zuletzt in 2006 der Fall. Mitsubishi UFJ Financial Group Inc., Mizuho Financial Group Inc., Sumitomo Mitsui Financial Group Inc., Sumitomo Mitsui Trust Holdings Inc. und Resona Holdings Inc. profitierten vor allem vom Verkauf von japanischen Staatsanleihen. Das Kreditwachstum, egal ob an Unternehmen oder Individuen, war jedoch schwach. Insofern ist auch hier etwas Vorsicht angebracht. Bevor man aber eine europäische Bank kauft, sollte man dann doch über Europa hinaus schauen.

     

    OHB spacet ordentlich ab. Das deutsche Raumfahrtunternehmen steigerte wegen der guten Entwicklung in der Sparte Aerospace und Industrial Products die Gesamtleistung um +5,5% auf 126,4 Mio. Euro und das EBIT um +53% auf 8,9 Mio. Euro.

     

    Standpunkt: Mit einem festen Auftragsbestand von 1,246 Mrd. Euro liegt OHB etwas über dem Vorjahresniveau von 1,214 Mrd. Euro. Das verspricht erst einmal weiter ein gutes Geschäft. Insofern ist der Vorstand für dieses Jahr wohl zu Recht optimistisch. Ob aber in Zeiten knapper Kassen die staatlichen Aufträge weiter steigen werden? Ein Fragezeichen darf man da schon mal machen. Andererseits kann man die bisherige Entwicklung von OHB durchaus als solide bezeichnen.

     

    Asien-Pazifik Region mit Breitband Fantasie. Auf dem in Kuala Lumpur/Malaysia stattfindenden Kongress „Broadband-IP&TV Asia 2012“ ist man der Meinung, dass die Wachstumsaussichten der Region im Breitband ernorm sind.

     

    Standpunkt: “The Asia Pacific region contains some of the most exciting emerging broadband markets in the world” sind die Worte von Tony Brown von Informa. Seiner Meinung nach haben Länder wie Indien, Pakistan und Bangladesh wie auch südostasiatische Länder wie Indonesien, Thailand und Vietnam ein enormes Wachstumspotenzial. Wer also im Bereich Telekommunikation investieren möchte, sollte sich auch da Richtung Osten wenden. Erst kürzlich hat z.B. Singtel seinen Gewinn um +30% auf 1,03 Mrd. Dollar gesteigert. Davon können Europas Telcos wie France Telecom oder Deutsche Telekom nur träumen. Statt sich Blockheizkraftwerken zuzuwenden, sollte Telekom-Chef Obermann vielleicht einmal ein Ticket nach Asien lösen.

     

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    Globalyze steht für eine voll automatisierte und damit manipulationsfreie, fundamentale Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop und Value Börsenbrief. Investmentprofi Lohrke ist einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren. Sein Slogan? Rendite ist kein Zufall.

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