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    Wochenausblick EURUSD + Dax

    Gastautor: Markus Fugmann
     |  17.12.2012, 17:59  |  2004 Aufrufe  |   | 

    Euro-Dollar:

    Eine fulminante Ralley startete in der letzten Handelswoche der Euro-Dollar. Beginnend bei 1,29 und damit knapp über der wichtigen Unterstützung 1,2880, die nach den US-Arbeitsmarktdaten am vorherigen Freitag erfolgreich getestet wurde. Von Montag an stieg der Euro kontinuierlich an, zunächst bis zum Widerstand bei 1,31/20. Am Freitag dann gelang der Sprung über diese Hürde, Anschlusskäufer trieben den Kurs dann bis zum September-Hoch bei 1,3170.

    Und pünktlich zum Kursanstieg der Gemeinschaftswährung liest man in der Presse, dass die Eurokrise derzeit kein Thema, ja, möglicherweise schon beendet sei. Aha. So scheint das mit Verschuldungsproblemen zu sein: wenn die Märkte sie eine Zeitlang ausblenden, verschwinden sie eben. Nein: wir stehen eher am Anfang der Krise, und vieles sprich dafür, dass 2013 das Jahr der Abrechnung werden wird, da helfen auch die Alzheimer-Attacken, die phasenweise die Finanzmärkte in ein seliges Vergessen stürzen, nicht weiter.

    Der zentrale Treiber der Ralley war naturgemäß die Fed-Sitzung bzw. ihr Vorhaben, monatlich weitere 45 Milliarden Dollar in die Märkte zu pumpen. Man fragt sich, was das noch bringen soll, wenn ohnehin klar ist, dass die Amerikaner nicht mehr Häuser kaufen oder US-Banken mehr Kredite vergeben, nur weil die Fed geistig ein wenig ausser Kontrolle geraten ist. Liquidität ist ja reichlich vorhanden, woran es fehlt, ist der Glaube. Der Glaube an eine rosige Zukunft, um Investitionen zu tätigen oder eben Kredite zu vergeben. Es wirkt fast schon tragisch, einer Notenbank zuzusehen, wie sie an der Realität vorbei eine ideologische Geldpolitik betreibt, deren Folgewirkungen noch Generationen nach uns werden ausbaden müssen.

    Der Fokus der Märkte hat sich also kurzzeitig hin zur Fed bewegt, aber die simple Erfahrung zeigt, dass das nicht allzu lange dauern wird. Nach wie vor schwebt über dem Euro die Andeutung Draghis, die Einlagenzinsen zu senken, was zu einer Kapitalflucht aus der Eurozone führen dürfte – auch die EZB dürfte sich an dem einsetzenden Abwertungswettbewerb beteiligen wollen, um den europäischen Exportsektor zu stützen (Japan wird nach der Wahl Abes zeitnah damit beginnen und den Druck so erhöhen).

    Charttechnisch ist der Euro mit dem Anstieg der letzten Woche an eine massive Widerstandszone angelaufen, die vorwiegend aus dem ersten Halbjahr 2012 abgeleitet werden kann. Die zentrale Marke auf der Oberseite verorten wir bei 1,3290 sowie bei 1,3380-1,3400. Auf der Unterseite bietet die Zone 1,2980-1,3030 erste Unterstützung.

     

     

    Dax:

     

    Nach einem starken Start in die Handelswoche stagnierte der Dax auf hohem Niveau. Insbesondere die Entscheidung der Fed, monatlich weitere 45 Milliarden Dollar in den Markt zu pumpen, sorgte kurzfristig für Euphorie, doch scheint auch an den Finanzmärkten die Schenklust der amerikanischen Notenbanker immer schneller zu verpuffen – möglicherweise beginnt man zu begreifen, dass auch weitere Liquidität nichts mehr bringt, sondern die Probleme lediglich in Zukunft verschiebt.

    Die ausbleibende Reaktion auf QE4 sollte den Bullen eine Mahnung sein – es ist noch nicht lange her, da zündeten regelrechte Kursraketen, wenn die Fed Liquiditätsmaßnahmen ankündigte. Offenkundig ist der Markt mit Liquidität derart voll gesogen, dass er kaum noch etwas aufnehmen kann und leichten Brechreiz hat. Die Liquidität jedenfalls scheint weiterhin überwiegend in Staatsanleihen zu fließen, womit sich dann die nächste Megablase aufpumpen darf.

    Auch wenn es manchen schon aus den Ohren kommt: fiscal cliff wird das bestimmende Thema zum Jahresende bleiben. Am Wochenende sorgte ja die Meldung für Aufsehen, dass sich die Republikaner nicht mehr grundsätzlich gegen Steuererhöhungen für Reiche wehren, doch meinen sie damit den Teil der US-Bevölkerung, der 1 Millionen Dollar pro Jahr verdient (die Demokraten legen die Latte hier einige Kilometer tiefer!). Gleichzeitig fordern sie massive Einschnitte in den ohnehin kaum vorhandenen Sozialbereich, was dem zentralen Wahlversprechen Obamas zuwider laufen würde. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Verhandlungsführer der Republikaner, Boehner, am 3.Januar als Sprecher der Republikaner im Abgeordnetenhaus der Wiederwahl stellen muss und von daher mit einem - aus Sicht der Reps - sehr anständigen Ergebnis aus den Verhandlungen gehen muss, wenn er nicht abgewählt werden möchte. Ohnehin sind auch die Republikaner alles andere als einig in der Frage, wie eine Lösung auszusehen hat.

    Wir halten es daher immer noch für durchaus wahrscheinlich, dass bis zum Jahreswechsel keine Einigung erfolgen wird, zumal Obama aus einer Position der Stärke agieren kann und daher nicht allzu kompromissbereit sein dürfte. Es ist daher denkbar, dass erst die panisch reagierenden Märkte die Verhandlungsparteien zu einer Lösung zwingen werden – aber dazu bedarf es eben zuvor einer Panikattacke der Märkte!

    Charttechnisch, das ist klar, gibt der Dax bislang keine Schwächesignale, ist jedoch den US-Indizes bereits sehr weit voraus gelaufen und daher anfällig für eine Zwischenkorrektur. Unterstützung findet sich beim Ausbruchsniveau 7445 sowie bei 7555. Auf der Oberseite finden sich hingegen wenig relevante Widerstände, der nächstliegende verläuft bei 7750 Punkten.

     

    Freundliche Grüsse / Best Regards 
      
    Markus Fugmann
    Chefanalyst 

    actior AG  
    fon: +49-(0) 40 89000850
    fax: +49-(0) 40-450 38 997
    e-mail: fugmann@actior.de
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    Gastautor

    Markus Fugmann ist Chefanalyst der actior AG und Redakteur bei www.finanzmarktwelt.de. Die actior AG bietet Selbsthändlern die Möglichkeit, an allen gängigen Märkten der Welt im Bereich CFDs, Futures, Aktien und Devisen zu Top-Konditionen zu handeln. Darüber hinaus erhalten Kunden kostenlose Informationsabende, Seminare, One-to-One Coaching, allgemeine Einführungen in die Handelsplattformen und Märkte.

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