DAX+0,33 % EUR/USD+0,02 % Gold+0,46 % Öl (Brent)+1,29 %

Aktien & EM Zocken ja - aber Fußball–Investments machen keinen Spaß!

Gastautor: Frank Fischer
13.06.2016, 07:10  |  10313   |  36   |   

Endlich! Der Ball rollt bei der Fußball-Europameisterschaft. Frankreich und England bleiben bisher vieles schuldig. Und Deutschland? Nun, die Mannschaft von Jogi Löw ist zwar etwas holperig, aber erfolgreich mit 2:0 ins Turnier gestartet. Wer 10 Euro auf den Sieg der deutschen Mannschaft gesetzt hatte, der bekommt nun 15,50 Euro von den Wettanbietern wie Bet-at-Home oder Tipico ausgezahlt. Nicht schlecht.  

Einige Zocker konnten also erste Gewinne einstreichen. Gut so. Geht es nach Goldman Sachs und UniCredit, dann gewinnt Frankreich die EM. Bei der Deka rechnet man dagegen mit einem deutschen Sieg in einem Finale gegen Spanien. Basis für diese Vorhersagen sind umfangreiche Modellrechnungen und Simulationen. Und Glück! Denn was die Geldhäuser schwerlich berechnen können, sind Pfostenschüsse, Eigentore, Elfmeterschießen, unberechtigte rote Karten und sonstige Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Alles worüber man sich als Fan so wunderbar aufregen kann. Weil es eben ungerecht, unvorhersehbar und nicht berechenbar ist. Wunderbar!   

Zocken ja, investieren nein danke!

Also: Zocken ja! Aber lohnt sich Fußball auch als Geldanlage? Wer sein Glück mit kurzfristigen Spekulationen versucht, kann bestimmt mal Kursgewinne einstreichen. Aber, wie sieht es bei Investoren aus, die nicht ins Berufsbild der „Zocker“ passen? Nehmen wir Fußball-Aktien. Hier stellt sich die Frage, ob man mit sportlichem und wirtschaftlichem Sachverstand mit Aktien der über 30 europaweit an der Börse gelisteten Fußballklubs ein lohnendes Investment findet.

Nun, wer glaubt, dass eine gute Platzierung am Saisonschluss automatisch mit einer guten Performance auf dem Börsenparkett einhergeht, sitzt einem Trugschluss auf. So waren der italienische Meister Juventus Turin und Schottlands Meister Celtic Glasgow mit einer negativen Jahresperformance von -17,3 bzw. -8,4 Prozent glatte Fehlinvestitionen! Generell war die abgelaufene Saison schlecht für die großen italienischen Mannschaften. Der Kurs von AS Rom - immerhin Tabellen-Dritter in der Serie A - sank um -28 Prozent, der von Lazio Rom gar um satte -37,6 Prozent! Lazio ist mit einer Marktkapitalisierung von gerade mal knapp 30 Mio. Euro geradezu ein Börsenwinzling geworden. 

BVB-Aktie die große Ausnahme

Doch es gibt auch erfreuliche Entwicklungen. Für Borussia Dortmund, den einzigen deutschen börsennotierten Fußballclub, sprangen am Ende der Saison nicht nur ein zweiter Tabellenplatz und damit die direkte Teilnahme an der lukrativen Champions League heraus. Auch Anleger konnten sich mit einer Performance von +16,5 Prozent als Gewinner fühlen. Und mit einer Marktkapitalisierung von über 380 Mio. Euro ist die Borussia inzwischen auch auf dem Börsenparkett ein echtes Schwergewicht. Größter Verein in dieser Kategorie ist übrigens Manchester United mit einer Marktkapitalisierung von 607 Mio. Euro.

Unberechenbare Risiken

Sind Investments in Fußballaktien also sinnvoll? Wir als Value Investoren müssen hier mit einem klaren NEIN antworten und nehmen bestimmt keine dieser Aktien in unser Mandat PRIMA – Globale Werte auf! Es gibt zu viele unberechenbare Risiken. Zum einen besteht keine Korrelation zwischen Tabellenplatz und Kursentwicklung.  Hinzu kommt eine hohe Fluktuation in den Bereichen Personal und Management, ein hoher Verschuldungsgrade wie derzeit bei Schalke, dann das Risiko des Eigentümerwechsels (aktuell: Inter Mailand soll an einen chinesischen Investor verkauft werden), die Unwägbarkeiten wie das Verletzungsrisiko bei Schlüsselspielern und vieles mehr. Auch der neue Geldsegen durch den neuen TV-Vertrag mit Sky, Eurosport & Co. bringt Investoren nichts. Er landet bei den Vereine, Spielern und Spielerberater. Nein, Investieren sieht anders aus.

Und wie steht’s bei den „Zulieferern“? Adidas, Puma, Nike oder auch Emporkömmling Under Armour sollten doch vom Fußball- bzw. EM-Boom profitieren. Auch hier muss man genau hinschauen. So liegt das aktuelle DFB-Trikot von Adidas zwar wie Blei in den Regalen, der Kurs ist allerdings dieses Jahr schon über 32 Prozent gestiegen.  Die Aktie von Konkurrent  Nike ist dagegen im selben Zeitraum um über 13 Prozent gefallen.

Wie dem auch sei: Wenn es um Sport und Geld geht, setzen wir lieber 10 Euro im Wettbüro auf den Titelgewinn von Deutschland. Quote derzeit: 5,50:1. Heißt: 450 Prozent Gewinn in vier Wochen, falls es klappt. Mit viel Glück und noch mehr Toren von Götze, Müller, Gomez & Co.

 

Der Spar-Tarif für Ihr comdirect Depot!

Sparen Sie sich teure Ausgabeaufschläge und Gebühren: Eröffnen Sie Ihr Depot über FondsDiscount.de und Sie profitieren von dem günstigen Tarifmodell. Sie haben bereits ein Depot bei der comdirect? Kein Problem. Ein einfacher Vermittlerwechsel genügt und der Spar-Tarif wird automatisch hinterlegt.



Verpassen Sie keine Nachrichten von Frank Fischer

Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG und in dieser Funktion verantwortlich für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“, schreibt regelmäßig über die internationalen Aktienmärkte. Als überzeugter Value-Investor hat Fischer langjährige Expertise in allen Fragen rund um Fonds, Börse, aber auch das Stiftungswesen. In seinen regelmäßigen Marktkommentaren legt er besonderes Augenmerk auf Behavioral Finance, sowie Investments in Small- und Midcap-Werte.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Kommentare

Hier hat sich Ari_Gold extra jemand neu angemeldet, um nur über diesen Artikel zu diskutieren.
Hallo Frank Fischer, sind sie das?

Dann antworten Sie doch mal ganz konkret auf den Vorwurf der Falschaussage. Man kann ja zu alles möglichem eine andere Meinung haben, aber bei Falschaussagen hört der Spass dann doch auf.
Frank Fischer behauptet, Manchester United hätte eine Marktkapitalisierung von schlappen 607 Mio (daher wäre Borussia Dortmund ein Schwergewicht mit 380 Mio Börsenkapitalisierung).

Die Aussage ist falsch, Manchester United hat eine Marktkapitalisierung von 2,4 Milliarden Euro. Daher ist auch die Kernaussage in dem Artikel falsch, "Mit Fussballaktien könne man kein Geld verdienen".

Die Manchester United Aktie ging 1000% hoch. Falls jemand meint, ich hätte mich bei einer 0 vertan, in Worten: TAUSEND Prozent. Mit Fussballaktien kann man also ganz hervorragend Geld verdienen!! Danach wurde die Manchester United Aktie von der Börse genommen. Anschließend wurde sie wieder an die Börse gebracht, eben weil es genügend Investoren gibt, die das übergroße Potential einer Fussballaktie erkannten. Die Manchester United Aktie hat seitdem durchgehend eine Marktkapitalisierung von über 2 Milliarden.

Ari_Gold schreibt hier despektierlich "Hallo Fans". Da würde ich sagen, kein Durchblick? George Sorros hat in Manchester United Aktien investiert, vielleicht ist wenigstens der Name George Sorros ein Begriff???

"Frank Fischer" Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG und in dieser Funktion verantwortlich für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen" versucht der BVB Aktie mit Falschaussagen zu schaden, wenn jemand über Fussballaktien schreibt, dann sollte man allerwenigstens die größte Fussballaktie kennen und nicht darüber gequirrlten Unsinn schreiben.

Die BVB Aktie performt KLAR BESSER als der "Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen" hier der Performance Vergleich seit Auflage dieses Fonds:




Einfaches Einfügen von wallstreet:online Charts: So funktionierts.


Die BVB Aktie performt in den letzten 10 Jahren natürlich auch klar besser als der DAX und klar besser als die große Mehrheit aller Fonds. Es ist nach dem Managementwechsel der klassische Turnaround Kandidat schlechthin. Daran wird sich kurz- und mittelfristig NICHTS ändern, Borussia Dortmund wird im laufenden Geschäftsjahr den Gewinn ggü dem Vorjahr verfünffachen und dabei einen Rekordumsatz erzielen.

Dann zur Kapitalerhöhung: Konkret ist das Eigenkapital viel stärker gestiegen, konkret ist der Buchwert je Aktie trotz Verwässerung DEUTLICH gestiegen und damit auch der Unternehmenswert. Das bedeutet im Klartext, es wurde keine Werte verbrannt. Konkret wurde mehrmals von Watzke betont, daß keine weitere Kapitalerhöhung geplant ist, eben weil die überhaupt nicht notwendig wäre. Bei der letzten Kapitalerhöhung stieg der Aktienkurs DIREKT davor in kürzester Zeit um 37% da ist sehr ungewöhnlich und deutet auf die starke Unterbewertung hin. Normalerweise sinkt der Aktienkurs bei einer 50% Verwässerung. Insgesamt hatte sich der Aktienkurs in 4 Jahren von 2010 - 2014 glatt verfünffacht, die Kapitalerhöhung brachte danach nicht nur einen höheren Buchwert, sondern auch klar positivere Analysen der BVB Analysten, es gibt immerhin 5 BVB Analysten.

Hier schreibt offenkundig jemand, der sich keine einzige Analyse durchgelesen hat.

In der letzten Analyse wurde der faire Wert der Aktie auf 7,50 angehoben und der Buchwert bei 3,25 je Aktie genannt. In diesem Buchwert sind Kaderwerte in Höhe von 72 Mio enthalten.

Wer jetzt tatsächlich annimmt, die BVB Aktie wäre bei 4,10 kein Kauf, nimmt also einen Kaderwert in Höhe von 160 Millionen als fair an. Das ist natürlich blanker Unsinn. :p

Geld wird natürlich nicht verbrannt, ganz im Gegenteil. In einer Branche, die vollkommen konjunkturunabhängig so stark wächst wie sonst kaum eine andere Branche, dies jahrelang, werden die vielen Mehreinnahmen dafür genutzt, Spieler zu kaufen, deren Wert zwangsläufig steigen muss, eben weil die Einnahmen für Fussballklubs europaweit stark steigen. Kaum ein anderer Verein in Europa hat das in den letzten Jahren besser durchexerziert als Borussia Dortmund.

Natürlich war es eine sehr gute Idee, von dem Geld Spieler zu kaufen, Julian Weigl wurde für 2,5 Mio gekauft, nun bietet Paris St.Germain 40 Mio für diesen Spieler. Es war auch eine sehr gute Idee mit den wertvollsten Spielern zu verlängern und dafür hohe Kosten in Kauf zu nehmen. Reus hatte eine Ausstiegsklausel und war daher 25 Mio wert, jetzt ist es eher das Doppelte, mit Aubameyang wurde vorzeitig der Vertrag verlängert, sein Wert hat sich schätzungsweise ebenso verdoppelt.

Natürlich haben diese Vertragsverlängerungen einiges gekostet, Beraterprovisionen, Handgelder, höhere Gagen, aber die Kosten stehen in überhaupt keinem Verhältnis zum Wertzuwachs der Spieler an sich.

Mal abgesehen davon, daß die Nettogewinne bei Schuldenfreiheit eigentlich selbstredend sind. Dann aber von italienischen Fussballvereinen sprechen und dies als Argument gegen die BVB Aktie benutzen, oh jemine. :p:p:p

Die Premier League wird nach diesem Sommer nochmals klar höhere TV Einnahmen haben, obwohl diese schon so extrem hoch sind. Konkret steigen die TV Einnahmen der Premier League um exorbitante 70%, Vereine die jahrelang durch extra Zuwendungen der Sponsoren über ihre Verhältnisse lebten, können aber jetzt schon das viele nicht mehr Geld ausgeben. Liverpool machte 7 Jahre Verlust, dann 1,x Mio Gewinn und nun 77 Mio Gewinn. In so einer Situation steigen deren TV Einnahmen um weitere 70% !!!
Selbst Manchester City macht nach jahrelangen Verlusten nun Gewinne. Arsenal sowieso.

Die Bundesliga erhält ein Jahr später sogar 85% höhere Einnahmen, bei den Dortmundern dürfte es bedingt durch die TV Auslandsvermarktung und die andere Verteilung aber noch mehr sein, das wären also mindestens 50 Mio Mehreinnahmen jedes Jahr, eventuell sogar bis zu 60 Mio.

Dortmund macht 12x höhere Gewinne als Bayern München als diese einen ähnlichen Umsatz hatten wie Dortmund jetzt, mittlerweile haben sich durch die gestiegenen Umsätze aber auch die Gewinne von Bayern selbst vervielfacht:

Bayern München
07/08 Umsatz 286,8 Mio € Gewinn 2,1 Mio €
08/09 Umsatz 268,7 Mio € Gewinn 2,5 Mio €
09/10 Umsatz 312,0 Mio € Gewinn 2,9 Mio €
10/11 Umsatz 290,9 Mio € Gewinn 1,3 Mio €

durchschnittlicher Nettogewinn: 2,2 Mio €

2011/2012 373,4 Mio. € 11,1 Mio. €
2012/2013 432,8 Mio. € 14,0 Mio. €
2013/2014 528,7 Mio. € 16,5 Mio. €
2014/2015 523,7 Mio. € 23,8 Mio. €

durchschnittlicher Nettogewinn: 16,4 Mio €

Zum Vergleich die Nettogewinne von Borussia Dortmund:

11/12 Umsatz 215,2 Mio € Gewinn 27,5 Mio €
12/13 Umsatz 305,0 Mio € Gewinn 51,2 Mio €
13/14 Umsatz 260,7 Mio € Gewinn 12,0 Mio €
14/15 Umsatz 276,0 Mio € Gewinn 5,5 Mio €

durchschnittlicher Nettogewinn: 24,05 Mio €

Nächste Saison hat man durch die CL Teilnahmen höhere Umsätze, danach steigt der Umsatz auch bedingt durch den neuen TV Vertrag auch ohne Champions League. Diese höheren Umsätze werden vermutlich zu höhere Gewinnen führen, siehe Bayern München. Aber selbst wenn man teure Spieler kaufen würde, ändert das nichts an der Grundsituation, nämlich daß sich dadurch der Unternehmenswert klar erhöhen wird, weil der Buchwert so oder so steigen muss, geht gar nicht anders.
Wo schreibe ich dass Schuldenabbau und Cashaufbau Cash Burn ist? Bitte ordentlich lesen, aber für beides sind von den 141 M€ mittlerweile nur noch 63 M€ übrig geblieben.
Tolle Argumentation---

Man hat 141 M€ über die Kapitalerhöhung eingesammelt, incl der geschütteten dividends wurden davon 78 M€ bereits verbraucht (der verbleibene Rest ging so gesehen in Schuldenabbau und Cashposition). Ginge die Cash burn rate in diesem Tempo weiter,

Schuldenabbau und Cashaufbau ist Cash burn????

BVB ist eine der wenigen schuldenfreien deutschen WACHSTUMSaktien-
Ohne versteckte Pensionsverpflichtungen...

Und welchen sportlichen Erfolg meinst du den? Euroliga?

2011-2013 war man sportlich sehr erfolgreich und 2012-2015 stieg der Kurs stark an- WEIL man wirtschaftlich ERFOLGREICH war.
Manche Vereine optimieren den sportlichen Erfolg mit großen Schulden, manche Vereine eben mit Mitteln der Eigenkapitalgeber. Investieren würde ich persönlich in beide nicht.
Hallo Fans,
die verfügbaren Zahlen der letzten beiden Geschäftsjahre eures Herzenvereins sagen etwas anderes:
Man hat 141 M€ über die Kapitalerhöhung eingesammelt, incl der geschütteten dividends wurden davon 78 M€ bereits verbraucht (der verbleibene Rest ging so gesehen in Schuldenabbau und Cashposition). Ginge die Cash burn rate in diesem Tempo weiter, könnte man also theoretisch in weniger als zwei Jahren eine neue Kapitalerhöhung machen. Wo soll da Value sein?

Das Geschäftsmodell ist sportlicher Erfolg.

Disclaimer

Jetzt Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln und dauerhaft Depotgebühren bei comdirect sparen!

  • über 13.000 Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag
  • kostenlose Depotführung
  • über 450 Fonds für Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag
  • Sonderkonditionen für Transaktionen


Sie haben bereits ein Depot bei comdirect?

Kein Problem. Ein einfacher kostenloser Vermittlerwechsel genügt und Sie können auch von den günstigen Konditionen profitieren.