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Börse Zeug zum Slapstick - Von der Geldpolitik bis zu den Wahlkämpfen

Gastautor: Dirk Müller
16.09.2016, 13:46  |  2022   |   

Zinsängste und Zinshoffnungen treiben die Märkte schon seit geraumer Zeit in die eine oder andere Richtung. Die US-Notenbank tut das ihrige dazu. Ständig äußert sich irgendein Fed-Repräsentant und droht mit einer Zinsanhebung, bevor ein anderer das genaue Gegenteil prognostiziert. Dementsprechend springen auch die Kurse kurzfristig um ein paar hundert Punkte nach oben oder nach unten.

Tatsächlich sollte die DAX-Marke um das Ausbruchsniveau bei jetzt rund 10.200 Punkten halten, da wir uns ansonsten wieder im übergeordneten Abwärtstrendkanal wiederfinden würden. Oberhalb 10.800 Punkte würden hingegen wieder Kaufsignale entstehen. Alles in allem glaubt man an den Märkten weiterhin, dass es die Notenbanken irgendwie reißen werden, notfalls sogar mit dem Aufkauf von Aktien oder ETFs – so wie wir das momentan schon in der Schweiz und in Japan beobachten können.

Milliarden-Pleite einer Großreederei offenbart Risiken für Welthandel und Warenverkehr

Die Milliarden-Pleite der koreanischen Großreederei Hanjin Shipping sendet Schockwellen durch den Welthandel. Denn immerhin verfügt die siebtgrößte Containerreederei der Welt über einen globalen Marktanteil von etwa drei Prozent. Waren im Wert von etwa 14 Milliarden Dollar liegen derzeit noch auf den Schiffen von Hanjin, meist irgendwo auf dem offenen Meer. Die Frachtschiffe können keine Häfen anlaufen, weil nicht klar ist, wer Be- und Entladung oder die Lager- und Liegekosten bezahlt. Die Reederei hat ihre Kapitäne auch angewiesen, auf offener See zu bleiben, damit die Schiffe nicht konfisziert werden. Für einige Unternehmen ist diese Situation durchaus ein größeres Problem.

Dies zeigt aber auch sehr deutlich die Abhängigkeit des Welthandels von diesem Just-in-time-Management – etwa ein möglichst schnelles Anlanden der Schiffe. In den meisten Lagerhallen ist nur für wenige Tage Luft für das Verwahren von Gütern, so diese nicht schon komplett auf Schiffe, Waggons und Lkws verlagert wurden. Wenn es dann zu einem größeren Engpass kommt – so, wie wir das im Rahmen dieser Megapleite sehen oder bei der Lehman-Krise gesehen haben –, schwappen die Lähmungserscheinungen schnell in andere weltwirtschaftliche Bereiche über. Damals nach dem Zusammenbruch der Lehman Brothers gab es aufgrund der Verwerfungen in der Finanzwirtschaft keine Versicherungen mehr für die Schiffe, die zwischen den Kontinenten hin- und herfuhren. Folglich konnten diese auch nicht losfahren. Die Gefahr ist also groß, dass in einem solchen Szenario die Realwirtschaft bereits innerhalb von zwei oder drei Wochen nicht mehr mit Waren bedient wird. Von daher ist es durchaus interessant, sich aus Anlass der Hanjin-Shipping-Pleite einmal genauer mit dem Thema Welthandel und Warenverkehr zu beschäftigen.

US-Wahlkampf hat das Zeug zum Slapstick

Der zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ausgetragene Wahlkampf wird immer abenteuerlicher und abstruser. Wer diesen Wahlkampf verfolgt, fühlt sich irgendwie in eine Slapstick-Geschichte hineinversetzt, aber nicht in einen Präsidentschaftswahlkampf. Die aktuellen Umfragen sehen Donald Trump nur noch etwa drei Prozent hinter Hillary Clinton. Bei einem genaueren Blick in die demoskopischen Analysen darf man annehmen, dass Trump diese Präsidentschaftswahlen wohl gewinnen wird, wenn der aktuelle Abstand bleibt. Denn wenn man sich einmal genauer ansieht, wie diese Umfragen zustande kommen, muss man feststellen, dass viele potentielle Trump-Wähler sich nicht trauen, in Umfragen den Kandidaten anzugeben, dem sie tatsächlich ihre Stimme geben würden. Im Establishment, bei der „Intelligenzija“, in den Eliten ist es natürlich en vogue, Clinton zu wählen. Wer Trump wählt, gilt als Hinterwäldler oder als irgendwie Minderbemittelter.

Wenn also jemand auf der Straße nach seinem Wahlverhalten gefragt wird und nicht glühender Fan von Donald Trump ist, würde er im Zweifel (um gegenüber dem Interviewer nicht als Hinterwäldler zu gelten) eher für „Unentschieden“ oder sogar für Clinton votieren – und das, obwohl er insgeheim schon weiß, in der Wahlkabine doch für Trump zu stimmen. Hinzu kommt, dass sich, je näher der Wahltag rückt, die Instinkte in den Vordergrund schieben gegenüber dem zuvor nüchtern Überlegten. Man muss sich klar machen, dass Trump eine Live-Reality-Show ist. Ich möchte von daher nicht wissen, wie viele Amerikaner ihr Kreuzchen bei Donald Trump machen, nur mit dem Gedanken: „Verdammt, ich will wissen, was passiert, wenn der wirklich Präsident wird!“ Daher muss man bei einem derart knappen Rückstand eher davon ausgehen, dass Trump am Ende die Wahl gewinnt.

Sehr schön ablesen lassen sich die Ergebnisse der US-Wahlumfragen auch am Kursverlauf des Mexikanischen Pesos. Denn vor allem nach den Ausfällen Trumps gegen Mexiko (Stichwort u.a. Mauerbau) sinkt der Kurs der mexikanischen Währung gegenüber dem US-Dollar mit der steigenden Wahrscheinlichkeit einer Wahl Trumps. Für Mexiko wäre die Entwicklung nämlich dramatisch, wenn der republikanische Kandidat tatsächlich all das umsetzen würde, was er bereits angekündigt hat.

Ich wünsche Ihnen ein sonniges und erholsames Spätsommer-Wochenende!

Ihr

Dirk Müller



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Dirk Müller ist Finanzexperte, mehrfacher Spiegel-Bestseller Autor, Politikberater, Vortragsredner, Gründer von Cashkurs.com – und gilt als „Dolmetscher zwischen den Finanzmärkten und den Menschen außerhalb der Börse“. Sein Weg an der Börse begann 1992, heute zählt er zu den bekanntesten Gesichtern des Börsenparketts. Von vielen Medien wird er daher auch gerne Mr. DAX genannt.

Dirk Müllers Fähigkeit, komplexe Sachverhalte auf das Wesentliche zusammenzufassen und für die Allgemeinheit verständlich zu erläutern, zeichnet seine einzigartige Berichterstattung auf Cashkurs.com aus. Hierbei ist ihm vor allem an der Aufklärung und der Vermittlung von unabhängigen Hintergrundinformationen gelegen. Dirk Müller setzt sich für die Förderung der Aktienkultur in Deutschland ein und unterstützt diese mit einem eigenen Fonds zum Vermögensaufbau (Dirk Müller Premium Aktien).

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Börse Zeug zum Slapstick - Von der Geldpolitik bis zu den Wahlkämpfen

Alles in allem glaubt man an den Märkten weiterhin, dass es die Notenbanken irgendwie reißen werden, notfalls sogar mit dem Aufkauf von Aktien oder ETFs.

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