DAX+1,51 % EUR/USD+0,05 % Gold+0,15 % Öl (Brent)+0,19 %
TagesInfo Rohstoffe: Wachsende Zweifel an OPEC-Produktionskürzungen (10. Oktober 2016)
Foto: www.commerzbank.de

TagesInfo Rohstoffe Wachsende Zweifel an OPEC-Produktionskürzungen (10. Oktober 2016)

Gastautor: Eugen Weinberg
10.10.2016, 11:48  |  1279   |   |   

Energie: Die Ölpreise stehen seit Freitag unter Abgabedruck. Brent notiert bei 51,5 USD je Barrel, WTI wieder unterhalb von 50 USD je Barrel. Am Freitagmorgen hatte Brent bei 52,84 USD je Barrel noch ein 4-Monatshoch verzeichnet und das Jahreshoch von Anfang Juni nur haarscharf verfehlt. Es wachsen offensichtlich Zweifel am Zustandekommen einer Einigung der OPEC-Länder auf Produktionskürzungen. Denn einige von ihnen treffen sich in dieser Woche schon wieder am Rande einer Energiekonferenz in Istanbul. Dass noch Redebedarf besteht, verdeutlichen aktuelle Äußerungen des irakischen Ölministers. Dieser hat gestern bekräftigt, die Ölproduktion im nächsten Jahr weiter steigern zu wollen. Worte und Taten klaffen bei der OPEC also weiterhin deutlich auseinander. Derzeit produziert die OPEC knapp 1 Mio. Barrel pro Tag mehr Rohöl als benötigt. Bei der jetzigen OPEC-Produktion wäre der Markt erst in einem Jahr ausgeglichen. Die drei Energieagenturen dürften das momentane Überangebot bestätigen, wenn sie in dieser Woche ihre neuen Schätzungen zu Angebot und Nachfrage bekanntgeben. Das Nicht-OPEC-Angebot für 2017 dürfte sogar weiter nach oben revidiert werden. Denn in den USA sind die aktiven Ölbohrungen in der letzten Woche laut Baker Hughes zum 14. Mal in den letzten 15 Wochen gestiegen und Russland produzierte im September auf einem Rekordniveau. Von daher überrascht es nicht, dass einige Spekulanten Gewinne mitnehmen. Diese hatten in der Woche zum 4. Oktober ihre Netto-Long-Positionen bei WTI um 68 Tsd. Kontrakte ausgeweitet und damit maßgeblich zum starken Preisanstieg in der Berichtswoche beigetragen.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE295J Long Oil Brent Future Dec 2016 Faktor 10
CD4GWM Short Oil Brent Future Dec 2016 Faktor -10

Edelmetalle: Gold markierte am Freitag bei gut 1.240 USD je Feinunze kurzzeitig ein 4-Monatstief, erholte sich anschließend aber wieder. Zum Auftakt der neuen Handelswoche notiert es bei rund 1.265 USD wieder leicht oberhalb der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie. Rückendeckung erhielt Gold durch den im späten Handelsverlauf schwächeren US-Dollar und durch ETF-Zuflüsse. Die US-amerikanische Währung wertete ab, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht für September die Erwartungen leicht verfehlt hatte. In den USA wurden im letzten Monat 156 Tsd. neue Stellen geschaffen, was zu der moderaten Erholung der US-Wirtschaft passt. Die US-Notenbank Fed dürfte unseres Erachtens weiter im Dezember die Zinsen anheben. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten am Freitag mit 9,1 Tonnen den höchsten Tageszufluss seit Mitte September. Dieser war vor allem auf den SPDR Gold Trust, den weltgrößten Gold-ETF, zurückzuführen. Wie die CFTC-Statistik zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer zeigt, war der Preiseinbruch bei Gold letzten Dienstag im Wesentlichen auf diese Anlegergruppe zurückzuführen. Denn in der Woche zum 4. Oktober wurden die Netto-Long-Positionen um 22% auf 200,1 Tsd. Kontrakte reduziert, den niedrigsten Wert seit vier Monaten. Seither dürfte es zu einem weiteren Abbau gekommen sein. Kaufzurückhaltung zeigen schon seit längerem die Zentralbanken. So hat China gemäß Daten der Zentralbank im September seine Goldreserven lediglich um 160 Tsd. Unzen bzw. 5 Tonnen aufgebaut.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD531F Bull Silber Hebel 6,2
CE20QT Bear Silber Hebel 6,2

Industriemetalle: Nach der Feiertagswoche in China nehmen die chinesischen Händler seit heute wieder am Marktgeschehen teil. Die im Zuge dessen festen chinesischen Aktienmärkte geben zugleich den Metallpreisen Auftrieb. Kupfer notiert daher zum Wochenauftakt wieder oberhalb von 4.800 USD je Tonne. Unterstützung erhält das rote Metall seit einiger Zeit auch wieder durch die spekulativen Finanzinvestoren. Diese haben in der Woche zum 4. Oktober ihre Netto-Long-Positionen an der Comex in New York auf ein 9-Wochenhoch von 7,1 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Vier Wochen zuvor bestanden mit fast 42 Tsd. Kontrakten noch sehr hohe Netto-Short-Positionen. Der Kupferpreis ist in dieser Zeit um knapp 200 USD je Tonne bzw. 4% gestiegen. Neben Kupfer verteuern sich zu Beginn der neuen Handelswoche zum Beispiel auch Zink, Blei und Nickel. Letzteres macht seine Verluste von Freitag wieder wett. Die indonesische Regierung erwägt laut Angaben des Generalsekretärs im Energie- und Bergbauministerium eine Lockerung des seit Anfang 2014 bestehenden Exportverbots von unbehandelten Erzen. Hierzu treffen sich diese Woche Vertreter der betroffenen Ministerien. Mit diesem Schritt soll den Unternehmen mehr Zeit gegeben werden, um Schmelzanlagen zu bauen. Demnach könnte die Regierung zukünftig den Export von jeweils bis zu 15 Mio. Tonnen Nickelerz und Bauxit pro Jahr erlauben. Dies würde vor allem die Angebotslage am globalen Nickelmarkt entspannen.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CN4BD1 Long Copper Future Dec 16 Faktor 6
CZ6LL2 Short Copper Future Dec 16 Faktor -6

Jetzt mit konstantem Hebel an der zukünftigen Entwicklung des DAX partizipieren. Hier geht’s zur Faktor-Zertifikate-Suche.

Diskussion: Vorsicht bei Gold!


Verpassen Sie keine Nachrichten von Eugen Weinberg

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Gastautor

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

RSS-Feed Eugen Weinberg

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel