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Häuslebauer und Aktienfans aufgepasst – Zinswende möglich?

Gastautor: Daniel Saurenz
14.10.2016, 09:00  |  814   |   |   

Immobilien_Berlin_2„Nach unten ist nicht mehr viel drin“ – diesen Satz hört man in diesen Wochen häufig, wenn es um Zinsen bei Immobilienfinanzierungen geht. Selbst bei einer noch offensiveren Geldpolitik der Notenbanken ist das Mindestmaß wohl erreicht. Doch könnte sogar eine Wende bei den Zinsen anstehen? Die EZB philosophierte jüngst über ein Eindämmen ihres Anleihenankaufprogramms, mancher sah sich schon an das Tapering in den USA erinnert.

Die weltweiten Notenbanken versuchen dabei seit Jahren durch eine immer weitere Lockerung der Geldpolitik die Weltwirtschaft in Schwung zu bringen. Dennoch kühlt sich das Wirtschaftswachstum zusehends ab. Hilfreich war das alles bisher für Immobilienkäufer, die finanzieren müssen oder auch für Aktieninvestoren. Gestützt wurde der DAX von den weiter sinkenden Zinsen. So liegen die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen trotz des jüngsten Anstiegs bei lediglich 0,03 Prozent und könnten schon bald das Rekordtief von minus 0,18 Prozent vom Anfang Juli ins Visier nehmen.

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Zuletzt ist das weltweite Volumen an Staats- und Unternehmensanleihen, die Strafzinsen abwerfen, auf umgerechnet insgesamt 11,6 Billionen Dollar gestiegen und liegt damit nur noch knapp unter dem Rekord vom Juni von 11,9 Billionen. Auf der verzweifelten Suche nach Rendite greifen Investoren bei Aktien zu und treiben so die Kurse nach oben.

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Die sinkenden Zinsen spiegeln allerdings nicht nur die zunehmende Lockerung der Geldpolitik durch die Notenbanken, wie die EZB, die japanische und die englische Notenbank wider, sondern auch die anhaltende Eintrübung der Perspektiven für die Weltwirtschaft. So hat die OECD den Ausblick für die USA von 1,8 Prozent auf nur mehr 1,4 Prozent eingedampft. Das wäre das niedrigste Wachstum seit der 2009er-Schuldenkrise. Die 2016er-Prognose für die Euro-Zone wurde zwar nur leicht auf 1,5 Prozent reduziert, dafür aber jene für 2017 von 1,7 auf 1,4 Prozent.

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Konjunkturprogramme kommen auf die Agenda

Konjunktur_Hafen_IsraelWegen der Abkühlung der Weltwirtschaft rückt neben der Geldpolitik nun die Fiskalpolitik zusehends in den Fokus der Investoren. „Die Rufe nach einer deutlichen Ausweitung der staatlichen Fiskalprogramme werden nach unserer Beobachtung wesentlich lauter. Beispiele hierfür finden sich im Abschlusskommuniqué des G20-Gipfels, in Äußerungen von IWF-Chefin (Christine) Lagarde und sogar in Verlautbarungen aus der deutschen Politik“, schreibt Michael Kopmann, Leiter Privatkundenstrategie bei der DZ Bank.

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„Solche Rufe dürften nicht nur im Süden Europas auf offene Ohren treffen, sondern auch im Wahlkampf in Frankreich, Deutschland und den USA eine wichtige Rolle spielen“, so der Finanzprofi. Fiskalprogramme bedeuten, dass die Länder zusätzliche Schulden machen, um beispielsweise in die Infrastruktur, wie Straßen und Brücken, zu investieren, die Steuern zu senken oder höhere Sozialausgaben zu finanzieren. Etliche Experten sehen das kritisch, weil die ohnehin hohe Staatsverschuldung vieler Länder noch stärker steigen würde. Allerdings würde das zusätzliche Geld die Wirtschaft ankurbeln.

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Kopmann’s Kollegen von der Saxo Bank stoßen in das gleiche Horn. „In den vergangenen drei Monaten haben verschiedene Zentralbanken betont, dass Geldpolitik nur Zeit erkaufen kann. Darüber hinaus sind jedoch zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Insofern besteht kein Zweifel daran, dass Fiskalausgaben für Investoren überall auf der Welt im neuen Quartal ganz oben auf der Agenda stehen werden“, sagt Christopher Dembik, Volkswirt bei der Saxo Bank.

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Größere Fiskalprogramme wären für DAX, EuroStoxx50 oder den S&P500 eine gute Nachricht, würden sich doch bei einer Belebung der Weltwirtschaft die Perspektiven für die Unternehmen aufhellen, gerade für die Exportstarken Firmen aus dem DAX. „Der Aktienkursaufschwung der letzten Jahre, der fundamental nur beding gerechtfertigt ist, könnte somit eine fundamentale Unterfütterung erhalten und folglich die zuweilen recht hohe Aktienbewertung relativieren“, schrieben die Analysten der DZ Bank.

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Bemerkenswert sei, dass beide US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton höhere Staatsausgaben in Aussicht gestellt hätten. Während der S&P500 mit einem KGV von 16,7 sehr hoch bewertet ist, liegt das KGV des DAX bei lediglich 12. Anleger sollten daher den Index weiter genau im Auge behalten. Wenn das Thema Konjunkturprogramme zusehends hochkochen sollte, könnte der DAX besser laufen als der S&P500. Mit einem Indexzertifikat oder passenden ETFs ist man dann gut aufgestellt. Wer mag, kann das Ganze mit Turbos oder Optionsscheinen – interessant bei niedriger Volatilität – noch forcieren.



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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