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Das ist der Gipfel! Dieselmotoren: Treffen von Politik und Autobauern in Stuttgart geplatzt

04.05.2017, 13:39  |  2162   |   |   

Laut der "Welt" haben Vertreter der deutschen Automobilindustrie ein Diesel-Sondertreffen  mit der grün-schwarzen Landesregierung Baden-Württembergs kurzfristig abgesagt. Erklärung: Die Industrie bräuchte mehr Zeit für interne, technische Abstimmungen.
 
Bei dem für heute avisierten Termin, an dem sich Zulieferer und Wissenschaftler beteiligen wollten, sollte u.a. darüber diskutiert werden, wie Diesel-Motoren der Klasse Euro 5 so nachgerüstet werden könnten, dass ihren Haltern keine Fahrverbote in Innenstädte drohen. Die Lösungsvorschläge hätten landesweite Signalwirkung haben können, denn die Dieselfahrer sind stark verunsichert. Auf der anderen Seite muss die Politik Lösungen finden, um die EU-Anforderungen bezüglich der Schadstoffgrenzwerte in den Städten einzuhalten.
 
Das abgesagte Treffen soll asap nachgeholt werden, wie es seitens der Landesregierung und der Autobauer heißt - neuer Termin womöglich 10. Mai 2017. Die Chancen auf eine Einigung stehen schlecht, denn während das Stuttgarter Verkehrsministerium die Autobauer in die Pflicht nehmen will die Kosten der Nachrüstung zu tragen, meinen die Hersteller einwandfreie Produkte geliefert zu haben. Somit entfällt die Grundlage einer Kostenübernahme - in den Augen der Hersteller.

Die Autobauer sind durchaus am Thema Diesel dran. Heute teilte der VW-Konzern mit, dass man inzwischen 72 Prozent der manipulierten Dieselmotoren ausgetauscht habe, siehe hier. Europaweit habe das Unternehmen bereits 50 Prozent der Fahrzeuge umgerüstet. Dass VW bei der Nachrüstung aufs Gas drückt, liegt auch an den Planungen des TÜVs, denn Besitzern von VW-Dieselfahrzeugen, die betroffene Autos nicht umrüsten lassen, könnte ab August die TÜV-Plakette verweigert werden, siehe hier.

Hamburg hatte am Mittwoch angekündigt, zwei Abschnitte großer Straßen für Diesel, die nicht den Euro-6-Anforderungen entsprechen, sperren zu wollen ("HamburgerAbendblatt"). Wie Verstöße mit Bußgeldern geahndet werden sollen, ist noch unklar. In Stuttgart werden voraussichtlich ab Anfang 2018 die Diesel von mehreren Straßen in der City verbannt. In weiteren Städten, darunter München, Düsseldorf und Berlin, werden ähnliche Verbote diskutiert – oder sind aufgrund von Klagen zu erwarten.

Aktuell ist jedes dritte Auto in Deutschland ein Diesel. Von den 15,1 Millionen Fahrzeugen haben rund 39 Prozent einen Euro-5-Motor. Somit wären von den möglichen Fahrverboten mehrere Millionen Halter betroffen. Das Sprichwort: "Es wird nichts so heiß gegessen, wie's gekocht wird" könnte auch bei diesem Thema sich bewahrheiten. Thomas Strobel, Vize-Regierungschef der CDU, sieht Fahrverbote nur als letzten Ausweg, falls es keine anderen Lösungen gibt ("Welt").

Eigentlicht sollten wir andere Lösungen finden. Das Klima und die Schadstoffbelastung in den Innenstädte würde sich durch begrünte Häuser und mehr Bäume verbessern lassen. Bestimmt würde jeder Dieselfahrer einen Baum spenden, wenn damit das Problem gelöst werden könnte. Eine Entwertung von Millionen Fahrzeugen kann nicht die Lösung sein. 
 

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Kommentare

Darum gehts: "noch keine" ausgereifte Technologie bei E- und B-Antrieben, mit wieviel Nachdruck wird denn die Technik weiter getrieben, wenn es so easy ist, einfach mit der alten fortzufahren. Und alle Akteure in diesem System profitieren solange es irgend geht. Egal welche volkswirtschaftlichen oder Gesundheitskosten entstehen, diese Kosten trägt ja eh immer der Bürger/Steuerzahler/die nächste Generation. Und Strom gibts auch von der Sonne, Wind und Wasser; Wasserstoff kann aus der überschüssigen reg. Energieerzeugung gewonnen werden. Jeder weiß, daß man zu jeder Fortbewegung Energie aufwenden muß - der Imperativ der Stunde ist doch, dies intelligent und mit Nachdruck zu tun.
Vielleicht ist er nicht als Auto-Lobbyist, sondern die Politik als Ölkonzern Lobbyisten. In Zeiten, wo Öl-Nachfrage sinkt und die Dieselfahrzeuge weniger verbrauchen, wie kann man ein Szenario abspielen, wo tatsächlich alle denken, Dieselfahrzeuge sind schädlich. Steigt besser auf Benziner, wo der Verbrauch der Ölmultis deutlich steigt. Und hinter Öl-Geschäften stecken auch Finanzparasiten, wie Banken.
Selbstverständlich ist Diesel schädlich, genauso wie Benzin und Co. Dafür gibt es Technologie, die es ermöglicht, Schadstoffe des Diesels zu reduzieren.
Elektroautos haben noch keine ausgereifte Technologien, dafür müssen Sie ordentlich Kohle verpuffen, hoffentlich hatten Sie Physik in der Schule.
Brennstoffzellen genau so, noch nicht für den täglichen Durchschnittsverbrauch reif genug!
Der NOX Ausstoß ist in den letzten Jahren um 2/3 gesunken.
ES gibt das eine Graphik vom Umweltbundesamt.

Je sauberer die Luft, desto größer die Sorge um die Gesundheit, desto größer das Geschrei der Politik und der Umweltverbände.

Schweizer Industriearbeiter dürfen nach dem MAK Wert mit 6000 mikrogramm pro m3 belastet werden, deutsche mit immerhin 900 Mikrogramm/m3.
An einer vielbefahrenen Straße sind 40 Mikorgramm/m3 erlaubt und wenn mal 80 mikrogramm erreicht werden, sehe ich da kein Drama.
Wäre es eine echte Gefährdung, dann würden die Angestellten in der Schweizer Chemie-Industrie buchstäblich vergiftet.
Das werden sie natürlich nicht.
Auch Chemiearbeiter sind in der Schweiz knapp.
Da vergiftet man sie besser nicht.

(Quelle: Wikipedia NO2)
Der Autor argumentiert wie ein Auto-Lobbyist. Es muß gerade wehtun und ja, eine ernsthafte Wende in der Orientierung der Autokonzerne zugunsten unsere Gesundheit ist nur erreichbar, wenn ihre schmutzigen Dieselfahrzeuge entwertet werden. Es wird eher positiv für VW u.a. sein, denn sie werden sich zukünftig global nur behapten können, wenn sie ganz schnell auf saubere Autos (Elektro, Brennstoffzelle) umstellen.
RoZeichen

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