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Rohstoffe Ölpreise legen nach US-Lagerdaten kräftig zu

Gastautor: Eugen Weinberg
11.05.2017, 11:42  |  1335   |   |   

Energie: Die Ölpreise legten gestern gut 3% zu. Der Preisanstieg setzt sich heute zunächst fort. Brent handelt wieder bei knapp 51 USD je Barrel, WTI bei 48 USD je Barrel. Die Marktteilnehmer reagierten damit auf den vom US-Energieministerium berichteten kräftigen Rückgang der US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 5,2 Mio. Barrel. Das war der bislang stärkste Lagerabbau in diesem Jahr und zugleich der fünfte Wochenrückgang in Folge. Zudem kam es auch zu einem Lagerabbau bei den Ölprodukten. Die Benzinvorräte sanken entgegen den Erwartungen leicht, die Destillatebestände stärker als erwartet um 1,6 Mio. Barrel. Die US-Rohölproduktion verzeichnete zwar den 12. Wochenanstieg in Folge und erreichte auf Basis der Wochendaten mit gut 9,3 Mio. Barrel pro Tag das höchste Niveau seit August 2015. Da die EIA in ihrem am Vortag veröffentlichten Monatsbericht für Mai eine Produktionsmenge von 9,2 Mio. Barrel pro Tag unterstellte, könnte es aber im Lagerbericht der kommenden Woche eine Abwärtsrevision der wöchentlichen US-Ölproduktion geben. Der trotz weiter steigender US-Produktion erfolgte kräftige Lagerabbau deutet auf eine Angebotsverknappung am US-Ölmarkt hin. Die OPEC-Kürzungen zeigen somit offenbar allmählich Wirkung. Die Kommentare der vorangegangenen Tage aus den Reihen der OPEC, die Kürzungen zu verlängern, erhalten dadurch mehr Gewicht. Ein IEA-Vertreter äußerte gestern die Erwartung, dass der Ölmarkt im zweiten Quartal bereits ein deutliches Angebotsdefizit aufweist, das sich im zweiten Halbjahr bei einer Verlängerung der OPEC-Kürzungen noch vergrößern würde.

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Edelmetalle: Während Gold weiter bei rund 1.220 USD je Feinunze vor sich hindümpelt, legt Platin etwas zu und macht damit auch gegenüber Gold wieder etwas Boden gut. Die Preisdifferenz ist auf 300 USD je Feinunze geschrumpft. Anfang des Monats lag sie noch bei über 340 USD. Laut Einschätzung von Thomson Reuters GFMS dürfte sich das Angebotsdefizit am globalen Platinmarkt in diesem Jahr auf 367 Tsd. Unzen ausweiten, nach moderaten 192 Tsd. Unzen im letzten Jahr. So soll das Angebot aus Südafrika, dem weltweit größten Platinproduzenten, weiter sinken, nachdem die Minenproduktion dort laut GFMS schon im letzten Jahr rückläufig war. Dem gegenüber steht eine solide Nachfrage, vor allem aus der Industrie. Johnson Matthey und der World Platinum Investment Council werden nächste Woche im Rahmen der „Platinum Week“ in London ihre Einschätzungen zur Lage am Platinmarkt präsentieren.
Nach schwachen US-Autoabsatzzahlen in den letzten beiden Monaten schwächelt nun offenbar auch der chinesische Automarkt. Laut Angaben des Verbands der chinesischen Automobilhersteller wurden in China im April 1,72 Mio. Autos verkauft, 3,7% weniger als im Vorjahr. Offenbar wirkt sich die Reduzierung der Steueranreize zum Kauf von Autos jetzt doch auf die Absatzzahlen aus. Der Verband sieht die chinesische Autoindustrie an einem kritischen Punkt angelangt, der die Wende ins Negative darstellen könnte. Dies spricht für eine schwächere Palladiumnachfrage, sollten China und die USA als die beiden wichtigsten Nachfragemärkte weiter zur Schwäche neigen.

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Industriemetalle: Die Metallpreise setzen heute Morgen zu einer Erholung an. Diese dürfte aber unseres Erachtens in Anbetracht der komfortablen bzw. sich entspannenden Angebotslage an den meisten Märkten nicht von Dauer sein. Ein Belastungsfaktor für die Preise sind derzeit auch die spekulativen Finanzinvestoren, die sich vor allem bei Kupfer und Nickel zurückziehen. Gemäß LME-Statistik haben sie im Falle von Kupfer in der letzten Woche ihre Netto-Long-Positionen auf den niedrigsten Wert seit Ende Oktober und im Falle von Nickel auf den tiefsten Stand seit Mitte September abgebaut. Noch sind hier u.E. zu viele „zittrige Hände“ im Markt und die Bereinigung sollte noch nicht abgeschlossen sein, was die Preise weiter belasten dürfte.
Der nächstfällige Futures-Kontrakt für Eisenerz an der SGX AsiaClear in Singapur ist heute zeitweise wieder unter 60 USD je Tonne gefallen und hat ein 6½-Monatstief markiert. Belastend wirken sich hier offenbar die ebenfalls fallenden Stahlpreise in China aus. Laut Angaben des Verbands der chinesischen Eisen- und Stahlhersteller wurde die Stahlproduktion in China den ganzen April über kontinuierlich ausgeweitet und hat Ende letzten Monats auf Tagesbasis ein neues Rekordhoch erreicht. Der von der Regierung angeordnete Abbau von Überkapazitäten hat nach wie vor keine Auswirkungen auf die Produktion, da es sich bei den geschlossenen An¬lagen offenbar in erster Linie um solche handelt, die schon zuvor nicht mehr produziert hatten.

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Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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