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Aktien: Sind Banken immer noch der Risikofaktor Nr. 1?
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Aktien Sind Banken immer noch der Risikofaktor Nr. 1?

Gastautor: Frank Fischer
30.09.2016, 07:21  |  5345   |   |   

Während einige Aktienmärkte rund um den Globus wieder einmal ihren Allzeithochs entgegenstreben und eine politische Krise die nächste jagt, ist der DAX seit Jahresbeginn eigentlich unverändert. Aber es gab zwischendurch erheblich Schwankungen. Daraus lassen sich zwei alte Börsenweisheiten ableiten: Regel 1. Man kann die Schwankungen des Aktienmarktes einfach aussitzen ohne mittelfristig großen Schaden zu nehmen. Dennoch gilt auch hier: ein aktives Fonds- und Cash-Management mit einem Value-orientierten Stock Picking kann durchaus einen positiven Mehrwert erzielen. Denn Regel Nr.2 besagt: Buy and hold be grey and old!

Grund für diese nicht ganz unvorhersehbaren Seitwärtsmärkte waren einmal mehr die Notenbanken, die nicht von ihrem Kurs der Niedrigzinsen abweichen. Dazu drucken die Europäer und Japaner Geld, als gäbe es kein Morgen. EZB-Chef Mario Draghi macht den Asset Managern Konkurrenz und kauft ihnen jede Menge Anleihen weg, Japans Notenbankchef Kuroda greift gar schon intensiv in den Aktienmarkt ein. Auch das Wiedererstarken von Gold hängt mit dem schwachen oder mangelnden Vertrauen in Banken, Politiker und Notenbanken zusammen. Nach wie vor ist Inflation kein Grund Gold zu kaufen. Negative Realzinsen dagegen schon. Und solange gedruckt wird bis der Arzt kommt, bleibt der mangelnde wirtschaftliche Grund Gold zu kaufen obsolet.

Value-Aktien underperformen seit Jahren

Was also tun? Value-Aktien underperformen seit Jahren, um genau zu sein: sie durchlaufen längste Schwächephase überhaupt. Auch der relative Spread von Value zu Growth war nur während der Finanzkrise größer. Dies liegt zum einen an der disruptiven Entwicklung, die eine Branche nach der anderen durchläuft und von der in erster Linie Wachstumstitel wie Facebook, Amazon, Tesla oder Twitter aus der Silikon Valley profitieren, die mehr auf Marktanteile als auf Profit getrimmt sind. Viele Anleger setzen auf das Momentum solcher Qualitätsaktien, was deren Bewertung weiter in die Höhe treibt. Ein anderer Grund für das schlechte Abschneiden von Value-Strategien ist die starke Gewichtung von Finanztiteln, die seit der Finanzkrise 2008 von Anlegern – in den meisten Fällen wohl zu Recht - gemieden werden. Tatsache bleibt, dass kaum noch jemand wirklich den Banken traut. Dies führt zu niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnissen, wodurch Banken als Value eingestuft werden. Dazu kommen Negativzinsen und die Bedrohung durch FinTechs, Blockchains und eine sich fortsetzende Digitalisierung. Dies könnte ein klassisches Beispiel für eine sogenannte Value-Trap sein - wir haben diesen Fettnapf zumindest bisher gemieden.

Deutsche Bank: Derivatebestand kann zum Pulverfass werden

Auch das Thema der 360 Milliarden Euro an Problemdarlehen allein in Italien ist weiterhin ein großes Problem. Kann das gelöst werden? Der BREXIT kann hier als Auslöser oder Weckruf gesehen werden. Auf Grund der exponierten Stellung des Finanzplatzes London wurde der Fokus wieder auf die Bankentitel gelenkt. Denn was Italien macht, ist in Deutschland nicht viel anders. Auch wenn sie es zunächst bestritten hat: im Ernstfall wird die Kanzlerin kommen und es auch für die Banken richtigen. Wie schon zuvor mit Griechenland kam erst die Aussage „wir werden auf jeden Fall standhaft bleiben“ um kurz darauf das Gegenteil zu tun. So wird es auch bei den Baken kommen. Deutsche Bank Chef John Cryan lehnt zwar Staatshilfen weiterhin als überflüssig ab, so bleibt sein Finanzinstitut mit einer Bilanzsumme von über der Hälfte des deutschen Bruttosozialproduktes laut IWF das größte Systemrisiko und daher „too big to fail“. Um es noch mit ein paar Zahlen zu verdeutlichen: Der Derivatebestand der Deutschen Bank von fast 46 Billionen Euro ist knapp 17-mal so hoch wie die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands – und das bei einem Eigenkapital von gerade mal 61 Milliarden Euro, wie der „FOCUS“ berechnet hat! Diese Papiere laufen außerhalb der Bilanz und sind völlig intransparent. Sollten der Bank auch nur 5 Prozent aller Derivate um die Ohren fliegen, gehen in Frankfurt die Lichter aus. Eine höchst gefährliche Situation.

Als Fazit bleibt: langfristig hat Value immer die bessere Wertentwicklung gebracht. Wichtig ist es, die großen Schlaglöcher zu vermeiden. Dies gelingt uns etwa bei unseren Fondsmandaten meistens mit eigentümergeführten und günstig bewerteten Aktien mit wirtschaftlichem Burggraben und einem gesunden Cash-flow. Auch im Technologiebereich finden wir Value-Titel. Dazu gehören Baidu, die Software AG, Alphabet und Verisign. Auch Secunet lief zuletzt hervorragend. Selten war unsere Aktienquote so hoch wie aktuell. Dennoch bleiben wir extrem wachsam.

 

 

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Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG und in dieser Funktion verantwortlich für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“, schreibt regelmäßig über die internationalen Aktienmärkte. Als überzeugter Value-Investor hat Fischer langjährige Expertise in allen Fragen rund um Fonds, Börse, aber auch das Stiftungswesen. In seinen regelmäßigen Marktkommentaren legt er besonderes Augenmerk auf Behavioral Finance, sowie Investments in Small- und Midcap-Werte.

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