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5 DAX-Unternehmen, die sich nicht um Trump und Clinton kümmern

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.10.2016, 14:20  |  842   |   |   
Foto: Julia Roegner

Nach einem langen Weg zur Nominierung bereiten sich die amerikanischen Präsidentschafts-Kandidaten nun auf den Endspurt vor. Bei vielen Anlegern steigt jetzt die Unruhe, wie es wohl nach Obama weitergeht. Bei wichtigen Themen wie Energie, Welthandel und Gesundheit unterscheiden sich die Programme stark.

Aber längst nicht alle DAX-Konzerne sind davon betroffen. Egal ob Trump oder Clinton, die folgenden fünf Unternehmen machen aller Wahrscheinlichkeit nach genauso weiter wie zuvor.

Beiersdorf

Der Labello-Konzern dürfte eines der unpolitischsten Großunternehmen überhaupt sein, auch wenn bestimmt viele Politiker auf seine Produkte vertrauen. Hautpflege, Shampoo und Klebeband werden von Konservativen, Sozialisten und Liberalen gleichermaßen benutzt.

Die Marken von Beiersdorf (WKN:520000) sind weltweit in vielen Ländern bekannt, insbesondere Nivea-Creme ist selbst im hintersten Anden-Tal noch erhältlich. Durch den stetigen Ausbau der Produktvarianten gelingt es regelmäßig, den Umsatz zu steigern, obwohl Währungseffekte und eine schwache Entwicklung der Tesa-Sparte zuletzt für einen leichten Rückgang verantwortlich waren.

Im Doppelkontinent Amerika erwirtschaftet Beiersdorf etwa 17 % seiner Umsätze. Der Anteil der USA dürfte folglich im einstelligen Bereich liegen. Auch deshalb muss man sich in Hamburg nur wenig um Trump und Clinton kümmern.

Henkel

Ähnlich wie bei Beiersdorf sieht es auch bei Henkel (WKN:604843) aus, ein Konzern, der sich ebenfalls mit Körperpflege und Kleben beschäftigt. Hinzu kommt der wichtige Putz- und Waschmittelbereich.

Dort wurde kürzlich für 3,6 Mrd. Dollar der amerikanische Hersteller Sun Products übernommen. Mit diesem im Juni verkündeten Schritt wird Henkel zu einer Branchengröße in den USA und steigert den regionalen Umsatzanteil auf rund ein Viertel.

Die Düsseldorfer müssen also hoffen, dass auch in der kommenden Legislaturperiode genauso die Waschmaschinen auf Hochtouren drehen, wie zuvor – mir fällt beim besten Willen nichts ein, was dagegen spräche.

Daneben wäre für den Klebstoffbereich eine gute konjunkturelle Entwicklung insbesondere im Bausektor hilfreich. Ob Baulöwe Trump hier Vorteile hat, vermag ich nicht einzuschätzen, aber der Effekt dürfte spätestens seit dem Verkauf von Teilen des Bauchemiegeschäfts an BASF (WKN:BASF11) so oder so verschwindend gering sein.

Continental

Clintons Umweltagenda und Trumps Mexiko-Phobie könnten Continental (WKN:543900) tangieren. Trotzdem glaube ich, dass der Geschäftserfolg der Hannoveraner vom Wahlausgang kaum betroffen sein wird.

Der weltgrößte börsennotierte Automobilzulieferer ist selbstverständlich auch in den USA stark präsent und zwar sowohl mit der einheimischen Reifenmarke General Tire als auch mit zahlreichen Komponenten-Fabriken und Entwicklungszentren. Die 26 % Umsatzanteil (2015) der NAFTA-Region dürften überwiegend auf die USA fallen.

Dass alle Sparten auch in Mexiko mehrfach vertreten sind, macht mir wenig Sorgen. Selbst wenn das Land tatsächlich irgendwann aus der NAFTA-Zone fliegen sollte, wie es Trump androht, denke ich, dass der Zulieferer sich gut an die neuen Gegebenheiten anpassen kann. Das Produktionsnetzwerk von Continental ist insgesamt sicherlich flexibler aufgestellt als bei den Automobilherstellern mit ihren Milliardeninvestitionen an vergleichsweise wenigen Standorten.

Dem Konzern kann es darüber hinaus auch gleichgültig sein, ob der nächste Präsident die Elektromobilität mit Nachdruck fördert oder nicht. Das breite Technologieportfolio ist für alle Fälle mit marktführenden Lösungen vorbereitet.

Infineon

Weder Clinton noch Trump haben sich bislang als Tekkies hervorgetan. Aber wenn Amerika „great“ werden soll oder sich den Herausforderungen der Zukunft stellen will, dann dürfen den Ingenieuren von innovativen und digitalen Produkten keine Steine in den Weg gelegt werden.

Informationstechnik ist ein Aushängeschild der USA und ich habe keine Zweifel, dass das unter jedem Präsidenten auf absehbare Zeit bleiben wird, auch wenn die Fertigung immer mehr nach Asien abwandert. Für Infineon (WKN:623100) ist China längst der wichtigste Absatzmarkt. Trotz der Übernahme von International Rectifier macht der Umsatz in den USA nur noch 10 % aus.

Das Einzige, wo Infineon sich vielleicht doch ein paar Sorgen machen muss, wären die sehr unterschiedlichen Positionen zur Umwelttechnik. Leistungshalbleiter für Photovoltaik, Windkraftanlagen und Elektrofahrzeuge dürften unter demokratischer Führung in höherer Stückzahl im Inland abgesetzt werden.

Andererseits profitiert unter den Republikanern möglicherweise die Sicherheitstechnik-Sparte weltweit, falls sich eine intensivierte Rüstungsspirale in Bewegung setzen sollte.

SAP

Selbstverständlich ist Amerika äußerst wichtig für SAP (WKN:716460). 2015 wurden 41 % in der Region umgesetzt und die USA stellen sicherlich den mit Abstand wichtigsten Teilmarkt dar. Regelmäßig tätigen die Walldorfer dort auch Übernahmen, um technisch an der Spitze zu bleiben und weitere Kundengruppen ansprechen zu können. Zuletzt wurde der Kauf von Altiscale verkündet, um die Cloud gestützte Datenanalyse zu stärken.

Der Software-Konzern ist heute so breit aufgestellt, dass er letztlich nur vom allgemeinen Investitionsklima abhängt. Wessen Rezepte hier bessere Resultate bringen würden ist aus meiner Sicht nicht zuverlässig einschätzbar. Dafür, dass der Wahlausgang SAP ziemlich egal sein kann, spricht auch die Tatsache, dass die einheimische Konkurrenz noch viel mächtiger ist. Von deren Lobbyarbeit profitiert die gesamte Software-Branche.

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Du hast die Wahl, ob du auf ein bestimmtes Wahlergebnis setzen oder lieber Ausschläge vermeiden möchtest. In diesem Artikel habe ich dir fünf DAX-Unternehmen herausgesucht, deren Geschäftsmodelle gegen solche Einflüsse immun sind. Bei ihnen kommt es nur darauf an, ob sie sich im Wettbewerb bewähren.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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