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Deutlicher Druck – Ölpreis hängt an Trumps Politik

Gastautor: Daniel Saurenz
23.11.2016, 07:00  |  761   |   |   

Rohstoffe_ÖlWährend der weltweite Aktienmarkt den Wahlsieg von Donald Trump feiert, schwächelt der Ölpreis. Dabei kommt er vor allem von einer Seite unter Druck. Investoren achten daher vor allem auf den OPEC-Gipfel in Wien und die möglichen Maßnahmen von Trump. Deutlicher Gegenwind für den Ölpreis: Verantwortlich dafür ist vor allem der kräftig steigende Dollar.

Der Greenback hat zuletzt seinen Aufwärtstrend beschleunigt, nachdem die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen signalisiert hatte, sie werde bei der Sitzung am 14. Dezember die Zinsen erhöhen.

Verantwortlich für den steigenden Dollar ist vor allem die Erwartung der Investoren, dass Donald Trump nach seinem Amtsantritt am 20. Januar 2017 ein Billionen schweres Konjunkturprogramm auflegen wird. Es würde die Wirtschaft kräftig ankurbeln und damit die Inflation anheizen. Diese Erwartung treibt die Zinsen nach oben und damit auch den Dollar.

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Wegen des Drucks auf den Ölpreis ist es von umso größerer Bedeutung, ob sich die OPEC beim Treffen am 30. November in Wien darauf einigen kann, welche Länder welchen Anteil der Produktionskürzung übernehmen werden. Beim Treffen Ende September in Algier hatte die OPEC beschlossen, die Förderung auf 32,5 bis 33,0 Mio. Barrel pro Tag zu kürzen. Zuletzt hatte Saudi-Arabien betont, dass man sogar den unteren Rand der Prognose anstrebe.

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Total_Presse_Öl_7„Eine Obergrenze von 32,5 Mio. Barrel zu erreichen wird helfen, die Erholung voranzutreiben, und ist im Interesse der Produzenten und der Verbraucher“, sagte der saudische Energieminister Khalid Al-Falih. Da die Förderung der OPEC zuletzt auf den Rekord von 33,6 Mio. Barrel pro Tag gestiegen war, müsste sie um rund eine Mio. gekürzt werden – ein sehr schwieriges Unterfangen. Immerhin haben bereits etliche Länder angekündigt, dass sie von der Reduzierung ausgenommen werden wollen.

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So möchte der Iran, nachdem das Embargo im Januar 2016 beendet worden war, die Produktion von zuletzt 3,9 Mio. Barrel weiter steigern. Gleichzeitig braucht der Irak höhere Einnahmen, um den Kampf gegen den IS voranzutreiben. Libyen und Nigeria sind zwei weitere Sonderfälle. In den Ländern erholt sich die Produktion allmählich, nachdem sie zuvor wegen Angriffen von Milizen auf die Infrastruktur gesunken war.

Öl_Portugal_TankstelleWegen dieser Gemengelage würde es hauptsächlich auf Saudi-Arabien ankommen, den Großteil der möglichen Kürzung der Förderung zu schultern. Oder kommt es vielleicht doch anders? Das wird nicht zuletzt von Trump abhängen. Während des Wahlkampfs hat er das Ende des Embargos gegen den Iran wiederholt scharf kritisiert. Sollte Trump es schaffen, die Vereinbarung zu kippen, würde die Förderung des Iran um rund eine Mio. Barrel pro Tag sinken. Damit müssten die anderen OPEC-Länder ihre Produktion nicht kürzen und der Ölpreis könnte deutlich nach oben drehen.

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„Die internationalen Ölfirmen werden bezüglich des Iran erst einmal abwarten und schauen, was Trump tun wird“, sagte Jason Bordoff, Chef des „Center on Global Energy Policy“ an der Columbia University. Sollte Trump den Deal tatsächlich kippen, würde das allerdings den Hardlinern im Iran vor der Präsidentschaftswahl im Mai kräftig in die Hände spielen.

Kann sich die OPEC auf einen Deal einigen?

BASF-YPC Company Limited in Nanjing / BASF-YPC Company Limited in NanjingTrumps Wahlsieg macht es insgesamt unwahrscheinlicher, dass sich die OPEC auf eine Kürzung der Förderung einigen wird. Denn die US-Fracking-Industrie könnte die Chance nutzen, um ihre Produktion auf Kosten der OPEC zu steigern. Genau dafür will Trump sorgen, denn im Gegensatz zur Demokratischen Partei setzt er stark auf fossile Energieträger, wie Öl und Gas. Würde die OPEC die Förderung kürzen, während die US-Fracking-Unternehmen ihre erhöhen, wäre die OPEC der Verlierer. Laut einer Analyse von BMI Research, einer Tochter der Ratingagentur Fitch, ist daher nach dem Sieg Trumps die Wahrscheinlichkeit, dass sich die OPEC Ende November nicht einigen wird, von 25 Prozent auf 45 Prozent nach oben gesprungen.

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Sollte sich die OPEC nicht auf einen Deal einigen, könnte der Ölpreis wieder in Richtung 40 Dollar abrutschen, so die Analysten von Goldman Sachs und der Société Générale. „Wenn es keine Einigung gibt, beginnt wieder der Kampf um Marktanteile“, sagt Daniel Yergin, Analyst bei der Researchfirma IHS.

Wegen des steigenden Dollar könnte der Ölpreis zumindest kurzfristig weiter schwächeln. Für zusätzlichen Druck würde sorgen, falls sich die OPEC nicht auf einen Deal einigen können sollte. Zudem werden Investoren ganz genau darauf achten, was Trump in den nächsten Wochen und Monaten zum Thema Iran sagen wird.



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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