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„DAX 2016 bei 12.224 Punkten“

27.12.2016, 09:37  |  1518   |   |   

- das erwarteten Vermögensverwalter Ende 2015. Womit Anleger im nächsten Jahr rechnen müssen, diese Frage wird zum Ende eines jeden Jahres regelmäßig gestellt. FundResearch prüft, ob sich die Vorhersagen für 2016 auch erfüllt haben.

Bereits im November 2015 hat Clemens Fuest, heute Präsident des ifo Instituts und Nachfolger von Hans-Werner Sinn, den richtigen Riecher bewiesen. Denn für Turbulenzen sorgte Anfang 2016 besonders ein Thema: China. „Ich würde mir wünschen, dass die Regierung in China sich öffentlich dazu bekennt, dass das Wachstum weiter zurückgehen wird“, sagte der Ökonom 2015.  Die chinesische Regierung habe sich in eine Falle begeben, aus der sie nicht mehr herauskomme: „Ich habe an China meine Zweifel. Es wird viel zu viel investiert.“ Ein Wachstum von sechs Prozent sei nicht zu halten. 

Auch Wolfgang Kuhn, Head of European Credit bei Aberdeen Asset Management, war sich im Dezember 2015 sicher: „Das Thema China wird uns auch 2016 wieder begegnen. Hier liegt der Fokus vor allem auf dem chinesischen Wachstum.“ Daneben sollten Anleger ein zweites Thema nicht aus den Augen verlieren: „Die gegenläufigen Zinsbewegungen in Euroland und den USA werden uns über 2015 hinaus beschäftigen. Unsere Rentenfonds bereiten wir mit Blick auf das nächste Feuerwerk der EZB für 2016 vor.“ Er sollte Recht behalten. 

Das Thema Zinsen hatten 2015 auch andere Experten auf dem Schirm: „2016 liegt nach wie vor der Fokus auf der Anhebung der Fed Rate: Nach Jahren einer zunehmend lockeren weltweiten Geldpolitik steht erstmals wieder eine Leitzinserhöhung durch die Federal Reserve bevor. Das könnte bereits im Dezember [2015] der Fall sein. Dieser Trend könnte sich unserer Ansicht nach auch 2016 fortsetzen“, so Pieter Jansen, Senior Investment Analyst bei NN Investment Partners. „Die Fed bleibt damit auch im kommenden Jahr ein wichtiger Einflussnehmer der globalen Märkte. Angesichts der anhaltend lockeren Geldpolitik anderer Zentralbanken wird sich die divergierende Geldpolitik als Schlüsselthema herausbilden.“ Dass die USA 2016 jedoch drei bis vier Zinsschritte wagen, ist dagegen nicht eingetroffen.    

Auch Dr. Christoph Kind, Leiter Asset Allocation bei FRANKFURT-TRUST und Fondsmanager des globalen Rentenfonds FT AccuZins, war sich 2015 sicher: „Das Niedrigzinsumfeld bleibt uns im Euro-Raum definitiv erhalten. Verzinsliche Wertpapiere bieten Anlegern daher weiterhin ein sehr unattraktives Rendite-Risiko-Verhältnis. Europäische Aktien sind in diesem Umfeld interessanter, aber auch mit Risiken behaftet. Die Migrationsdebatte und der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU können belasten.“ Sogar ein Aufflackern der Eurokrise hielt er für möglich. Das ist jedoch (bisher) nicht eingetroffen. 

2016: Unruhiger als von vielen Experten erwartet

Sehr optimistisch für die USA äußerte sich im November 2015 Zach Pandl, Goldman-Sachs-Experte und Wirtschaftsstatistiker. „Zwar gibt es eindeutige Risiken für die US-Wirtschaft, wir erwarten jedoch nicht, dass der jetzige Aufschwung an Altersschwäche sterben wird." Selbst wenn die Federal Reserve bald die Zinsen erhöhte, deuten Pandls Parameter darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den kommenden Jahren lediglich von zehn auf 15% steige.“ Bis 2019 solle der Aufschwung noch andauern.  

Etwas zu optimistisch in Sachen deutscher Leitindex war auch Uwe Röhrig, Senior Equity Specialist bei UBS Asset Management: „Wir gehen von einer positiven Entwicklung aus und sehen den DAX höher als zum jetzigen Zeitpunkt. Weiterhin tiefe Zinsen, die erwartete wirtschaftliche Erholung in Europa sowie der schwache Euro dürften sich positiv auf die Unternehmenserträge auswirken.“ Ende November 2015 notierte der DAX bei 11.382,20 Punkten. Röhrigs Einschätzung teilten jedoch einige Experten: Als Universal-Investment im Dezember 2015 eine Umfrage unter Vermögensverwaltern startete, antworteten diese: Der DAX stehe im kommenden Jahr um etwa acht Prozent höher bei 12.224 Punkten (Basis: Schlussstand 27.11.2015). Richtig lag Röhrig dagegen beim Thema Ölpreis: „Der schwache Ölpreis stellt weiterhin eine Belastung für ölproduzierende Länder dar.“

Einige Erwartungen wurden übertroffen

Besonders eindrucksvoll hat sich die These von James Whithall, Fondsmanager bei Baker Steel, bewahrheitet: Bereits im Juli 2015 war für ihn klar: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um in Goldaktien zu investieren. „Schaut man sich die vergangenen Rückschläge des Goldmarkts an, so wird deutlich: Im Durchschnitt dauerte ein Abschwung 17 Monate, bei einer durchschnittlichen Korrektur von 36 Prozent. Der gegenwärtige Bärenmarkt dauert bereits 34 Monate mit einem Preisrückgang von 36 Prozent. Wir gehen daher davon aus, dass der Goldpreis seinen Tiefpunkt erreicht hat. Ein uns bestätigendes, positives Signal sind auch die in diesem Jahr gestiegenen M&A Aktivitäten.“

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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