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Rohstoffe: Gold & Öl: Schwacher US-Dollar schiebt Preise an
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Rohstoffe Gold & Öl: Schwacher US-Dollar schiebt Preise an

Gastautor: Eugen Weinberg
01.02.2017, 15:28  |  1316   |   |   

Energie: Begünstigt durch einen schwachen US-Dollar stieg der Brentölpreis gestern zwischenzeitlich bis auf 56 USD. WTI verteuerte sich bis auf 53,5 USD je Barrel. In der
Nacht gaben die Preise einen Teil der Gewinne wieder ab, nachdem das American Petroleum Institute einen unerwartet kräftigen Anstieg der US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um fast 6 Mio. Barrel berichtet hatte. Laut einer Reuters-Umfrage ist die OPEC-Ölproduktion im Januar um gut 1 Mio. auf 32,3 Mio. Barrel pro Tag zurückgegangen. Demnach wurden 82% der beschlossenen Produktionskürzungen umgesetzt. Diese Zahlen lesen sich auf den ersten Blick vielversprechend. Bei einem genauen Blick auf die Zahlen fällt das Urteil allerdings gemischt aus. Das Produktionsniveau lag im Januar noch immer 500 Tsd. Barrel pro Tag über dem vereinbarten Niveau. Unter den Ländern haben nur Saudi-Arabien, Angola und Kuwait die Produktionskürzungen übererfüllt bzw. nahezu erfüllt. Besonders beim Irak stehen Worte und Taten in einem deutlichen Widerspruch. Laut Umfrage hat der Irak seine Produktion lediglich um 51 Tsd. Barrel pro Tag reduziert und damit nur ein Viertel der von ihm verlangten Kürzung umgesetzt. Der Irak selbst hatte behauptet, die Produktion um 160 Tsd. Barrel pro Tag gekürzt zu haben. Wir hatten darin zwar Zweifel geäußert, dass der Irak seine Produktionskürzung vollständig umsetzen wird. Dass die Umsetzung allerdings so niedrig ist, ist ein Warnsignal, weil dadurch auch die Bereitschaft der anderen OPEC Mitglieder unterminiert werden dürfte. Interessant wird sein, ob die Umfrage von Bloomberg heute zu einem ähnlichen Ergebnis kommt.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE5MVW Bull Oil Brent Future Apr 2017 Hebel 10,2
CE382E Bear Oil Brent Future Apr 2017 Hebel 5,8

Edelmetalle: Beflügelt durch einen schwachen US-Dollar stieg Gold gestern zeitweise auf 1.215 USD je Feinunze. Trumps Wirtschaftsberater Navarro hatte Deutschland vorgeworfen,
sich auf Kosten der USA und seiner Euro-Partner mit Hilfe eines deutlich unterbewerteten Euro unfaire Handelsvorteile zu erschleichen. Später legte Trump selbst nach und bezichtigte auch Japan der Währungsmanipulation. Daraufhin wertete der US-Dollar spürbar ab und Gold war als sicherer Hafen gefragt, wohl wegen der Angst vor einem möglichen Währungskrieg. Die ETF-Investoren haben sich gestern mit Käufen aber noch zurückgehalten – den Gold-ETFs ist nur gut eine Tonne zugeflossen. Im Januar insgesamt gab es sogar Abflüsse von 8,8 Tonnen, obwohl Gold mit einem Plus von 5% die beste Preisentwicklung in einem Monat seit Juni 2016 verzeichnete. Im Fahrwasser von Gold legte gestern vor allem Silber zu, das sich zeitweise um fast 3% auf 17,6 USD je Feinunze verteuerte. Auch Platin und Palladium stiegen, wenn auch weniger stark. Der indische Finanzminister Jaitley hat heute den Haushalt für das nächste Fiskaljahr präsentiert. Im Vorfeld hatten einige gefordert, die Importsteuer bei Gold zu reduzieren. Jaitley erwähnte in seiner Rede jedoch noch nicht einmal Gold, so dass die 10%-ige Importsteuer wohl unverändert bestehen bleibt. Von dieser Seite her erhält die indische Goldnachfrage demnach keinen Auftrieb. Heute Abend findet die erste Sitzung der US-Notenbank nach dem Amtsantritt von Trump statt. Wir erwarten keine Änderung der Zentralbankpolitik.

Produktideen: BEST Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE6L11 Bull Silber Hebel 14,5
CE4QAW Bear Silber Hebel 13,7

Eine aktuelle Chartanalyse zum Silberpreis finden Sie auch hier.

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Diskussion: Schon nächste Woche in Japan Helikopter Geld? Gold sollte auch deshalb steigen

Wertpapier: Gold


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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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