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Dramatisches Déjà-Vu! Ölpreis zwingt Rubel in die Knie - Russische Währung stürzt auf Rekordtief

20.01.2016, 16:44  |  5199   |   |   

Böse Erinnerungen an das Jahr 2014 werden wach, als der Rubel über Wochen hinweg dramatisch an Wert verlor. Nun ist es wieder so weit und für den Rubel kommt es knüppeldick: Die russische Währung stürzte auf ein neues Rekordtief!

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Ölpreis den Rubel mit in den Abgrund reißt. Am Mittwoch ist es schließlich passiert: Die russische Währung ist auf einen historischen Tiefstand gefallen. An der Börse Moskau mussten zeitweise 81,49 Rubel für einen US-Dollar gezahlt werden. Damit ist der Rubel gegenüber der amerikanischen Leitwährung so günstig wie nie zuvor. Trotzdem sah die russische Zentralbank zunächst keinen Grund zum Eingreifen. Die finanzielle Stabilität sei nicht gefährdet, sagte Zentralbankchefin Elvira Nabiullina gegenüber „Bloomberg“.

Wechselkurs USD/RUB im Jahreschart:

Wie 2014 – nur noch schlimmer!

Für die russische Zentralbankchefin ist es ein böses Déjà-Vu. Knapp zwei Jahre ist es her, da saß sie schon einmal in der Rubel-Falle. So sehr sie sich auch gegen den Werteverfall stemmte, sie vermochte die Talfahrt nicht zu stoppen (siehe hier, hier oder hier). Stattdessen musste die mächtigste Frau Russlands mit ansehen, wie ihr Land mehr und mehr dem Abgrund entgegen schlitterte. Schon damals drohte der Ölpreis zum Sargnagel Russlands zu werden.

Das war im Dezember 2014. Fast scheint es heute, als hätte die Zeit seither stillgestanden. Auch zum Euro verlor der Rubel am Mittwoch deutlich und stürzte auf einen Börsenkurs von 88,15 Rubel je Euro. Immerhin: der Wechselkurs liegt damit noch unter dem Tiefstand von 100 Rubel je Euro vom Dezember 2014. Damals war auch das bisherige Kurstief von 80,1 Rubel für einen Dollar erreicht worden.

Kritische Stimmen werden lauter

Die Regierung werde ihr Anti-Krisenprogramm angesichts der Entwicklung anpassen, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew, nannte aber keine Einzelheiten (Lesen Sie hierzu auch: Drohende Staatspleite Russlands? "Müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten!"). Die russische Währung war bereits Ende Dezember abgerutscht und hat allein seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent zum Dollar nachgegeben. Seit Monaten leidet Russland unter den niedrigen Ölpreisen. Diese zwingen die russische Regierung zu unliebsamen Entscheidungen (siehe: Öl-Crash setzt Russland unter Druck – Jetzt muss Moskau sogar an sein Tafelsilber).

Im Inland mehren sich unterdessen die kritischen Stimmen, die Diskussion über die Zukunftsfähigkeit der russischen Wirtschaft gewinnt merklich an Schärfe. Der Chef der russischen Sberbank, German Gref, sagte, das Land habe seine Konkurrenzfähigkeit verloren und die Loslösung von der Rohstoffwirtschaft verpasst. Sergej Glasjew, ein konservativer Berater von Präsident Wladimir Putin, kritisierte die Zentralbank. Saudi-Arabien, der Iran oder Norwegen seien noch abhängiger vom Öl. „Und trotzdem macht bei ihnen der Kurs nicht solche Sprünge“, sagte er der Agentur Tass.

Den offiziellen Kurs zum US-Dollar für Donnerstag setzte die Zentralbank bei 79,46 Rubel fest, zum Euro bei 87,03 Rubel.

Mit dpa-AFX

Wertpapier: EUR/RUB, USD/RUB


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